Streik am Frankfurter Airport

Nun also der Frankfurter Flughafen. Geschäftsreisende bzw. Firmenkunden sollten rasch umplanen; denn für den Dienstag, 15. Januar 2019, hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die Beschäftigten der Flughafensicherheit an Deutschlands größtem Airport zu Warnstreiks aufgerufen, da die Arbeitgeber noch immer kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt haben. Die Streiks werden in der Zeit von 2 Uhr früh bis 20 Uhr durchgeführt. Gerüchteweise soll anschließend auch München bestreikt werden.

Wie schon bei den vorangegangenen Warnstreiks ist auch im Fall Fraport mit starken Einschränkungen im Luftverkehr zu rechnen. Es ist außerdem nicht auszuschließen, dass weitere Flughäfen in den Warnstreik einbezogen werden.
„Der erneute Streikaufruf ist notwendig geworden, weil der Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) weder auf das starke Signal der Beschäftigten durch die Warnstreiks in Berlin-Tegel und Schönefeld am vergangen Montag noch auf die Warnstreiks in Düsseldorf, Köln-Bonn und Stuttgart am vergangenen Donnerstag mit einem verhandlungsfähigen Angebot reagiert hat“, betont ver.di-Verhandlungsführer Benjamin Roscher.

Die Arbeitgeber hätten nach den eindrucksvollen Warnstreiks der Beschäftigten die Möglichkeit gehabt, ein verbessertes Angebot vorzulegen, dazu aber keine Bereitschaft signalisiert. Die hohe Streikbereitschaft der Beschäftigten würde unterstreichen, dass sie bereit seien, für ihre Forderungen einzutreten. „Die Beschäftigten haben mehr Wertschätzung und eine deutlich bessere Entlohnung für ihre verantwortungsvolle und schwierige Tätigkeit verdient“, so Roscher weiter. Sollte es weiterhin kein verbessertes Angebot geben, seien auch weitere Streiks nicht auszuschließen

Die Streiks stehen im Zusammenhang mit bislang vier erfolglosen bundesweiten Tarifverhandlungen zwischen dem BDLS und ver.di. Die Arbeitgeber hatten in der letzten Verhandlungsrunde am 20./21. Dezember 2018 ihr Angebot für eine Entgelterhöhung lediglich von 1,8 auf 2,0 % pro Jahr bei einer zweijährigen Vertragslaufzeit erhöht. Die Lohnanpassung für ostdeutsche Bundesländer soll erst nach fünf Jahren beendet sein. Die Gewerkschaft fordert eine Erhöhung des Stundenlohns im Bereich der Passagier-, Fracht-, Personal- und Warenkontrolle auf 20 Euro brutto. Das bislang vorliegende Angebot der Arbeitgeber beläuft sich auf eine Erhöhung von rund 40 Cent. Auf dieser Grundlage sei ein Tarifkompromiss nicht möglich, betont der ver.di-Verhandlungsführer. Die Verhandlungen werden am 23. Januar 2019 in Berlin fortgesetzt.

Fraport meldet: Die Sicherheitskontrollen außerhalb des Transitbereichs werden am 15. Januar nicht besetzt sein. Fluggäste, die ab Frankfurt reisen, werden so während der gesamten Streikdauer keine Möglichkeit haben, ihren Flug zu erreichen. Fraport bittet alle Passagiere, die während der Streikdauer von Frankfurt aus fliegen möchten, von einer Anreise zum Flughafen abzusehen und sich für weitere Informationen frühzeitig an die jeweilige Airline oder ihren Reiseanbieter zu wenden. Ab 20 Uhr wird der Flugbetrieb auch für Zusteiger in Frankfurt wieder anlaufen, es ist aber auch danach mit Beeinträchtigungen und Verzögerungen zu rechnen.
Der Flughafenbetreiber geht davon aus, dass die Umsteigeprozesse im Transferbereich während der Streikdauer weitgehend stattfinden können. Allerdings wird es auch hier zu Beeinträchtigungen und Verzögerungen kommen.

„Angesichts der weiterhin laufenden Verhandlungen haben wir kein Verständnis für einen derart umfassenden Streik, der massive Auswirkungen auf Zehntausende Fluggäste haben wird. Wir appellieren an die Tarifpartner, gemeinsam eine einvernehmliche Lösung zu finden“, so ein Sprecher des Flughafenbetreibers. „Unser Servicepersonal und das der Airlines wird im Einsatz sein, um die Auswirkungen für die Reisenden in Grenzen zu halten. Wir bitten alle Betroffenen um Verständnis.“

Da die Kontrollstellen nach dem Luftsicherheitsgesetz nur von speziell ausgebildetem Personal betrieben werden dürfen, kann der Flughafenbetreiber auch kein anderes Personal zur Verstärkung an den Kontrollstellen einsetzen. Quelle: ver.di / Fraport / DMM