SWISS-Chef Klühr hat gekündigt

Thomas Klühr (58) wird Swiss International Air Lines nach rund fünf Jahren und über drei Jahrzehnten in der Lufthansa Group zum Jahresende 2020 verlassen. Gleichzeitig wird er auch sein Amt als Präsident des Verwaltungsrats von Edelweiss Air niederlegen.

SWISS-CEO Thomas Klühr legt seinen Job nieder. Foto: SWISS

SWISS-CEO Thomas Klühr legt seinen Job nieder. Foto: SWISS

Thomas Klühr war seit 01. Februar 2016 CEO von Swiss und hat in dieser Zeit die umfangreichste Flottenmodernisierung des Unternehmens vorangetrieben. Reto Francioni, Präsident des Verwaltungsrats von Swiss: „Der gesamte Verwaltungsrat bedauert die Entscheidung von Thomas Klühr sehr. Swiss hat ihm viel zu verdanken, nicht nur während den letzten Monaten der Coronavirus-Pandemie. Klühr hat Swiss ein sehr großes Stück weiter auf dem Erfolgspfad geführt und nach Ausbruch von COVID-19 mit hohem Engagement und Geschick wesentlich dazu beigetragen, das Unternehmen finanziell und operationell zu stabilisieren. Carsten Spohr, CEO der Lufthansa Group: „Ich danke Thomas Klühr für seine langjährige, engagierte und erfolgreiche Arbeit für die Lufthansa Group. In mehr als drei Jahrzehnten hat er auf unterschiedlichen Positionen und in verschiedenen Rollen unser Unternehmen mitgeprägt.“

Thomas Klühr wird nach seinem Rücktritt als CEO von Swiss in der noch zu gründenden Schweizer Luftfahrtstiftung einen Sitz einnehmen. Die weiteren Mitglieder der Schweizer Luftfahrtstiftung werden im vierten Quartal 2020 bestimmt. Über den künftigen CEO wird der Verwaltungsrat im vierten Quartal entscheiden.

Zwar heißt es in der Mitteilung der Airline, dass Thomas Klühr eigentlich schon im Frühjahr 2020 seinen Job beenden wollte. Als die Corona-Krise ausbrach, habe er seinen Rücktritt aber verschoben. Dass noch kein Nachfolger in diesem sonst so durchorganisierten Lufthansa-Konzern feststeht, könnte ein Indiz für einen abrupten Abgang sein.
Kenner meinen, Klühr habe sich in 2020 mit seiner Aussage, mit allen Beschäftigten durch die Krise kommen zu wollen, letztendlich zu weit aus dem Fenster gelehnt. Denn es zeichnet sich immer mehr ab, je länger die Krise insbesondere auf den wichtigen Fernstrecken dauert, dass der Personaleinschnitt in den nächsten Wochen deutlich ausfallen könnte – was sich mit Klührs wiederholter Aussage nicht mehr decken würde. Quelle: SWISS / DMM