Stimmung verdüstert sich

Die Stimmung in den deutschen Unternehmen hat sich massiv verschlechtert. Der teilweise Stillstand hat dafür gesorgt, dass der vorläufige ifo Geschäftsklimaindex im März (01. Bis 19. März) auf 87,7 Punkte eingebrochen ist, nach 96,0 Punkten im Februar. Dies ist der stärkste Rückgang seit 1991 und der niedrigste Wert seit August 2009. Die Lufthansa glaubt nicht an eine grundlegende Erholung.

Insbesondere die Erwartungen der Unternehmen für die kommenden Monate verfinsterten sich wie nie zuvor. Auch die Einschätzungen zur aktuellen Lage sind deutlich gefallen. Die deutsche Wirtschaft stürzt in die Rezession. In die vorläufige Auswertung gingen etwa 90 % der üblichen Zahl der Antworten ein. Der Befragungszeitraum lag zwischen dem 02. und 18. März. "Die Kosten werden voraussichtlich alles übersteigen, was aus Wirtschaftskrisen oder Naturkatastrophen der letzten Jahrzehnte in Deutschland bekannt ist", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Der ifo-Chef fürchtet ein Schrumpfen der Wirtschaft um mehr als 20 Prozentpunkte. Das kann Kosten von bis zu 729 Mrd. Euro ausmachen. Außerdem wird die Krise vermutlich viele Jobs kosten. 

Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Geschäftsklimaindex auf den niedrigsten Stand seit August 2009 gefallen. Einen stärkeren Rückgang gab es im vereinigten Deutschland noch nie. Der Rückgang der Erwartungen ist mit Blick auf 70 Jahre Umfragen in der Industrie historisch einmalig. Der Indikator der aktuellen Lage sank weniger stark. In allen Industriezweigen ist der Geschäftsklimaindex gefallen, teilweise recht deutlich. Viele Unternehmen haben Produktionskürzungen angekündigt und ihre Exportpläne gekappt.

Im Dienstleistungssektor ist der Geschäftsklimaindikator so stark gefallen wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnung im Jahr 2005. Dies gilt sowohl für die Einschätzung der Geschäftslage als auch für die Erwartungen.

Im Handel ist der Geschäftsklimaindikator eingebrochen. Die Erwartungen stürzten auf den niedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung. Auch die aktuelle Lage schätzten die Unternehmen merklich weniger gut ein. Groß-und Einzelhandel sind gleichermaßen stark negativ getroffen. Im Bauhauptgewerbe ist der Index vergleichsweise moderat gesunken. Die aktuelle Lage wird gegenwärtig noch sehr gut eingeschätzt. Der Ausblick hat sich jedoch deutlich verschlechtert.

Das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte geht davon aus, dass vor allem der Geschäftsreisesektor schrumpfen wird. Federn lassen werden auch der Fernreisesektor und die Kreuzfahrtbranche. Lufthansa-Chef Carsten Spohr fürchtet, dass gerade die zahlungskräftige Klientel, die Business Traveller, nach der Krise abnehmen wird. Firmenkunden sind es, die in aller Regel die Premiumklassen füllen und so dafür sorgen, dass die Airlines halbwegs profitabel operieren können. An eine Rückkehr zum „Normalzustand vor der Krise“ glaubt der LH-CEO nicht mehr. Quelle: ifo-Institut / Lufthansa / DMM