Pkw-Version des Proace City mit Wohlfühlcharakter

Er ist ein Kind von Toyotas Nutzfahrzeug-Kooperation mit PSA, der neue Hochdachkombi Proace City. Mit dem neuen Modell greift der Importeur zum ersten Mal in das Segment der Hochdachkombis, die vor allem bei Familien sowie Handwerksbetrieben beliebt sind, und baut damit in Zusammenarbeit mit der PSA-Gruppe sein Nutzfahrzeugangebot aus. Wie die Schwestermodelle kommt der Proace City in zwei Versionen zu den Kunden. Für die DMM-Zielgruppe wichtig ist die Pkw-Version "Verso". Den Neuling bietet der Kölner Importeur auch als Kastenwagen an. Beide Versionen gibt es zudem in zwei unterschiedlichen Längen. Die Preise der Pkw-Varianten starten bei 17.058 Euro netto.

Toyotas Proace City ist in der Pkw-Version durchaus auch als Dienstwagen eine Überlegung wert, aber auch als kleines Shuttlefahrzeug. Foto: TMD

Toyotas Proace City ist in der Pkw-Version durchaus auch als Dienstwagen eine Überlegung wert, aber auch als kleines Shuttlefahrzeug. Foto: TMD

Zwei Radstände, %- bis 7-Sitzer, im neuen Proace City Verso haben auch fünf Erwachsene ausreichend Platz. Foto: G. Zielonka

Zwei Radstände, 5- bis 7-Sitzer, im neuen Proace City Verso haben auch fünf Erwachsene ausreichend Platz. Foto: G. Zielonka

Toyotas neuer Proace City Verso ist für den Importeur ein neues Segment. Bis zu 3.000 Einheiten der Pkw-Variante sollen in 2020 noch an den Mann bzw. die Frau gebracht werden. Foto: G. Zielonka

Toyotas neuer Proace City Verso ist für den Importeur ein neues Segment. Bis zu 3.000 Einheiten der Pkw-Variante sollen in 2020 noch an den Mann bzw. die Frau gebracht werden. Foto: G. Zielonka

Entsprechend den Versionen Nfz oder Pkw sind auch die Zielgruppen sehr unterschiedlich. Der Proace City wendet sich in erster Linie an Handwerksbetriebe, der Proace City Verso eher an Familien aber auch an gewerbliche Unternehmen, z.B. Hotels für deren Shuttleservices. Dann wählt man den Fünfsitzer in der Kurz- (4,50 m) oder Langversion (4,77 m) mit zwei längs verschiebbaren Zusatzsitze. Die Sitzbänke sind umklappbar, auch der Beifahrersitz. Sie alle lassen sich im Fahrzeugboden versenken, dass eine ebene Ladefläche entsteht. Übrigens ist auch das Heckfenster der Heckklappe separat zu öffnen und zu verriegeln. Mit einem cleveren kleinen Werkzeug lässt sich das aufklappbare Heckfenster sichern. Das macht den Wagen sehr flexibel.

Bestellbar ist beim Proace City Verso auch eine Anhängezugvorrichtung, mit fester Kupplungskugel oder mit horizontal abnehmbarer. Die mitgelieferte Stabilitätskontrolle sorgt dafür, dass mit Hänger beim Fahren nichts schief gehen kann. Die Anhängelast beträgt immerhin 1,5 Tonnen. Dass das Thema Sicherheit nicht zu kurz kommt, dafür sorgen allerlei Assistenzsysteme. Verkehrszeichenerkennung, Aufmerksamkeitswarnung, Spurhalteassistent, Tempomat, Totwinkel- und ein Fernlichtassistent zählen dazu. Die seitlichen Abstandssensoren warnen im 8"-Multimediadisplay jederzeit, sollte man z.B. einem Radfahrer seitlich zu nahe kommen. Auch in Sachen Konnektivität ist der Neue auf der Höhe der Zeit. 

Das Exterieurdesign des Proace City Verso ist nicht gerade aufregend, dafür irgendwie zeitlos. Im Interieur herrscht leider ein bisschen viel Hartplastik; die Sitze sind ausreichend komfortabel und, sofern man’s braucht, auch langstreckentauglich. Das Cockpit ist, obschon der Proace in erster Linie als Nutzfahrzeug konzipiert ist, Pkw-like. Nichts auszusetzen haben wir an den ergonomisch ausgeführten Bedienelementen. 

Den Proace City Verso kann man in vier Ausstattungslinien ordern: Combi (= Basis). Zu dieser Version greifen vermutlich nur um die 10 % der Kunden. Nächst höhere Ausstatungsvarianten ist Shuttle (15 % Anteil, z.B. Taxen); es folgen die Ausstattung "Team Deutschland mit 53 % und Executive (22 %). Toyota stattet den Proace-Pkw Pkw schon in der Basisvariante vergleichsweise gut aus. So ist ein modernes Infotainmentsystem verbaut und diverse Assistenzsysteme wie Tempomat oder auch die Verkehrszeichenerkennung sind von Haus aus an Bord. Die Kunden können unter mehreren Ausstattungslinien mit attraktiven Komfortfeatures wählen, darunter übrigens auch ein Head-up-Display. Letzteres ist leider die berühmt-berüchtigte Sparversion mit kleiner Plexiglasscheibe vor der Windschutzscheibe. Optional sind ferner ein Panorama-Glasdach oder auch eine 180°-Kamera, Smart Active Vision, Rückfahrkamera und Toyota Traction Select u.v.a.m.. Den Zeichen der Zeit entsprechend bietet Toyota den Proace City auch mit speziellen Sicherheitspaketen an, die ein besonders hohes Schutzniveau ermöglichen. Die höhenverstellbare Kofferraumabdeckung kann bis zu 25 kg tragen.

Die komplette Antriebstechnik des Proace liefet der PSA-Konzern. Und die sieht so aus: Drei Diesel- und eine Benziner Motorisierung decken ein breites Leistungsspektrum ab. Alternative Antriebe: leider noch Fehlanzeige. Doch sollen die Kraftstoffeffizienz und geringe CO2-Emissionen Klassenbestwerte aufstellen, sagt der Importeur. Und für Mobilitätsmanager wichtig: Die Betriebskosten sollen besonders vorteilhaft sein.

In Sachen Antrieb bieten die Japaner für ihren Kompakttransporter erstaunlicherweise nur einen einzigen Benziner an, einen 1,2-Liter-Dreizylinder mit 81 kW/110 PS und Sechsgang-Schaltgetriebe bzw. auf Wunsch mit Achtgangautomatik. Die empfehlen wir auf jeden Fall; denn sie schaltet so gut wie unmerklich. Ansonsten kann die verehrte Kundschaft unter drei Selbstzündern wählen. Die basieren auf einem 1,5 l-Vierzylinder Diesel. Das Aggregat leistet 56 kW/75 PS (Fünfgang-Getriebe), 75 kW/102 PS (Fünfgang-Getriebe) oder 96 kW/130 PS (Sechsgang-Getriebe, alternativ Achtgang-Automatik). Den Proace City mit Dieselmotorisierung gibt der Importeur mit 4,3 Liter auf 100 km an, bei unserem ersten Tast, der freilich sehr viel durch innerstädtisches Areal in Köln führte, lag bei 6,5 Liter. Die Benzinervariante, die Toyota mit ca. 5,5 Liter nennt, dürfte beim kombinierten Verkehr bei ca. 7 Liter liegen. Interessant werden wird's 2021: Für nächstes Jahr nämlich kündigt der Importeur eine batterieelektrische Variante für beide Proace-Varianten an..

Das Fahrerlebnis mit dem neuen Proace City ist ziemlich Pkw-affin, sprich, Handling, Federungskomfort und der Wohlfühlfaktor gehen vollkommen in Ordnung. Einzig mit der Akustik waren wir nicht so ganz happy. Geräuschdämmung geht eigentlich besser. In 2020 will Toyota laut Tim Oessling vom Toyota Geschäftskundenservice etwa 3.000 Einheiten der Pkw-Varianten vermarkten, 2.000 der Nfz-Version. Warum beim verfügbaren Quartett von Citroën Berlingo, Peugeot Partner/Rifter, Opel Combo und nun dem Toyota Proace City zur japanischen Ausgabe greifen? Ganz einfach, so Flottenvertriebsleiter Tim Oesssling: Toyota ist bekannt für sehr hohe Qualität und entsprechender Restwertstabilität. Die Kunden erwarten beim Kauf bzw. Leasing drei Jahre Garantie, hohe Wartungsintervalle (Diesel: 40.000 m, Benziner 25.000 km) und besagte hohe Qualität. Quelle: Toyota / DMM