Rom: Wer sich nicht benimmt, zahlt

Die Stadtväter und -frauen in Rom haben die Nase voll vom ausschweifenden Tourismus und führen eine Reihe von Verboten ein, die konsequent per Geldstrafen durchgesetzt werden sollen.

Rom verschärft die Benimmregeln für Touristen und bedroht sie mit hohen Geldstrafen. Foto Pixabay

Rom verschärft die Benimmregeln für Touristen und bedroht sie mit hohen Geldstrafen. Foto Pixabay

Der Stadtrat der italienischen Hauptstadt geht jetzt gegen das oft ungebührliche Benehmen von Besuchern der Metropole vor. So hat das Ratsgremium eine teils aus dem Jahr 1946 stammende Liste von Benimm-Vorschriften aktualisiert: Neu gilt: Männer dürfen in der Öffentlichkeit nicht mehr oben ohne durch die Straßen schlendern und auch das beliebte Anbringen von kleinen „Liebesschlössern“ an Geländern (ein berühmt-berüchtigtes Beispiel ist die Kölner Hohenzollernbrücke, an der weit über 1 Mio. solcher Schlösser hängen, die die Statik des Bauwerks beeinträchtigen) ist ab sofort tabu. Wer’s trotzdem macht und erwischt wird, zahlt 1.000 Euro.

Das öffentliche Verzehren von Snacks in der Nähe von Sehenswürdigkeiten wie beispielsweise dem Trevi-Brunnen wird neu geahndet. Beim Trinken aus öffentlichen Brunnen dürfen die Lippen außerdem auf keinen Fall den metallenen Wasserhahn berühren. Das Begehen eines der vielen öffentlichen Brunnen wird ebenfalls mit einer hohen Geldstrafe belegt. Streng untersagt sind ab sofort organisierte Kneipentouren. Allgemein ist das Genießen alkoholischer Getränke in öffentlichen Straßen, Verkehrsmitteln oder Grünflächen ab 22 Uhr untersagt. Nach 23 Uhr ist das Trinken von Alkohol aus jeglichen Behältern nicht mehr erlaubt. Clubs und Bars dürfen zwischen zwei Uhr nachts und sieben Uhr morgens keinen Alkohol mehr ausschenken. Doch es geht noch weiter: Rollkoffer und Kinderwagen haben auf der Spanischen Treppe nichts mehr zu suchen.

Es erwischt aber auch mutmaßlich Einheimische: So werden alle bestraft, die auf der Straße  Tickets für Sehenswürdigkeiten anbieten oder die sich als römische Legionäre verkleidet an touristische Hotspots begeben und für Fotos Geld verlangen. / DMM