Stinkendes Abwasser aus defekter Bodtoilette strömte durch Kabine einer United B777

Es war ein äußerst unangenehmes Flugerlebnis, dem gut 300 Passagiere am Karfreitag auf dem Weg von Frankfurt nach San Francisco ausgesetzt waren. UA 59 der United Airlines musste über der Nordsee kurz vor Schottland erst Warteschleifen drehen und dann nach Deutschland umkehren, nachdem eine der Bord-Toiletten der eingesetzten B 777-300 kurz nach dem Start überzulaufen begann. Übel riechendes Rohrabwasser lief in die Kabine. Passagiere berichteten über einen widerlichen Geruch, der die gesamte Kabine durchdrang.

Einer der Passagiere des United-Fluges UA 59 sagte am Freitag, dass die Flugbegleiter sie bereits vor dem Start gewarnt hätten, dass zwei der zehn Toiletten an Bord der Boeing 777-300 für den gesamten elfstündigen Flug nach Kalifornien außer Betrieb sein würden, zumal es ein  Wartungsproblem gegeben haben soll.

Als die sechs Jahre alte Großraummaschine längst am Frankfurter Airport abgehoben hatte und in der Luft war, eskalierte die Situation, da eine der beiden außer Betrieb befindlichen Toiletten ohne menschliches Zutun überzulaufen  begannen, während das Flugzeug noch auf die Reiseflughöhe für die Transatlantiküberquerung aufstieg.

Als das stinkende Rohabwasser aus den beiden Bord-WCs in die Kabine zu strömen begann, flogen die Piloten zunächst Warteschleifen über der Nordsee kurz vor der britischen Insel in Richtung der niederländischen Küste. Nach mehreren Runden, während die Kabinenbesatzung versuchte, die stinkende Situation zu „beheben“, beschlossen die Piloten, nach Frankfurt zurückzukehren. Dort warteten bei der Landung bereits Löschfahrzeuge – vermutlich als Vorsichtsmaßnahme, da das Flugzeug noch „schwer“ mit Treibstoff beladen war.

Am Boden musste United den Flug stornieren und die Passagiere für die Nacht in einem Hotel unterbringen, bevor sie am Samstag, 30. März mittels eines Ersatzflugs in die USA geflogen wurden. 

In einer Erklärung bestätigte ein Sprecher von United den Zwischenfall. Erst im Januar waren  Flugbegleiter auf einem 16-stündigen Flug einer B 777-300 von American Airlines von Delhi nach New York JFK gezwungen, Decken zu verwenden, um „Abwasser“ aufzuwischen, das aus den Toiletten in die Gänge einer voll besetzten Boeing 777-300 austrat. Bei diesem Vorfall berichteten Passagiere, dass etwa sechs Stunden nach Beginn des Flugs vier der Bordtoiletten überliefen und die übel riechende Brühe in die Kabine strömte. Damals entschieden sich die Piloten jedoch, weiter nach New York zu fliegen. Ein Fluggast auf dem Flug beschrieb die Situation als „entsetzlich“ und „traumatisch“, aber American Airlines beschrieb die Situation lediglich als „kleines Leck“.

United Airlines hat in den letzten Wochen wegen einer Reihe von Wartungsproblemen bei seinen Flugzeugen, insbesondere bei seiner Boeing-Flotte, für Schlagzeilen gesorgt (DMM berichtete).

Vorstandsvorsitzender Scott Kirby entschuldigte sich kürzlich in einem Schreiben an die Passagiere für die Probleme und versprach eine Überprüfung der Wartungsverfahren. Die Federal Aviation Administration hat ihre Aufsicht über United im Zuge der jüngsten Pannen intensiviert. Quelle: X / United / FAA / DMM