Reiseverbot für Risikoländer?

Wolfgang Steiger (55), Generalsekretär des einflussreichen CDU-Wirtschaftsrats (vertritt Interessen der unternehmerischen Wirtschaft gegenüber der Partei), forderte per Twitter und in BILD ein absolutes Verbot von Reisen in Risikogebiete. Das würde u.a. die Geschäftsreisebranche erheblich treffen.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Samstag, 08. August 2020, dass es innerhalb nur eines Tages 1.147 Corona-Neuinfektionen gegeben hat. Viele davon werden nach Experten durch Touristen verursacht, die aus Risikogebieten – zurzeit 130 Länder der rund 200 Länder weltweit, nach Deutschland zurückkehren. Das Bundesgesundheitsministerium führt den Anstieg auch auf die vermehrten Tests in Deutschland zurück.

Auf Twitter fordert Wolfgang Steiger: „Das Reiserecht kann nicht höher bewertet werden als die Rechte von Millionen, denen ein erneuter Lockdown droht. Unser Land wird sich erneute Betriebs- und Schulschließungen nur unter größten Schwierigkeiten leisten können.“ In einem anderen Blättchen konterte Martin Wandsleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Reiseverbote würden deutschen Unternehmen eher schaden. Das beträfe in ganz besonderer Weise die Geschäftsreisen der stark internationalisierten deutschen Unternehmen.

Der Weltärztebund fordert im Zusammenhang mit der Testpflicht für Rückreisende aus Risikogebieten einen zweiten Test nach mindestens 72 Stunden. Nur dann lasse sich erkennen, ob jemand das Virus mitgebracht hat. Außerdem sollte viel konsequenter bei Rückkehrern auf die Einhaltung von Quarantäne und Testung geachtet werden. In der Schweiz z.B. wird strenger kontrolliert, ob die Quarantäne eingehalten wird. Und wer dies nicht befolgt, wird mit bis zu 10.000 Schweizer Franken bestraft (9.725 Euro). Quelle: Twitter / DIHK / Weltärztebund / DMM