Ryanair: 3.000 müssen gehen

Ryanair-Chef Michael O’Leary erwartet, dass sich auch bei seiner Fluglinie die finanzielle Lage verschlechtern wird. Im zweiten Halbjahr erwartet O’Leary höchstens 50 % der Passagierzahlen wie ursprünglich angenommen, also nur noch rund 22 Mio. Fluggäste. In den Monaten Mai und Juni wird das Flugprogramm nur noch 1 % des eigentlich geplanten Programms betragen.

Ryanair hat sein Programm um 99 % reduziert. 3.000 FlugbegleiterInnen und Piloten müssen gehen. Foto: Ryanair

Ryanair hat sein Programm um 99 % reduziert. 3.000 FlugbegleiterInnen und Piloten müssen gehen. Foto: Ryanair

Eigentlich wollte Ryanair im März 2021 endenden Geschäftsjahr Passagierzahlen von mehr als 150 Mio. vermelden. Daraus wird nun nichts mehr.

In einer wichtigen Kundenmitteilung vom 27. April teilt der LC-Carrier mit, dass mehr als 99 % aller Ryanair-Jets am Boden bleiben, und zwar mindestens bis 14. Mai. Bis dahin wird es lediglich je zwei Hin- und Rückflüge von Dublin nach London (STN und LGW) geben.

Und weil die Passagierzahlen so dramatisch eingebrochen sind und O‘Leary eine Besserung erst im Lauf des nächsten Jahres erwartet, braucht die irische Billigfluglinie bei Weitem nicht so viele neue Jets wie gedacht und bestellt. Deswegen verhandelt O‘Leary mit Hersteller Boeing betreffend ein Hinauszögern der Auslieferung neuer 737MAX sowie mit den Leasinggebern von Lauda. Frühestens im Sommer 2022 erwartet Ryanair, dass die Nachfrage wieder auf dem Niveau von 2019 steht.

Im Zusammenhang mit den Restrukturierungsplänen für alle Gruppen-Airlines müssen wohl um die 3.000 Angestellte gehen, meist fliegendes Personal. Das wären rund 15 % der Belegschaft. Zudem will O‘Leary die Gehälter und Löhne um 20 % drücken (siehe Video). Auch die Führungskräfte müssen ihren Beitrag leisten. Er selbst verzichtet für das restliche Geschäftsjahr auf 50 % seines Salärs.

Zudem sollen mehrere Basen in ganz Europa geschlossen werden. Welche das genau sind, teilt die Fluggesellschaft nicht mit. Akut gefährdet ist momentan der Standort Wien. Dort drohte das Management erst am Donnerstag (30. April) mit einer Schließung, sollte die Gewerkschaft einer geplanten Restrukturierung der österreichischen Tochter Lauda nicht zustimmen. Die Slots habe man bereits an Ryanair übertragen.

Und einmal mehr wiederholte der Ryanair-Chef seine Kritik an den Netzwerkairlines wie Lufthansa, Air France, KLM und Finnair sowie an TUI, die allesamt von Staatshilfen profitieren.
Video:https://www.youtube.com/watch?v=yqzzgbvvX70Quelle: Ryanair / DMM