Teurem Sprit ein Schnippchen schagen

Im zur Neige gehenden Jahr 2021 war Benzin oder Diesel tanken im Schnitt 27 Eurocent teuer als 2020, so der ADAC. Der November 2021 war in Deutschland der kostspieligste Tankmonat aller Zeiten. Allerdings müssen Autofahrer in Ländern wie Italien, Spanien, Portugal etc. teils noch viel tiefer in die Tasche greifen und zieht man Lohnniveaus etwa von Polen oder Tschechien mit in Betracht, müssen deren Staatsbürger mindestens das Dreifache dessen für den Liter bezahlen als ein deutscher Autofahrer. Insofern ist Deutschland bei der Spritpreisen so etwas wie ein Schlaraffenland. Und es ist absolut unverständlich, wenn eine Debatte angefacht wird für eine staatliche Entlastung der Autofahrer.

Für Dezember 2021 erwartet der ADAC wieder etwas höhere Stände und ab 01. Januar ohnehin, wenn der leicht erhöhte CO2-Zuschlag kommt. Am preiswertesten tanken konnte man am 01.01.2021, als der Liter E10 „nur“ € 1,324 kostete und der Liter Diesel € 1,215. Am 11.11.2021, dem traditionell ersten „Narrentag“ (Beginn der Karnevalssession)  musste man für den Liter Diesel € 1,572 hinblättern und für E10 am 14.11.2021 sogar 1,701 Euro.

Im Zuge der stark gestiegenen Energiekosten wurde auch 2021 der Ruf nach steuerlichen Erleichterungen laut. Wir erinnern uns: Den mit Abstand größten Teil des Treibstoffpreises machen Mineralölsteuer, Mehrwertsteuer und CO2-Preis aus. Weil 2022 unklar ist, wie es mit den Energiepreisen weitergehen wird – sie hängen u.a. von der Entwicklung der Coronapandemie und der mittlerweile auch in Deutschland katastrophalen Geldentwertung ab – sollten z.B. auch Mobilitätsmanager und Dienstwagennutzer die hohen Spritpreise als Anreize zum sparsameren Verbrauch sehen.

Wenn man nur halbwegs vernünftig fährt, können Autofahrende mit Verbrennerautos (auch Plug-in-Hybride) bis zu 20 % Kraftstoff sparen und damit auch die Umwelt und das Klima schonen.

Nachstehend 10 Tipps zum Sprit sparen.

  1. Fahrweise optimieren. Beschleunigen Sie flott, schalten Sie rechtzeitig hoch (bei einer Drehzahl von ca. 2000 U/min) und behalten Sie mit niedrigen Drehzahlen die gewählte Geschwindigkeit bei. Schalten Sie erst dann zurück, wenn der Motor ruckelt oder zu Brummen beginnt.
  2. Vorausschauend fahren. Bremsen vergeudet Energie. Nutzen Sie daher so lange wie möglich die Motorbremswirkung. Nehmen Sie beim Heranrollen an eine rote Ampel nicht den Gang heraus. Die meisten Autos sind mit einer Schubabschaltung ausgerüstet, die die Kraftstoffzufuhr im Schubbetrieb komplett absperrt. Frühzeitig vom Gas gehen und das Auto beispielsweise die letzten paar hundert Meter bei eingelegtem Gang auf eine Ortschaft zurollen lassen, statt unmittelbar davor abrupt abzubremsen.
  3. Kurzstrecken vermeiden. Bei kaltem Motor verbraucht ein Auto am meisten Sprit. Um gleichmäßig zu laufen, benötigt zumindest der Ottomotor in der Warmlaufphase ein fetteres Gemisch (mit höherem Kraftstoffanteil) als bei optimaler Betriebstemperatur. Sehr viel sinnvoller ist, bei Kurzstrecken aufs Fahrrad umzusteigen; das ist unglaublich gesund und entlastet die Umwelt ganz gravierend. Oder man kombiniert mehrere Einzelfahrten zu einer längeren Fahrt. Im Winter das Warmlaufenlassen des Motors im Stand unbedingt unterlassen. Es ist zudem verboten, belastet die Umwelt, kostet Extra-Sprit und schädigt den Motor.
  4. Bei Leerlaufzeit den Motor ausschalten. Sobald der Motor läuft, verbraucht er Kraftstoff – auch wenn das Fahrzeug nicht fährt (etwa 0,5 bis 1 Liter pro Stunde). Daher: Motor aus, wenn die Leerlaufzeit voraussichtlich länger als 20 Sekunden dauert! An Bahnübergängen ist das sogar vorgeschrieben. Wer keine Start-Stopp-Automatik hat, kann auch selbst am Schlüssel drehen.
  5. Unnötige elektrische Verbraucher ausschalten. Elektrische Geräte im Auto, wie etwa Steuergeräte, Beleuchtung, Lüfter, Klimaanlage, Sicherheits- und Komforteinrichtungen beziehen ihre Energie aus dem Bordnetz. Die elektrische Energie wird vom Generator bereitgestellt, der vom Verbrennungsmotor angetrieben wird. Folglich kosten eingeschaltete elektrische Geräte und andere Verbraucher Sprit. Der elektrische Energiebedarf ist – anders als beim Fahrwiderstand – nicht von der Fahrstrecke oder von der Geschwindigkeit abhängig, sondern von der Zeit, also von der Einsatzdauer. Zum Beispiel führt eine Klimaanlage je nach Fahrzeugmodell, Technik und Einsatzbedingungen zu einem Mehrverbrauch von etwa 0,3 bis 1,5 Litern Kraftstoff pro 100 Kilometer. Eine Standheizung kostet etwa einen Mehrverbrauch 0,2 bis 0,5 Liter pro Stunde. Eine sinnvolle Nutzung dieser Extras ist gut, denn ein angenehmes Innenraumklima hält den Fahrer fit. Damit die Spritrechnung nicht zu hoch wird, sollten Sie die Einschaltzeiträume jedoch auf das notwendige Maß begrenzen. Übrigens: Offene Seitenfenster oder Schiebedächer beeinträchtigen die an der Außenhaut anliegende Luftströmung und können dadurch ebenfalls Kraftstoff kosten. Auf beiden Seiten offene Fenster bei 100 km/h führen beispielsweise zu etwa 0,2 Litern Mehrverbrauch. Nur bei niedrigen Geschwindigkeiten – etwa im Stadtverkehr – können daher geöffnete Fenster einen signifikanten Verbrauchsvorteil gegenüber einer Klimaanlage bringen.
  6. Gesamtgewicht reduzieren. Ob Straßenatlas, Getränkekisten oder diverser Kleinkram: Jedes Stück mehr im Auto bedeutet mehr Gewicht und kostet Kraftstoff. Ursache für diesen Effekt ist die sogenannten Massenträgheit, also der Energieeinsatz, der erforderlich ist, um eine Masse auf eine höhere Geschwindigkeit zu beschleunigen. Also am besten alles raus, was Sie nicht brauchen! 100 kg Zusatzlast ergeben bis zu 0,3 Liter Mehrverbrauch. Besonders im unsteten Stadtverkehr wirkt sich das Gewicht einer Zuladung negativ auf den Spritverbrauch aus. Jedes Anfahren, jede Beschleunigung kostet also extra Sprit. Gerade Dachträger, Dachboxen und Fahrradträger erhöhen den Verbrauch Ihres Wagens signifikant. Montieren Sie daher Dach- und Heckträger umgehend nach Gebrauch wieder ab. Grundsätzlich bietet der Transport von Gegenständen wie zum Beispiel Fahrrädern über Heckträger auf einer Anhängerkupplung Verbrauchsvorteile gegenüber dem Transport auf dem Fahrzeugdach.
  7. Energiesparreifen mutzen. Der Einfluss der Bereifung auf den Fahrwiderstand ist erheblich. Mit optimierten Reifen lassen sich bis zu 0,5 Liter Kraftstoff je 100 km sparen. Somit kann sich ein auf den ersten Blick teurer Reifen mit sehr geringem Rollwiderstand über die Nutzungsdauer mehr als amortisieren.
  8. 8: Auf richtigen Luftdruck achten. Kontrollieren Sie außerdem regelmäßig den Luftdruck, denn zu wenig Luft in den Reifen erhöht den Verbrauch Ihres Autos. Schon ein 0,3 bar verminderter Luftdruck steigert den Rollwiderstand und sorgt somit für unnötigen Mehrverbrauch. Um zusätzlich Kraftstoff zu sparen, können Sie den vom Fahrzeughersteller empfohlenen Reifenluftdruck moderat erhöhen, sofern dies in der Bedienungsanleitung beschrieben.
  9. Auf regelmäßige Wartung achten-. Auf den ersten Blick scheint dieser Punkt unwichtig, sind moderne Fahrzeuge doch mit einer wartungsfreien digitalen Motorelektronik ausgerüstet. Grundsätzlich gibt es hier keine wartungsabhängigen Verbrauchsfaktoren. Den Waren regelmäßig zur Inspektion geben. Denn bei Verbrennerautos gibt es Ersatzteile, die durchaus relevant für den Kraftstoffverbrauch sind – etwa der Motorluftfilter. Wichtig für günstige Verbrauchswerte sind auch regelmäßige Ölwechsel, die stets mit einem modernen Leichtlauföl erfolgen sollten. Hier sind die Vorgaben der Fahrzeughersteller einzuhalten.
  10. Ein Sprit-Spar-Training besuchen. Mit möglichst wenig Kosten sicher und zeitökonomisch Ihr Ziel erreichen - das kann man bei Spritspartrainings lernen. Viele sind erstaunt, wie hoch das Einsparpotenzial von moderner Technik und umsichtigem Fahrstil ist. Quelle: ADAC / DMM