Škoda Octavia Nr. 4 - Der nächste Renner

Schon die Anreise mit einer 111-jährigen Škoda-Straßenbahn der einstigen Straßenbahngesellschaft Elektrické podniky královského města Prahy zur Weltpremiere des brandneuen Octavia war ein Erlebnis. Im traumhaft schön restaurierten Triebwagen „rumpelten“ wir etliche Kilometer durch die nicht minder wunderschön hergerichtete Moldaumetropole zur tschechischen Nationalgallerie. Dort erwartete die 700 geladenen Gäste aus aller Herren Länder eine famose Show, in deren Mittelpunkt die vierte Generation des Kompakt- oder besser Mittelklassewagens Octavia stand.

Der neue Škoda Octavia wird mit Scherheit wieder ein Volltreffer. Fotos: G. Zielonka

Der neue Škoda Octavia wird mit Scherheit wieder ein Volltreffer. Fotos: G. Zielonka

Vor der Nationalgallerie in Prag: Der neue Škoda Octavia Combi.

Vor der Nationalgallerie in Prag: Der neue Škoda Octavia Combi.

Das Cockpit des neuen Škoda Octavia ist sehr viel moderner und vor allem digital.

Das Cockpit des neuen Škoda Octavia ist sehr viel moderner und vor allem digital.

Die Liomousine des Škoda Octavia spielt in Deutschland nur eine marginale Rolle. Aber auch sie sieht sehr gut aus.

Die Liomousine des Škoda Octavia spielt in Deutschland nur eine marginale Rolle. Aber auch sie sieht sehr gut aus.

Die alte Škoda Straßenbahn aus dem Jahr 1908 war ein erstes Highlight (vor) der Weltpremiere des neuen Octavia.

Die alte Škoda Straßenbahn aus dem Jahr 1908 war ein erstes Highlight (vor) der Weltpremiere des neuen Octavia.

Unser erster Eindruck: Der Octavia ist das Herz der Marke Škoda, eine Ikone und Volumenträger und er steht den Premium-Wettbewerbern, ob aus dem eigenen Konzern oder anderer Marken, in nichts nach. Passend zum 60. Firmengeburtstag präsentiert der tschechische Autohersteller die Neuauflage seines Bestsellers. Die vierte Generation ist in allen Dimensionen gewachsen und damit länger und breiter als ihr Vorgänger. Von daher kann von einem Kompaktmodell keine Rede mehr sein. Außerdem verfügt sie über einen nochmals größeren Kofferraum. Dank neuer Designsprache wirkt der Neuling noch emotionaler, das komplett neue Innenraumkonzept verbindet herausragende Funktionalität und einzigartige Platzverhältnisse mit hochwertigen Materialien sowie cleveren Detaillösungen. Darüber hinaus untermauern zahlreiche neue Konnektivitätslösungen und Assistenzsysteme die Innovationskraft der Marke in der Kompaktklasse. Und über alledem steht ein außergewöhnliches Preis-/Wert-Verhältnis und die gewohnt hohe Qualität der Volkswagentochter.

Vorstandsvorsitzender Bernhard Maier während der spektakulären und musikalisch vom Prager Philharmonic Orchestra untermalten Show: „Für Škoda hat der Octavia eine herausragende Bedeutung. Deshalb haben wir das Auto komplett neu entwickelt. Das Ergebnis: Er ist der beste Octavia aller Zeiten – noch geräumiger, praktischer und sicherer als je zuvor. Pünktlich zum 60. Geburtstag machen wir mit der neuen Generation einen großen Schritt nach vorne. In den vergangenen sechs Jahrzenten hat dieses Modell seinen Teil dazu beigetragen, dass sich Unternehmen und Marke so positiv entwickelt haben. Ich bin überzeugt: Die neue Generation wird ihren Teil dazu beitragen, dass diese positive Entwicklung weiter anhält.“

Marktstart wird der 28. März 2020. Ab diesem Tag werden Limousine und Combi in den drei Ausstattungslinien Active, Ambition und Style verfügbar sein. Im Laufe des kommenden Jahres werden sowohl die robuste Scout-Variante und der besonders sportliche RS das Angebot ergänzen.

Der Combi ist das Modell. In Deutschland spielt vor allem der Combi eine ganz große Rolle, er macht 85 % allein dieses Modells aus. 60.000 sollen 2020 verkauft werden, davon gute 65 % als Geschäftswagen an Unternehmen. Übrigens ist jeder dritte Škoda in Deutschland ein Octavia, dies trotz der SUV-Offensive. Übrigens wird es den Wagen mit vier Antriebsarten geben: Als Benziner und Diesel, als CNG-Fahrzeug und auch als Plug-in-Hybrid. Letzterer wird Ende 2020 erscheinen und soll eine rein elektrische Reichweite von ca. 75 km bringen. Es bleibt also spannend.
 
Im Januar 2019 feierte der Octavia den 60. Jahrestag seines Produktionsstarts: Anfang 1959 rollten die ersten Exemplare dieser legendären Modellreihe im Werk Mladá Boleslav vom Band. Mitte der 1990er-Jahre übernahmen die ersten Octavia der neuen Generation das Erbe des auch in Deutschland zum Star emporgeschossenen Kompaktmodells. Seit seinem Start hat das tschechische Automobilunternehmen mehr als 6,5 Mio. Einheiten produziert. In den vergangenen Jahren machte die dritte Generation des großen Kompaktklassemodells mit rund 400.000 Verkäufen weltweit rund ein Drittel des Gesamtabsatzes des Fabrikats aus. Aktuell ist der Octavia auf seinem Heimatmarkt, in Österreich, der Schweiz, Finnland, Ungarn, Polen, Serbien und Weißrussland das meistverkaufte Fahrzeug überhaupt. Bei diesen Erfolgszahlen spielt der Combi eine tragende Rolle: Knapp zwei Drittel aller verkauften Octavia entfallen auf diese Karosserieform. Dass der Wagen der meistverkaufte Kombi Europas und das beliebteste Importauto in Deutschland ist, kommt nicht von Ungefähr.

Ansprechendes Exterieurdesign. Auffallend sind die neue Frontschürze sowie die scharf gezeichneten neuen Scheinwerfer. Mit 4.689 mm ist die Kombiversion nun 22 mm länger als der Vorgänger, in der Breite legte sie um 15 mm auf 1.829 mm zu (Limousine + 19 mm auf jetzt 4.689 mm in der Länge. Der Radstand beträgt 2.686 mm. Die neu gestaltete, flach aufliegende Dachreling betont die langgestreckte Silhouette. Dass der Wagen zu den Fahrzeugen mit bester Aerodynamik der Welt zählt, beweist sein Luftwiderstandsbeiwert ab cw 0,24, beim Combi liegt der cw-Wert bei 0,26. Unterm Strich sollen dank der Windschlüpfrigkeit auch die CO2- und Verbrauchswerte sinken.

Dem Zeitgeist entsprechend nutzen die flacheren Frontscheinwerfer sowie die Heckleuchten moderne LED-Technik. In der Topausführung verfügt der Octavia über ein Voll-LED-Matrix-System. Es erzeugt einen Lichtkegel aus mehreren Segmenten, die individuell angesteuert werden. So kann man immer mit Fernlicht fahren, ohne dabei andere Verkehrsteilnehmer zu blenden. Über die Kamera an der Frontscheibe erkennt die intelligente Technologie entgegenkommenden und vorausfahrenden Verkehr sowie reflektierende Personen und Objekte. Außerdem begrüßen sie den Fahrer mit einer animierten Coming/Leaving Home-Funktion. In diese Animation sind auch die Voll-LED-Heckleuchten eingebunden, die über dynamische Blinker verfügen.

Attraktiver Innenraum. Noch großzügiger als bisher fallen die Platzverhältnisse aus. Erstmals verfügbar sind besonders rückenfreundliche Ergositze, die neben der Sitzheizung auf Wunsch auch eine Massagefunktion sowie eine kühlende Belüftung bieten. Derlei ist besonders für Vielfahrer vorteilhaft. Wer’s braucht, kann gegen Aufpreis eine 3-Zonen-Klimaanlage Climatronic bestellen, muss aber nicht sein.

Die Fondpassagiere genießen mit jetzt 78 mm einen noch üppigeren Knieraum als bisher. Das Volumen des größten Kofferraums der Fahrzeugklasse ist beim COMBI auf 640 Liter und bei der Limousine auf 600 Liter angewachsen. Das neue Lenkrad kommt jetzt mit zwei Speichen aus und trägt eine Chromleiste. In der Multifunktionsvariante lassen sich über Tasten und neue Rändelrädchen im Chromdesign insgesamt 14 verschiedene Funktionen ausführen. Bei Ausstattung mit dem schlüssellosen Fahrzeugzugang KESSY lässt sich der neue OCTAVIA an allen vier Türen öffnen.

Neugestaltet wurden Mittelkonsole, Türverkleidungen und Instrumententafel. Letztere ist modular in verschiedenen Ebenen aufgebaut und unterhalb des großen und freistehenden zentralen Multifunktionsdisplays.

Head-up-Display und Virtual Cockpit. Das Head-up-Display projiziert wichtige Informationen wie Tempo oder  Navigationshinweise direkt auf die Windschutzscheibe ins unmittelbare Sichtfeld des Fahrers. Die Infotainmentsysteme bieten leider gegen Aufpreis Streaming-Dienste für Radio und TV sowie eine komplett drahtlose Smartphone-Einbindung über die Wireless SmartLink+-Technologie. Mediengeräte oder USB-Sticks lassen sich auch direkt über die zwei vorderen der bis zu fünf USB-C-Ports mit dem Infotainmentsystem verbinden. Ebenfalls aufpreispflichtig ist die 230V-Steckdose im Fond.

Der Bildschirm der neuesten Generation des digitalen und individuell konfigurierbaren Instrumentendisplays hat eine Diagonale von 10“. Die Bedienung ist jetzt nutzerfreundlicher. Man kann jetzt aus vier verschiedenen Grund-Layouts – Basic, Classic, Navigation und Fahrerassistenzsysteme – wählen und über die Bedientasten des Multifunktionslenkrads seine gewünschten Inhalte festlegen. Neu ist die Option, mit der die Navigationskarten im Virtual Cockpit und im bis zu 10 Zoll großen zentralen Display in zwei unterschiedlichen Zoom-Auflösungen angezeigt werden können. Über eine integrierte untere Leiste im Display des Infotainmentsystems lässt sich die Klimaanlage bedienen. Über einen neuen Touch-Schieberegler (Touchslider) unterhalb des Displays des Infotainmentsystems lässt sich die Lautstärke mit einem Finger bedienen sowie die Navigationskarte mit zwei Fingern heranzoomen bzw. herauszoomen.

DSG mit Shift-by-Wire-Technologie. Als erster Škoda nutzt der Octavia für die Bedienung des Direktschaltgetriebes (DSG) Shift-by-Wire-Technologie. Dabei wird die Fahrstufenauswahl des Fahrers nicht mechanisch, sondern elektronisch an das Getriebe übertragen. Statt des bekannten DSG-Wählhebels befindet sich daher in der Mittelkonsole ein neues Bedienmodul mit einer kleinen Wippe für die Auswahl der Fahrstufen R (Rückwärts), N (Neutral) und D/S (Fahren/Sport) sowie darüber einer Taste für den Parkmodus P. Dass an Bord die bekannten Sicherheits- und Assistenzsysteme sind, bedarf bei diesem Modell kaum noch der Erwähnung.

Premiere für Mild-Hybridtechnologie. Der Octavia des Jahrgangs 2020 verfügt über herkömmliche  TDI- und TSI-Motoren mit hoher Effizienz. Ergänzt werden die Diesel- und Benzinmotoren durch einen besonders umweltfreundlichen Erdgasantrieb (CNG), durch Plug-in-Hybridvarianten und durch Motoren mit Mild-Hybridtechnologie. Beim Dreizylinder 1,0 TSI mit 81 kW (110 PS) und dem Vierzylinder 1,5 TSI mit 110 kW (150 PS) kommen bei der Ausrüstung mit dem 7-Gang-DSG ein 48-V-Riemen-Startergenerator und eine 48-V-Lithium-Ionen-Batterie zum Einsatz. Damit ist es möglich, mit komplett abgeschaltetem Verbrennungsmotor zu „segeln“, beim Bremsen Energie zurückzugewinnen und den Motor mit einem elektrischen Boost zu unterstützen. Gleichzeitig startet der Motor geräusch- und schwingungsärmer.

Der Octavia mit Plug-in-Hybridantrieb bietet die Kombination aus einem 1,4 TSI-Benzinmotor und Elektromotor – und das sogar in zwei Leistungsstufen. Zusätzlich zur Variante mit einer Systemleistung von 150 kW (204 PS) ist noch eine Version mit 180 kW (245 PS) geplant. Beide Versionen werden mit einem 6-Gang-DSG ausgerüstet sein. Quelle: Škoda / DMM