Sanierung der Schnellstrecke Mannheim-Stuttgart und Auswirkungen

Nach rund 30 Jahren Hochgeschwindigkeitsverkehr startete am Oster-Wochenende die Sanierung der Schnellfahrstrecke zwischen Mannheim und Stuttgart. Bis zum 31. Oktober 2020 werden in 205 Tagen auf der wichtigen Fernverkehrsachse, auf der jährlich rund 24 Mio. Fahrgäste unterwegs sind, umfangreiche Sanierungsarbeiten durchgeführt.

Bis 31. Oktober 2020 wird die Schnellfahrstrecke Mannheim-Stuttgart ab 11. April saniert. Die ICE müssen über Altstrecvken geführt werden und bekommen somit längere Fahrzeiten. Foto: DB

Bis 31. Oktober 2020 wird die Schnellfahrstrecke Mannheim-Stuttgart ab 11. April saniert. Die ICE müssen über Altstrecvken geführt werden und bekommen somit längere Fahrzeiten. Foto: DB

Das Baupensum ist enorm: Auf 99 km werden 440.000 Tonnen Schotter, 190 km Gleise, 54 Weichen und 300.000 Schwellen für rund 183 Mio. Euro erneuert. „Die Sanierung dieser wichtigen Verkehrsader führen wir wie vorgesehen durch. Die Vorbereitungen liegen im Zeitplan, so dass die Arbeiten ab dem Wochenende planmäßig starten. Ab dem 1. November 2020 läuft der Hochgeschwindigkeitsverkehr dann wieder auf der erneuerten Schnellfahrstrecke“, so Thorsten Krenz, DB-Konzernbevollmächtigter für Baden-Württemberg.

„Die Sanierung dieser für Baden-Württemberg so wichtigen Strecke ist dringend und geboten. Darum begrüße ich ausdrücklich, dass es jetzt losgeht und bitte alle Bahnfahrerinnen und Bahnfahrer um Verständnis dafür, dass es zu Einschränkungen kommt. Um es klar zu sagen, hier wird in die Zukunft, d.h. für einen verlässlichen und schnellen Bahnverkehr investiert“, erklärt der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann.

Geschäftsreisende, die ICE und IC zwischen Karlsruhe/Heidelberg/Mannheim und Stuttgart nutzen, müssen sich auf etwas längere Fahrzeiten einstellen. Denn die Züge werden auf bestehende kurvenreiche Altsdtrecken umgeleitet, mit Fahrtzeitverlängerungen von 20 bis 45 Minuten. Mehrere Fahrten (komplett und auf Teilstrecken) und Halte müssen entfallen. Auch im Nahverkehr gelten auf den Umleitungsstrecken veränderte Fahrzeiten.

Trotz der Umwege im Südwesten können im Bauzeitraum zwischen München und Stuttgart rund 85 % der Sitzplätze angeboten werden. Das bedeutet weiterhin mindestens einen Stundentakt im Fernverkehr. In den Hauptverkehrszeiten morgens zwischen 5 und 8 Uhr und abends zwischen 17 und 20 Uhr wird es mindestens jeweils sechs Fahrten pro Richtung geben.

Das Angebot im Detail. Zwischen München und Stuttgart verkehren mindestens zweistündlich ICE-Züge auf der Verbindung Berlin – Frankfurt – Stuttgart – München. Wegen der Umleitung zwischen Mannheim und Stuttgart fahren die ICE-Züge in Richtung München rund 45 Minuten später in Stuttgart, Ulm und Augsburg ab als im gewohnten Fahrplan. In der Gegenrichtung fahren sie rund 45 Minuten früher in München, Augsburg, Ulm und Stuttgart ab, damit in Mannheim die gewohnten Anschlüsse auf die ICE-Züge in Richtung Frankfurt Flughafen und Köln erreicht werden. Die ICE-Züge halten anstelle der Intercity-Züge auch in Günzburg.

Darüber hinaus verkehren zwischen München und Stuttgart mindestens zweistündlich Intercity-Züge auf der Verbindung Karlsruhe – Stuttgart – München. Auch diese müssen zwischen Karlsruhe und Stuttgart umgeleitet werden und fahren daher in Richtung München rund 20 Minuten später in Stuttgart, Ulm und Augsburg ab als im gewohnten Fahrplan. In der Gegenrichtung fahren sie entsprechend früher ab. Ferner wird das Fernverkehrsangebot zwischen München und Stuttgart durch weitere Einzelzüge, insbesondere in den Hauptverkehrszeiten morgens und abends ergänzt.

Aufgrund der geänderten Zugumläufe des Fernverkehrs entfällt die mittägliche ICE-Verbindung zwischen Augsburg und Nürnberg. In dieser Zeitlage wird nun der „Allgäu-Franken-Expresses“ (AFX) von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft bestellt, dessen Vertrag im vergangenen Jahr ausgelaufen war.

Achtung: Aufgrund der aktuellen Pandemie-Situation kann es zu kurzfristigen Anpassungen des tatsächlichen Fahrplanangebots kommen. Quelle: Deutsche Bahn / DMM