Stundentakt zwischen Zwiesel und Grafenau

Ab Dezember 2022 werden die Regionalzüge auf der Bahnstrecke Zwiesel – Grafenau (RB 36) täglich im Stundentakt fahren, statt wie bisher alle zwei Stunden. Auch die Betriebszeiten verlängern sich deutlich: Montags bis freitags verkehrt der erste Zug ab Grafenau bereits gegen 06:30 Uhr und damit rund 90 Minuten früher als bislang. Die letzten Züge des Tages fahren künftig erst nach 21 Uhr ab, mehrere Stunden später als heute.

Diese deutliche Aufstockung der Verkehrsleistung beschloss der Aufsichtsrat der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG). Die Mehrleistungen in Höhe von rund 170.000 Zugkilometer pro Jahr hat die BEG nun bei der Länderbahn bestellt, die den Verkehr wie bisher unter dem Markennamen Waldbahn erbringt. Zum Einsatz kommen herkömmliche Dieseltriebzüge der Baureihe 650.

Die BEG will das Angebot auf der Strecke bereits seit vielen Jahren verbessern. Doch dies scheiterte bislang an der Schieneninfrastruktur, für die der Bund die Verantwortung trägt. Beispielsweise gibt es auf der 31,5 km langen eingleisigen Strecke bislang keine Begegnungsmöglichkeit, an der entgegenkommende Züge einander ausweichen können. Früher gab es mehrere Ausweichmöglichkeiten, die aber im Zuge des Sparwahnsinns von Bahnmanagern zurückgebaut worden waren. Seit 2011 (!) gibt es Überlegungen des Freistaats für Ausbaumaßahmen, um den Stundentakt zu ermöglichen. Dafür ist neben dem Bau eines Begegnungsbahnhofs in Spiegelau auch eine Anhebung der Streckenhöchstgeschwindigkeit auf bis zu 80 km/h notwendig. Insgesamt 19 Bahnübergänge müssen deshalb angepasst werden. Der Bahnhof Spiegelau wird im Zuge des Umbaus vollständig barrierefrei ausgebaut. Auch aktuell wird wieder gebaut, die Strecke ist deshalb noch bis zum 22. Oktober gesperrt. DB Netz, die Eigentümerin der Infrastruktur, hat angekündigt, den für den Stundentakt relevanten Ausbau bis Dezember 2022 abzuschließen. In den Infrastrukturausbau investieren die DB Netz AG und die DB Station&Service AG mehr als 30 Mio. Euro.

„Das sind sehr gute Nachrichten für die Fahrgäste in der Region“, betont Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer. „Wir nutzen den Abschluss des Ausbauprojekts, um das Fahrplanangebot zwischen Zwiesel und Grafenau deutlich zu verbessern.“ Bärbel Fuchs, Geschäftsführerin der BEG, ergänzt: „Davon profitieren nicht allein die Einheimischen, sondern auch die vielen Touristen, die das Highlight der Region besuchen: den Nationalpark Bayerischer Wald.“ Durch den neuen Fahrplan verbessern sich auch die Anschlussverbindungen in Zwiesel. Dort werden ab Dezember 2022 auch von und nach Grafenau stündliche Anschlüsse in alle Richtungen bestehen. Quelle: BEG / DMM