Die Manöver der Land-, See- und Luftstreitkräfte Pekings mit dem Ziel, Taiwan abzuschotten, haben am Dienstag, 30. Dezember 20.25 um 8:00 Uhr taiwanischer Standardzeit (UTC +8) begonnen und dauern bis in den Abend hinein. Festlandchina gab die Übungen, die in sieben „gefährlichen Gebieten“ um die Insel Taiwan stattfinden sollen, nur 24 Stunden im Voraus bekannt.
In einer Erklärung warnte die taiwanische Zivilluftfahrtbehörde (CAA), dass diese sieben Meeresgebiete den Großteil der Standardflugrouten innerhalb der Fluginformationsregion Taipeh (FIR) umfassen – dem Luftraum, der ganz Taiwan sowie den größten Teil der Taiwanstraße zwischen Taiwan und Festlandchina abdeckt. Die Taipeh-FIR verfügt über 18 veröffentlichte Flugrouten, von denen laut CAA nur drei von den geplanten Militärübungen nicht betroffen sein werden. Dies sind:
- M750 – die verkehrsreichste Flugroute in und aus der Region
- R595 – eine internationale Flugroute nach Japan und Nordostasien.
- R583 – eine weitere internationale Flugroute nach Japan und Ostasien.
Die Entscheidung Festlandchinas, die Militärübungen so kurzfristig anzukündigen, „verstößt gegen internationale Normen und Flugpraktiken“, heißt es in einer aktuellen Stellungnahme der taiwanesischen Zivilluftfahrtbehörde (CAA).
Insgesamt könnten 857 Flüge von den Übungen betroffen sein, darunter 296 internationale Abflüge, 265 internationale Ankünfte und rund 296 Flüge, die den Fluginformationsraum Taipeh durchqueren. Die Airlines planen weiterhin, ihre Flugpläne so weit wie möglich aufrechtzuerhalten. Passagiere werden jedoch gebeten, den Status ihres Fluges zu überprüfen, bevor sie zum Flughafen fahren. Behörden warnen davor, dass es je nach Verlauf der Übungen kurzfristig zu Verspätungen und Flugausfällen kommen kann.
Die von der chinesischen Volksbefreiungsarmee als „Justizmission 2025“ bezeichneten Übungen umfassen Heer, Marine, Luftwaffe und Raketenstreitkräfte und werden als simulierte Blockade der Insel Taiwan beschrieben.
Taiwan wird von der Republik China (nicht zu verwechseln mit der Volksrepublik China) regiert. Es handelt sich de facto um ein selbstverwaltetes, demokratisches Land, aber das chinesische Festland beansprucht es für sich, und Taiwans Anerkennung auf der Weltbühne ist massiv eingeschränkt. Deshalb hat Taiwan keinen eigenen Sitz bei den Vereinten Nationen, und deshalb treten Athleten der Insel bei den Olympischen Spielen unter der Flagge von Chinesisch-Taipeh an – eine Kompromisslösung, die Taiwan die Teilnahme an den Spielen ermöglicht, jedoch nicht als souveräner Staat. Trotz der komplizierten politischen Lage Taiwans hat die Insel drei große, eigenständige internationale Fluggesellschaften: EVA Air, China Airlines und seit Kurzem Starlux. Quelle: CAA / DMM



