Besonders vom Streik betroffen sind Verbindungen über die wichtigen Drehkreuze Frankfurt und München. Insgesamt dürfte der Ausstand jedoch weniger Flüge treffen als bei der ersten Streikwelle im Februar.
Lufthansa plant mit größeren Flugzeugen und Ersatzcrews
Nach Angaben der Airline soll an beiden Streiktagen mindestens die Hälfte der geplanten Flüge stattfinden. Auf der Langstrecke könnten sogar rund 60 Prozent der Verbindungen starten. Bei der Frachttochter Lufthansa Cargo müsste etwa jeder fünfte Flug gestrichen werden.
Um Ausfälle zu begrenzen, setzt das Unternehmen unter anderem größere Flugzeuge ein. Zudem sollen Flüge von nicht bestreikten Konzernairlines übernommen werden. Auch freiwillige Crews kommen zum Einsatz. Betroffene Passagiere würden laut Lufthansa aktiv per E-Mail informiert. Wer keine Nachricht erhält, könne zunächst davon ausgehen, dass sein Flug planmäßig stattfindet.
Gewerkschaft erwartet rund 300 Flugausfälle pro Tag
Die streikende Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) geht selbst davon aus, dass der Streik kleiner ausfallen wird als bei der ersten Streikwelle vor einem Monat. Gewerkschaftschef Andreas Pinheiro rechnet mit rund 300 Flugausfällen pro Tag. Das sei für die angestrebte Wirkung des Arbeitskampfs ausreichend.
Beim ersten Streik am 12. Februar waren laut Lufthansa etwa 800 Flüge ausgefallen. Damals hatte sich auch die Kabinengewerkschaft Ufo beteiligt.
Nahostflüge vom Streik ausgenommen
In der vergangenen Woche hatte die VC wegen der angespannten Lage im Nahen Osten zunächst auf Streikmaßnahmen verzichtet. Nun wurden mehrere Ziele in der Region bewusst vom Arbeitskampf ausgenommen.
„Wegen uns bleibt kein Passagier im Krisengebiet hängen“, erklärte VC-Vizepräsidentin Katharina Diesseldorff. Nach Angaben der Lufthansa ist während des Streikzeitraums lediglich ein Flug nach Riad geplant.
Tarifkonflikte bei mehreren Lufthansa-Töchtern
Zum Streik aufgerufen sind mehr als 5.000 Piloten der Flugbetriebe Lufthansa, Lufthansa Cargo und Lufthansa Cityline. Die Arbeitsniederlegung soll insgesamt 48 Stunden dauern.
Die Hintergründe der Tarifkonflikte unterscheiden sich je nach Unternehmen: Bei der Regionaltochter Cityline fordern die Piloten höhere Gehälter. Bei Lufthansa Cargo und der Kernmarke geht es vor allem um Verbesserungen bei den Betriebsrenten. Die Gewerkschaft erwartet in beiden Fällen ein verhandlungsfähiges Angebot der Arbeitgeberseite.
