Ski und Rodel gut am Flughafen von München

Beste Wintersportverhältnisse herrschen derzeit am Münchner Flughafen. Davon konnte sich auch Christian Langer überzeugen. Der Mitarbeiter der Verkehrsleitung am Flughafen München hat normalerweise den Zustand der Pisten, auf denen die Flugzeuge starten und landen, im Blick. Für das ungewöhnliche Fotomotiv ließ er sich ausnahmsweise zu einer Pistenkontrolle auf den Schneeberg schicken. Der eindrucksvolle weiße Hügel ist das Resultat der Einsätze des Winterdienstes, der die Rollwege am Airport rund um die Uhr von Schnee und Eis befreit. Mit den intensiven Schneefällen am vergangenen Wochenende war eine Schneedecke von insgesamt 25 cm entstanden.

Schneemassen ohne Ende am Münchner Flughafen am Wochenende 02-03. Februar 2019. Foto: FMG

Schneemassen ohne Ende am Münchner Flughafen am Wochenende 02-03. Februar 2019. Foto: FMG

Der vom Winterdienst von den Bahnen und Rollwegen abgeräumte Neuschnee landete auf den insgesamt fünf sogenannten Schneedeponien des Airports und türmt sich hier auf einer Höhe von etwa acht Metern. Der Winterdienst des Münchner Flughafens war mit seinen insgesamt 672 Mitarbeitern und 197 Spezialfahrzeugen in diesem Winter bereits an 54 Tagen im Einsatz. Auf dem Flughafen wird der Schnee nicht nur weggeräumt, sondern muss komplett auf die Schneedeponien abtransportiert werden, um die Flugzeuge und Abfertigungsteams nicht zu behindern. Dabei ist die zu bearbeitende Fläche gut 4 Mio. m2 groß – dies entspricht der Fläche des Wörthsees. Allein die 25 cm Neuschnee vom Wochenende (02. und 03. Februar 2019) ergeben dabei über 1,125 Mio. m3 abzutransportierenden Schnee – was mehreren Tausend Lkw-Ladungen entspricht.

Auch als Kostenfaktor erreicht der Schnee am Airport durchaus eine beachtliche Größe: Pro Einsatztag schlägt der Winterdienst mit durchschnittlich 190.000 Euro zu Buche.

Täglich starten und landen durchschnittlich rund 1.200 Flugzeuge mit bis zu 110.000 Passagieren am Flughafen München. Wenn Winterwetter auf dieses dicht gestaffelte System trifft, kann das erheblichen Einfluss auf die eng ineinander greifenden Prozesse haben. Ist zudem die Sicht eingeschränkt, müssen die Abstände zwischen den einzelnen Flugzeugen bei Starts und Landungen vergrößert werden. Dies alles führt dazu, dass sich Verzögerungen über den Tag aufbauen, die kurzfristige Flugausfälle zur Folge haben können.

Was macht der Winterdienst am Flughafen?

  • Flugbetriebsflächenräumung: Bei Schneefall muss der Winterdienst am Flughafen gewährleisten, dass insbesondere die Start- und Landebahnen frei von Schnee und Eis sind. Denn: Flugzeuge können nicht wie Autos bei verschneiten Straßen einfach langsamer starten oder landen. Darüber hinaus müssen Rollwege und Abfertigungsflächen auf dem Vorfeld ständig einsatzbereit sein.
  • Flugzeuge enteisen: Vor dem Start müssen außerdem die Flugzeuge intensiv von Schnee und Eis befreit werden.
  • Flüge priorisieren: Wenn sich schwierige Witterungsbedingungen in der Vorhersage rechtzeitig ankündigen, kann die Situation entspannt werden, indem Fluggesellschaften schon vorab Flüge priorisieren und Fluggäste frühzeitig umbuchen. Da das Wetter allerdings nie 100 %ig  vorhersehbar ist und sich schnell ändern kann, ist dies nicht immer möglich.

Trotz aller Anstrengungen, einen reibungslosen Flugbetrieb zu gewährleisten, können witterungsbedingte Einflüsse zu Beeinträchtigungen im Betriebsablauf und Verzögerungen im Luftverkehr führen. Quelle: FMG / DMM