Restaurantgast zeichnet als "Donald Duck"

Die Corona-Pandemie ist absolut keine Spaßveranstaltung. Und wenn Restaurantgäste ihre Kontaktdaten hinterlassen sollen, steckt dahinter bitterer Ernst. Aktuell nehmen die Corona-Fälle in Deutschland wieder stark zu. Da gebietet es der Anstand, seine korrekte Adresse zu hinterlassen und nicht mit „Donald Duck“, „Superman“ oder anderem Schwachsinn zu unterschreiben. Gut möglich, dass über kurz oder lang Gäste von Bewirtungsbetrieben ihren Personalausweis oder Pass vorzeigen müssen.

Neue Forschungsergebnisse von Wissenschaftlern der Universität von Nebraska besagen, dass das Coronavirus durch Aerosole (kleinste Tröpfchen) in der Luft auch über längere Strecken übertragen wird und der gefährliche Erreger lange in der Luft überlebt. Das würde bedeuten, dass die geltende Abstandsregelung von 1,5 bis 2 Metern nicht ausreicht, um die Übertragung zu stoppen. Fatal klingt ferner, was Wissenschaftler ebenso herausgefunden haben: Im Flugzeug ist das Ansteckungsrisiko höher als bisher angenommen. Zurück zum Thema Corona und Restaurant.

Ein Gastwirt muss infolge der leidigen Corona-Geschichte mittels Gästelisten sicherstellen, dass bei einer eventuellen Ansteckung im Lokal die Infektionskette nachvollzogen werden kann, so der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband, Branchenverband des Gastgewerbes. Konkret geht es bei anzuzweifelnden Fällen darum, ob sich der Restaurantbetreiber dann den Ausweis aushändigen lassen darf.

So etwa gäbe es laut Stadt Fulda aufgrund des Hausrechts zumindest prinzipiell die Möglichkeit, sich den Ausweis eines Gastes zeigen zu lassen, wenn Zweifel an der Korrektheit eines Besuchernamens bestehen. Gegenüber der Frankfurter Rundschau erläuterte die Kommune im Wortlaut dazu: „Die Vorlage eines Ausweises sieht die Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung nicht vor. Ob im Einzelfall der Gastwirt ergänzend einen Ausweis vorlegen lässt, um die Identität der Person zu kontrollieren bzw. festzustellen, obliegt der Entscheidung des Gaststättenbetreibers im Rahmen seines Hausrechtes.“

„Gastronomen haben nicht das Recht, sich Ausweise zeigen zu lassen“, sagt Dehoga Hessen Hauptgeschäftsführer Julius Wagner. Dazu seien nur staatliche Behörden befugt – und das auch nur bei einem Verdacht oder konkretem Anlass.

Hat ein Gast mit dem oben erwähnten „Donald Duck“ unterschrieben, müsste der Wirt dann sicherstellen, dass dies vom Gast wieder geändert werde. Ob der stattdessen notierte Name „Markus Müller-Mayer“ dann aber nun tatsächlich stimmt, könne der Wirt zwar nicht wissen, doch sei er dann zumindest seiner Mitwirkungspflicht nachgekommen. Notfalls bliebe tatsächlich nur noch die Möglichkeit, den unkooperativen Gast des Lokals zu verweisen. Quelle: Dehoga / DMM