Phoenix ist die Hauptstadt des südwestlichen US-Bundesstaates Arizona und zählt 1,6 Mio. Einwohner, in der Metropolregion leben 4,8 Millionen. Die Metropole ist bekannt für ganzjährigen Sonnenschein und warme Temperaturen und liegt im Herzen des sogenannten Tals der Sonne, einer großen Metropolregion mit mehreren Städten. Die Stadt befindet sich mitten in der jährlichen Monsunzeit und damit verbunden ist die Gefahr schwerer Gewitter und Staubstürme, die Meteorologen als „Haboob“ bezeichnen.
Die US-Luftfahrtbehörde The Federal Aviation Administration (FAA) ordnete am Montag, 25. August 2025 gegen 17:30 Uhr Ortszeit aufgrund schwerer Gewitter- und Staubstürme einen Flugstopp am Flughafen Phoenix Sky Harbor an. Während Flughafenmitarbeiter an einer großen Aufräumaktion nach dem Unwetter teilnahmen, das nur knapp 30 Minuten anhielt. wurden rund 104 Flüge verspätet, aber nur drei mussten gestrichen und einer umgeleitet werden. Trotz der geringen Schäden an Terminal 4 überstand der Flughafen den immensen Staubsturm relativ unbeschadet. Tausende Haushalte aber waren ohne Strom.
Am Flughafen Phoenix Sky Harbor herrscht während der sengenden Hitze der Sommermonate ein ziemlich anspruchsvoller Flughafenbetrieb mit teils kräftigen Staubstürmen. Die beschädigen nicht selten alle Flugzeuge, die sich zum Zeitpunkt des Durchzugs am Boden befinden. Staub und Sand können Flugzeugtriebwerke beschädigen. Ein Lied davon singen können die Fluggesellschaften mit Sitz in sehr trockenen und sandigen Gebieten. Vor allem Fluggesellschaften am Persischen Golf wie Emirates, Qatar Airways und andere leider des Öfteren unter derlei misslichen Wetterphänomenen.
So kritisiert z.B. Tim Clark, Präsident von Emirates, die Triebwerke der Airbus A350, da diese aufgrund der Abnutzung durch die staubige Betriebsumgebung im Nahen Osten noch wartungsintensiver sind als bisher angenommen. Die Wüstenwetterbedingungen könnten auch zu einem merkwürdigen Lackfehler am Airbus A350 beigetragen haben, der dazu führte, dass große Teile des Lacks am Rumpf einiger Flugzeuge von Qatar Airways abblätterten, Blasen bildeten und rissen. Die in Doha ansässige Fluggesellschaft war von dem Problem so frustriert, dass sie Dutzende von Flugzeugen stilllegte und vor dem Londoner High Court eine Klage in Millionenhöhe gegen Airbus einreichte. Nach jahrelangem Rechtsstreit einigten sich die beiden Seiten schließlich außergerichtlich (DMM berichtete).
Sowohl Emirates als auch Qatar Airways sollen in den nächsten Jahren die neue, noch zu zertifizierende Boeing 777X erhalten. Im Rahmen der Zertifizierungskampagne wird das Flugzeug extremen Betriebsbedingungen, darunter eisiger Kälte und dem Staub des Nahen Ostens (und Phoenix), auf Herz und Nieren geprüft. Quelle: FAA / DMM
