Spanien will Inlandsflüge weitgehend verbieten

Die Regierung von Spanien will die Anzahl von Inlandsflügen reduzieren, die weniger als 2,5 Stunden dauern und dabei über eine Alternativverbindung der Bahn verfügen. Ausnahme sollen Flüge zu Hubs sein, welche Anschluss an internationale Verbindungen haben, also etwa Madrid oder Barcelona. Madrid will dem Beispiel Frankreichs folgen, was dort freilich nicht so richtig funktioniert.

In Spanien sind die meisten Metropolen ans 4.000 km lange Hochgeschwindigkeitsnetz angeschlossen. Meist ist der Zug auch schneller als das Flugzeug und x-fach umweltfreundlicher sowieso. Daher will der Regierung Inlandsflüge weitgehend reduzieren. Foto: Jacob Ruiz

Die Regierungspartei PSOE und die Linkspartei Sumar hätten diese Vereinbarung Mitte der Woche (21.2.) in der Kommission des Abgeordnetenhauses für den ökologischen Übergang getroffen. Gesetzlichen Charakter hat die Initiative bislang allerdings (noch) nicht.
Die spanischen Highspeed-Züge von AVE verkehren auf einem Streckennetz von fast 4.000 km und bedienen somit das längste Hochgeschwindigkeitsnetz in Europa und das zweitlängste der Welt nach China. Mit Geschwindigkeiten von bis zu 310 km/h bieten die Züge in diesem umfangreichen Netzwerk schnelle Verbindungen zwischen den Städten in Spanien.

Die meisten Metropolen auf der Iberischen Halbinsel sind inzwischen an das Schnellfahrnetz angeschlossen und sind gut miteinander verknüpft. Oft sind sie untereinander schneller mit dem Zug erreichbar als mit dem Flugzeug. 

Die AVE-Züge der spanischen Bahn RENFE bieten i.d.R. einen wesentlich höheren Komfort als die Airlines dies auf innerspanischen oder europäischen Verbindungen leisten, vergleichbar den deutschen ICE, teils sogar höher. Nahezu alle Sitzplätze sind drehbar und werden vor der Fahrt in Fahrtrichtung gedreht. Daher stehen die Züge im Abgangsbahnhof häufig schon lange vor der Abfahrt am Bahnsteig. Die Bahnsteige sind abgesperrt und nur Fahrgästen mit gültiger Fahrkarte zugänglich, es werden Gepäckkontrollen durchgeführt wie bei der Luftfahrt. In neueren Bahnhöfen gibt es eine zentrale Sicherheitskontrolle für alle Fernbahnsteige, in älteren Bahnhöfen sind sie teilweise dezentral auf jedem Gleiszugang vorhanden. Auf den Ausgangsbahnhöfen wird das Einsteigen in der Regel 30 Minuten vor Abfahrt freigegeben. Vor Betreten des Bahnsteigs wird die Fahrkarte kontrolliert, im Zug finden im Normalfall keine Kontrollen mehr statt. Um eine pünktliche Abfahrt zu gewährleisten, schließen die Bahnsteigzugänge bereits zwei Minuten vor Abfahrt. 

Je nach Strecke bieten die supermodernen Züge zwei oder drei Wagenklassen an. In allen Klassen gibt es Internet und Steckdosen an den Sitzen, über Deckenbildschirme werden Filme oder TV-Sendungen, sowie Informationen über die Fahrstrecke angezeigt. In den Fernzügen gibt es einen Cafeteriawagen mit Speisen und Getränken zum Verkauf. In der Klasse Preferente sind die Speisen und Getränke am Platz je nach Tageszeit im Fahrpreis enthalten.

Die Oppositionsparteien PP und Vox haben sich bereits gegen diese Initiative der Regierung gewandt, weil sie einen Verlust der Wettbewerbsfähigkeit Spaniens als Reiseland befürchten. Quelle: El Pais / DMM