Streit um das Radisson Blu in Rostock

Um Rostocks größtes Hotel in der City gibt es mächtig Ärger. Nachdem Eigentümer Friedemann Kunz den Vertrag mit Radisson gekündigt hat, um das Haus umzubenennen, wehrt sich der globale chinesische Hotelkonzern. Unterdessen hat Scanhaus-Chef Kunz das Vier-Sterne-Plus-Haus am KTC in „Scanhotel“ umgetauft. Auch der Neubau Am Strand (Silohalbinsel) soll so heißen.

Der Besitzer des Rostocker Radisson Bau setzt den chinesischen Hotelkonzern vor die Tür und will das Haus selbst betreiben. Foto: X

Friedemann Kunz, Gründer des Fertighausanbieters Scan Haus Marlow, ist in Rostock eine geschätzte und millionenschwere Unternehmerpersönlichkeit. Inzwischen hat er das Fertighausgeschäft, seine Hotelbeteiligungen, Immobilien und die Marlower Brauerei in der Friedemann Kunz Familienstiftung zusammengeführt. Und legt sich mit dem chinesischen Hotelkonzern Radisson an. 
Kunz will das größte Hotel der Stadt (251 Zimmer) und auch das fast fertiggestellte Hotel auf der Silohalbinsel, die der Familienstiftung gehören, besser ohne Radisson in die Zukunft führen. Das Problem: beide Parteien sind über Managementverträge aneinander gebunden. Die Radisson Hotel Group ist seit sechseinhalb Jahren in Händen eines Konsortiums aus dem chinesischen Tourismus- und Hotelkonzern Jin Jiang International und der Private-Equity-Gesellschaft SINO-CEEF.  

Die FH Rostocker Hotelbetriebs GmbH, eine Tochter der Familienstiftung, habe Radisson eine partnerschaftliche Übergabe angeboten, diese sei jedoch abgelehnt worden, heißt es seitens des Eigentümers. Stattdessen seien am 10. Juli ohne Vorankündigung zentrale Systeme durch Radisson abgeschaltet worden. 

Nach der Kündigung der Verträge hat Friedemann kurzerhand das Radisson-Logo demontieren lassen. Und schon ab 16. Juli 2025 sollen das Hotel und der fast fertige Neubau unter der neuen Marke "Scanhotels" firmieren. Radisson will das so nicht hinnehmen und  betrachtet die einseitige Kündigung der Managementverträge als unwirksam", so Konzernsprecher Simon Riegler-Kern. Uidem glaubt das weltweit agierende Hotelunternehmen, dass das bestehende Hotel und das geplante neue Haus am Stadthafen unter der Marke Radisson geführt werden. So oder so: Radisson will alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um den Standort Rostock zu behalten.  
Hansjörg Kunze zufolge, Sprecher der Friedemann-Kunz-Familienstiftung, soll der Hotelbetrieb ab sofort eigenständig fortgeführt werden. Die FH Rostocker Hotelbetriebs GmbH, eine Tochter der Familienstiftung, sei wie bisher Betreiberin des Hauses, Arbeitgeberin für die Mitarbeitenden und trage die volle kaufmännische Verantwortung. 

Aktuell ist das Hotel nicht mehr über die Radisson-Webseite buchbar. Alle bestehenden Buchungen und das Leistungsangebot sollen erhalten bleiben. Quelle: Ostseezeitung / DMM