Pistole statt Fahrkarte

Schrecksekunde im ICE von Bremen nach Hannover am 21.11.2022: Bei einer Fahrkartenkontrolle präsentierte ein Mann dem Zugbegleiter nicht seinen gültigen Fahrschein sondern eine Pistole.

Bei der Kontrolle konnte ein 57-Jähriger keinen gültigen Fahrschein vorweisen. Doch anstatt, wie üblich, die Personalien für eine Fahrpreisnacherhebung auszuhändigen, lüftete er seine Jacke und zeigte auf seine mitgeführte Pistole. Der Zugbegleiter reagierte richtig - er räumte das Abteil und alarmierte die Bundespolizei in Hannover. Die räumte ihrerseits den Bahnsteig sowie die Treppenabgänge und Teile des Personentunnels um eine Gefährdung für andere Reisende auszuschließen.

Bei Eintreffen des Zuges griffen die Bundespolizisten zu. Mit robuster Ausstattung wurde der Mann überwältigt und die Pistole sichergestellt. Bei der Festnahme leistete der alkoholisierte Mann Widerstand und musste gefesselt werden. Die Waffe entpuppte sich im Nachhinein als sog. "Anscheinswaffe". Eine Absuche des Abteils nach weiteren gefährlichen Gegenständen verlief ohne Ergebnis. Gegen den Mann wird nun wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz, Erschleichen von Leistungen sowie Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt.

Nicht nur der Reisende wird durch diese Art von Waffen verunsichert und verängstigt - die Maßnahmen der eingesetzten Polizeikräfte sind darauf ausgerichtet, dass es sich bei dieser Art von Waffen um echte und einsatzbereite handelt; entsprechend robust ist auch die polizeiliche Vorgehensweise. Der Gesetzgeber verbietet das Führen von Waffen in der Öffentlichkeit, die den Anschein erwecken, sie seien echt. Verstöße gegen das Führen solcher Waffen können bis zu 10.000 Euro geahndet werden. Quelle: Bundespolizei / DMM