Streichkonzert bei den Autobauern

Der SUV-Boom, die Fusion von PSA und Opel, auch die von PSA und FCA, die Unlust auf Familienvans und Limousinen und damit einher gehende miese Verkaufszahlen sowie viele andere Gründe sorgen dafür, dass die Hersteller von Alfa bis Volvo zahlreiche Modelle aus ihrem Portfolio streichen.

Im zurück liegenden Jahrzehnt besetzten vor allem die deutschen Autobauer beinahe jede Nische mit Fahrzeugen, von denen sie glaubten, damit Erfolg haben zu können. Was für ein Irrglaube. Die meisten Nischenfahrzeuge floppten. Krasse Beispele sind die 2er Vans von BMW oder der Mwercedes Pick-Up, den kein Mensch haben wollte. Letztlich abersind die Flotten nahezu aller Hersteller viel zu stark aufgebläht. Die Hersteller brauchen ihr Geld nicht für weitereb unsinnige Entwicklungen in eine veraltete Verbrenner-Technologie, sondern für moderne alternative Antriebe der Zukunft. Vor diesem Hintergrund wird es in den kommenden Jahren zu weiteren Aderlassen bei den Modellvarianten kommen. 2020 entfallen schon mal:

Alfa Romeo: Bei der Sportmarke des FCA-Konzerns ist der Mito, seit 2008 parallel zum Fiat Grande Punto produziert, schon seit Längerem nicht mehr bestellbar.

Audi: Ein Drittel der Motor-Getriebe-Kombinationen ist bereits gestrichen. Zwei legendäre Audi-Modelle sind hingegen komplett entfallen: Mit dem TT gibt es keinen sportlichen kleinen Zweisitzer mehr bei Audi, der Supersportwagen R8 wird ebenfalls nicht mehr gebaut.

BMW: Eine ganze Reihe Modelle sollen entfallen: der 3er GT, 2er Gran Tourer, 2er Cabrio, 6er GT, 7er normaler Radstand. Auch der aktuelle BMW Z4 ist wegen zu geringer Verkaufszahlen dem Tode geweiht. 8er Coupé und Cabrio. Ob X1 und X2 unabhängig nebeneinander weiterhin bestehen, steht in den Sternen, denn der X2 kommt optisch zwar gut an; doch er ist zu teuer, außerdem ist kein Platz für einen Plug-in-Antrieb möglich.

Citroën: Die Ära des C4 Cactus neigt sich dem Ende zu. Der Nachfolger des exotischen Crossovers soll 2021 als normaler Kompaktwagen erscheinen.

Daimler: Der Mercedes SLK, seit 2016 SLC, wird ebenfalls nicht mehr gebaut – nach drei Baureihen mit zusammen mehr als einer Dreiviertelmillion Exemplaren macht der Daimler-Konzern Schluss. Auch das S-Klasse Cabrio entfällt.

FCA: Ob der Fiat 500, seit 13 Jahren auf dem Markt, einen Nachfolger erhält, ist noch offen – Fiat hatte kürzlich durchblicken lassen, dass die Produktion bald enden soll.

Ford: Der C-Max und die Langversion Grand C-Max sind Geschichte. Auch der Riesen-Van Galaxy und der sportliche S-Max werden im Laufe des Jahres 2020 nicht mehr angeboten. Und weil auch Limos nicht mehr so gefragt sind, wird sogar der Ford Mondeo gestrichen! Der Ford Ka+, seit 2013 das kleinste Modell von Ford, soll ebenfalls auslaufen. 

Jaguar: Die Oberklasse-Limousine XJ war bereits im Juli 2019 ausgelistet qworden. Das Ende einer 50-jährigen Tradition – aber offenbar wird sie nach kurzer Pause fortgesetzt: Eine elektrische Oberklasse soll in Vorbereitung sein.

Kia: Die Mittelklasse-Limousine Optima wird in Europa nicht mehr angeboten.

Opel: Die Rüsselsheimer schrumpen ihre Flotte drastisch. Die Kleinwagen Adam und Karl fallen weg, ebenso das Cabriolet Cascada. Der schicke Dreitürer mit Textildach fällt nach sechs Fertigungs-Jahren einem weiteren Trend zum Opfer: dem Cabrio-Sterben.

Volkswagen: Aus für den Golf Sportsvan den höher gelegten Minivan auf Golf-Basis wohl nicht mehr. Die Ära des VW Käfer-Retrocars findet ihr Ende: Volkswagen wird den ungeliebten Beetle nicht mehr bauen.

Volvo: Der Kompaktwagen V40 ist bereits ausgelaufen. Es wird künftig keinen Volvo mit Schrägheck mehr geben. Als Nachfolger des V40 ist ein SUV unterhalb des XC40 auf der neuen CMA-Plattform in Arbeit. Quelle: Hersteller / DMM