Russland baut Hochleistungsstrecke zur und auf der Krim

Die Eisenbahnstrecke im Osten der Krim von Baherove zur kürzlich in Betrieb genommenen Krim-Brücke soll bis Ende 2020 elektrifiziert werden. Die Arbeiten werden mit umgerechnet 60 Mio. Euro aus dem Bundeshaushalt der Russischen Föderation durchgeführt und sollen bis zum 31. Dezember 2020 beendet sein.

Die Transportlogistik auf der Krim war zu ukrainischer Zeit der Halbinsel auf die Strecke Džankoj - Simferopol' konzentriert. Sie verlagert sich nun nach Inbetriebnahme der Krym-Brücke auf die Relation Kerč - Simferopol'. Die derzeit noch eingleisige und nicht elektrifizierte, 207 km lange Strecke von Kerč nach Džankoj würde für schnelle Transportwege ohne Lokwechsel ein Flaschenhals, deshalb soll sie nun zur zweigleisigen elektrifizierten Schienenmagistrale werden, welche die Krim mit dem russischen Festland verbindet.

In den Fahrleitungen der Neubaustrecke mit der Brücke über die Meerenge von Kerč fließt künftig Wechselstrom (25 kV/50 Hz). Mit dieser modernen Form von Elektrifizierung werden die Gesamtlinie bis Baherove als auch die Bestandsstrecke Kerč – Džankoj mit Abzweigungen nach Feodosia und Kerč ausgerüstet. Auf russischer Seite sind derzeit die Strecken auf dem Festland mit Wechselstrom (25 kV/50 Hz) elektrifiziert, auf der Krim die Strecken von Džankoj nach Jevpatorija/Simferopol'/Sevastopol' noch mit 3 kV Gleichstrom. Dieses System soll langfristig vereinheitlicht werden.

Bis zur Fertigstellung der Elektrifizierung werden moderne, von den RŽD an die Krymskaja železnaja doroga (KŽD) vermietete Diesellokomotiven der Reihe TEP70BS eingesetzt. Die bis 2030 geplante Elektrifizierung nach Džankoj selbst kostet noch einmal umgerechnet ca. 570 Mio. Euro.

Die 19 km lange Krim-Brücke ist die längste Brücke in Russland und Europa. Seit dem 25.12.2019 verkehren über die Eisenbahnbrücke Personenzüge. Die Güterzüge werden am 01. Juli 2020 den Verkehr aufnehmen. Die Kosten für die Krim-Brücke, deren Generalunternehmer die Firma Strojgazmontaž ist, betragen etwa 3,3 Mrd. Euro. Quelle: Lokreport / Interfax / DMM