Russland sagt kurzfristig Luftfahrtmesse ab

Russland hat mit seiner Luftfahrtmesse MAKS ein dickes Problem, und das kommt nicht von ungefähr: Wer will schon als Aussteller zu einer Luftfahrtschau eines aggressiv Krieg führenden Landes? 2023 wurde die MAKS 2023 erst verschoben auf dieses Jahr. Und nun wurde die MAKS24 von der Russischen Föderation wohl auf Geheiß des Kreml erneut abgesagt, drei Wochen vor dem geplanten Termin.

Eine Luftfahrtmesse zu veranstalten, während man ein Nachbarland mit Mord und Totschlag sowie weitgehender Zerstörung der Infrastruktur überzieht,  wir reden hier vom Krieg gegen das Brudervolk der Ukraine, Krieg überzieht, verbietet sich eigentlich. Die Gründe für die Absage der MAKS sind aber nicht moralischer Natur. Die Gründe für die nach außen hin kurzfristige Absage der MAKS sind aber nicht moralischer Natur.

Die eigentlich im Zweijahres-Rhythmus stattfindende Luft- und Raumfahrtmesse MAKS auf dem Flughafen des Gromow-Luftfahrtforschungsinstitus in Schukowski hätte eigentlich vom 23. Bis 28. Juli  stattfinden sollen. Nach Angaben des Veranstalters Aviasalon JSC soll die MAKS aber definitiv 2025 stattfinden. Allerdings wird kein konkretes Datum genannt.
Die letzte MAKS hatte 2021 stattgefunden. 2023 befürchteten die Veranstalter Sicherheitsprobleme. Russland hat die Flugabwehr in der Region Moskau deutlich verstärkt, nachdem mehrfach ukrainische Drohnen bis nach Moskau durchgedrungen waren. Um Flugvorführungen auf der MAKS zu ermöglichen, müsste die Flugabwehr zumindest im Sektor rund um Schukowski heruntergefahren werden, was aber von den russischen Luft- und Weltraumkräften nicht befürwortet wurde. Dies gilt mit Sicherheit auch für die jetzt gecancelte MAKS2924. Und natürlich gilt wie schon 2023 die Sorge, dass kaum ausländische Unternehmen präsent sein wollen, die ja richtig Geld mitgebracht hätten. 

Russlands Präsident Vladimir Putin hatte die MAKS wieder zu nationalen Leistungsschau umfunktioniert. Auch die Luftfahrtbranche stellte sich dort dar, zum vorerst letzten Mal in 2021. Der seit 1992 alle zwei Jahre am Moskauer Flughafen Zhukovsky stattfindende  Salon für Luft- und Raumfahrt war die Leistungsschau von UAC und deren Mutter Rostec mit ihren Töchtern wie Aviastar-SP, Beriev, Ilyushin, Tupolev, United Engine Corporation oder Yakovlev. 2023 wurde sie wegen der westlichen Sanktionen um ein Jahr auf 2024 verschoben – weil die Veranstalter Angst hatten, dass niemand erscheinen würde.

Im Juli 2021 hatten sich auf einer Ausstellungsfläche von 10,5 Hektar 831 Unternehmen aus 56 Ländern präsentiert. Sie sammelten Verträge im Gesamtwert von umgerechnet 2,9 Mrd. Euro ein. Ob es 2025 die MAKS geben wird, steht in den Sternen. Quelle: TASS / Aerobuzz / DMM