Toyotas neue Marke Beyond Zero (bZ)

Mit dem „bZ4X“, einem vollelektrischen SUV, startet Toyota 2022 eine neue Produktfamilie. Sie wird in den bekannten Fahrzeugsegmenten rasch wachsen mit batterieelektrischen Fahrzeugen der neuesten Generation. Und weil das Thema Wasserstoffantriebe aktueller denn je ist, wird der weltgrößte Automobilproduzent auch das Thema Fuel Cell weiter vorantreiben.

 

Auch Fraunhofer ISE in Freiburg fährt Toyota Mirai als Dienstwagen und ist mit Effizienz und Performance des Brennstoffzellen-Automobils höchst zufrieden. Foto: G. Zielonka

Auch Fraunhofer ISE in Freiburg fährt Toyota Mirai als Dienstwagen und ist mit Effizienz und Performance des Brennstoffzellen-Automobils höchst zufrieden. Foto: G. Zielonka

Der bZ4X wird ein Modell mit dynamischem SUV-Design und echten Allradeigenschaften. . mit der Marke bZ steigt der weltgrößte Automobilhersteller nun endgültig in einen Markt ein, den er bis dato mehr oder weniger links liegen gelassen hatte. Toyota gilt mit seinen Hybriden und dem Einstieg in das Segment der Plug-in-Hybride als Schrittmacher der „Übergangslösung“ mit der Kombination aus Verbrenneraggregaten und Elektromotoren. Weil sich die halbe Welt verstärkt dem Thema Baterieelektrische Mobilität verschrieben hat und diese Antriebsart von den Industrienationen staatlich gefördert wird, wohingegen es für HEVs kein Geld gibt, lag die Entscheidung nahe, nun auch auf BEVs zu setzen.

Weiterhin aber setzt Toyota als eines der ganz wenigen Automobilunternehmen auf Wasserstoffantrieb und Brennstoffzelle. Mit dem Mirai hat das Unternehmen auch eine attraktive Limousine im Programm, deren Verbreitung forciert wird. Der Erfolg stellt sich offensichtlich ein: Denn in 2021 werden von Generation 2 des Mirai mindestens 500 Einheiten abgesetzt. Im März 2021 war in Deutschland mit den Fahrzeugauslieferungen der zweiten Generation des H2-Fahrzeugs begonnen worden, dessen kombinierte CO2-Emissionen bei 0 kWh/100 km liegen und aus dessen „Auspuff“ nur Wasserdampf kommt. In den vergangenen sechs Monaten wurden bereits 222 Mirai zugelassen. Bi Ende des Jahres werden es  500 sein, so Deutschland-Kommunikationschef Thomas Schalberger. Somit entpuppt sich der neue Mirai zu einem echten Bestseller. Noch nie wurden so viele Fahrzeuge mit Wasserstoffantrieb in diesem kurzen Zeitraum auf die deutschen Straßen gebracht.

Der Toyota Mirai ist auch für gewerbliche Kunden sowie Kommunen und Behörden bestellbar und als wasserstoffbetriebenes Elektrofahrzeug mit dem Umweltbonus in Höhe von 7.500 Euro förderfähig. In Berlin z.B. haben Polizei und Feuerwehr Mirai-Modelle in ihre Fuhrparks eingestellt und auch der Fahrdienstleister Uber schätzt den Wagen mit  Brennstoffzellentechnologie, von dem 20 Einheiten der Generation 1 und 21 der Generation 2 übernommen wurden. Auch bei den Giganten wie Coca Cola oder SAP weiß man um die Vorzüge des Wasserstoffautos. Die Leasingrate für gewerbliche Kunden beginnt bei 399 Euro (netto bei einer Laufzeit von 48 Monaten bzw. 10.000 km/Jahr.

Der Toyota Mirai ist ein wichtiges Element der Vision „Let’s Go Beyond Zero“. Dabei sind null Emissionen nicht allein das Ziel. Neben der Elektrifizierung, die vor annähernd 25 Jahren mit der Vorstellung der Hybridtechnologie im Toyota Prius begann und mit Plug-in Hybriden, batterieelektrischen Modellen und Brennstoffzellenfahrzeugen fortgesetzt wird, strebt Toyota an, die Mobilität und das Leben der Menschen, die Gesellschaft als Ganzes und den Planeten zu verbessern. Das Thema „Wasserstoff“ bekommt in diesem Zusammenhang eine bedeutsame Rolle, denn neben dem Mirai erhalten auch Busse, Lastwagen, Boote und sogar Stromgeneratoren den sauberen Brennstoffzellenantrieb, der nichts als Wasserdampf hinterlässt.

Bemerkenswert übrigens: Ulf Groos, Head of Department Fuel Cell Systems und Hydrogen Technologies beim Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg im Breisgau hält Wasserstoffantriebe für Pkw durchaus für eine sinnvolle Alternative zum batterieelektrischen Automobil. Der ökologische Fußabdruck über die gesamte Nutzungsdauer ist in etwa gleich, so der Wissenschaftler. Von E-Fuels hingegen hält er überhaupt nichts, da se einen denkbar schlechten Wirkungsgrad bieten und bei der Herstellung Unmengen an Strom benötigen, damit auch in fernerer Zukunft sehr viel teurer sein werden als heutige Kraftstoffe wie Benzin oder Diesel. Mehr zum Thema in DMM print. Quelle: Toyota / Fraunhofer ISE / DMM