Studie zeigt Corona-Infektionsrisiko in Flugzeugen

Das College of Medicine der Soonchunhyang University in Seoul hat untersucht, wie viele Menschen sich in einem Flugzeug mit dem Coronavirus infizieren können. Die exemplarische Erhebung wurde auf einem Flug von Mailand nach Seoul am 31. März 2020 mit 310 Passagieren unter strengen Infektionskontrollverfahren durchgeführt.

Laut Wissenschaftlern ist das enge Nebeneinandersitzen eines der Hauptrisiken beim Fliegen. Foto: Korean Air

Laut Wissenschaftlern ist das enge Nebeneinandersitzen eines der Hauptrisiken beim Fliegen. Foto: Korean Air

Der Flug bzw. die Passagiere wurden durch acht MedizinerInnen des Korea Centers for Disease Control and Prevention (KCDC) beruhend auf den Vorgaben der World Health Organization (WHO) überwacht.

Bei den Reisenden wurden vor dem Boarding und außerhalb des Terminals durch medizinisches Personal der KCDC körperliche Untersuchungen, medizinische Interviews und Körpertemperaturkontrollen durchgeführt. Alle trugen FFP2-Mund-Nase-Schutzmasken und sie mussten voneinander einen Zweimeter-Abstand halten. Elf symptomatische Passagiere wurden aus dem Flug entfernt. Für den Flug selbst wurden FFP2-Atemschutzmasken verteilt und auf Sicherheitsabstand geachtet. Während des elfstündigen Flugs durften die Fluggäste ihre Masken nur während der Mahlzeiten und eines Toilettengangs abnehmen.

Direkt nach der Landung wurden an den 299 Fluggästen (davon 44 % männlich, Durchschnittsalter 30 Jahre) erneut Tests vorgenommen und alle Personen, auch die zehn Besatzungsmitglieder und acht KCDC-Angehörigen, gingen in eine 14-tägige Quarantäne der Regierung. Dort waren sie absolut getrennt voneinander. Zweimal täglich wurden alle 299 von Medizinern auf SARS-CoV-2-Symptome und erhöhte Temperatur untersucht, auch am letzten Tag, dem 15. April 2020. Ergebnis: Sechs Personen wurden am ersten Quarantäne-Tag positiv auf das Virus getestet, eine 28-jährige Frau am letzten Tag. Die Italienerin saß drei Reihen von einem asymptomatischen Patienten entfernt. Sie hatte u.a. das Bord-WC besucht, wie andere Mitreisende auch. Für ihre Anreise zum Flughafen in Mailand hatte sie keine öffentlichen Verkehrsmittel genutzt, auch war sie in Mailand noch Covid-frei. Sie muss sie sich während des Flugs infiziert haben.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass eines der Hauptrisiken beim Fliegen, sich mit Covid-19 zu infizieren, das enge Nebeneinandersitzen ist. Anstecken kann man sich auch beim Boarding und Verlassen des Flugzeugs sowie beim Berühren von Oberflächen, die andere, möglicherweise infizierte Mitreisende ebenfalls angefasst haben. Sie raten deshalb zum ununterbrochenen Tragen der Schutzmasken, zu einer ständigen Handhygiene, zum Abstand halten während des Boardings und beim Verlassen der Kabine.    

Die Studie (https://wwwnc.cdc.gov/eid/article/26/11/20-3353_article) unter Leitung von Dr. Sung Hwan Bae von der Soonchunhyang University College of Medicine, Seoul, South Korea wurde unterstützt durch KollegInnen des Soonchunhyang University Seoul Hospital, Seoul (S.H. Bae), der Harvard Business School (Boston, USA), dem Korea University College of Medicine, Seoul (H.-Y. Koo) u.a.m.. Quelle: Soonchunhyang University College of Medicine / DMM