Transrapid-Strecke für bis zu 1.000 km/h

Im kommenden Jahr sollen die Arbeiten für den Bau einer neuen, 1.000 km langen Magnetschnellbahn (Transrapid Maglev) in China beginnen. Nach Angaben offizieller chinesischer Medien sollen moderne Transrapid-Züge zwischen den Millionenstädten Guangzhou und Wuhan mit einer Geschwindigkeit von zunächst 600 km/h fahren. Die Fahrzeit zwischen den beiden Städten solle mit Maglev von etwa 10 Stunden dann auf lediglich zwei Stunden verkürzt werden. Die Transrapidtrasse werde zugleich vorsorglich für ein Geschwindigkeitsmaximum von 1.000 km/h ausgelegt.

Japan, Südkorea und China sind derzeit im Bereich der Magnetschwebetechnik stark aktiv. Diese Länder investieren erheblich in Forschung und Entwicklung der Magnetbahntechnologien. Foto: International Maglev Board

Japan, Südkorea und China sind derzeit im Bereich der Magnetschwebetechnik stark aktiv. Diese Länder investieren erheblich in Forschung und Entwicklung der Magnetbahntechnologien. Foto: International Maglev Board

Die 1.000 Kilometer lange Strecke werde von der in Wuhan ansässigen China Railway Siyuan Survey and Design Group gebaut, die eine Tochtergesellschaft der staatlichen CRCC China Railway Construction Corporation ist, berichtet die Wuhan Evening News unter Berufung auf die chinesische Nachrichtenseite Thatsmag.com.

Der CRRC Qingdao Sifang startete im Juli 2016 ein staatliches Forschungs- und Entwicklungsprogramm mit Beteiligung von mehr als 30 chinesischen Unternehmen, Universitäten und Forschungsinstituten zur Entwicklung von Magnetschnellbahnen. Im Mai 2019 stellte die China Railway Rolling Stock Corporation dann einen Maglev-Prototypen vor, der Geschwindigkeiten von 600 km/h erreichen soll. Das Unternehmen hofft, die Serienproduktion des Maglev bereits im Jahr 2021 beginnen zu können. Aktuelle Fotos bestätigen die weiterhin enge System-Verwandtschaft mit der ursprünglich deutschen Transrapid-Entwicklung. Mit den Bauarbeiten soll nach chinesischen Medienberichten in der Provinzhauptstadt Wuhan begonnen werden.

Widersprüchliche Informationen bestehen zur Frage eines kommenden Einsatzes supraleitender Materialien. Jing Shiyuan, der in den Wuhan Evening News als ein Ingenieur des staatlichen Unternehmens vorgestellt wurde, habe von Hochtemperatursupraleitern gesprochen, die den Magnetbahnen Geschwindigkeiten von 1.000 km/h ermöglichen solle. Ein entsprechendes Projekt sei im Jahr 2015 gestartet und ein Modell für Tests bereits im folgenden Jahr hergestellt worden. Es ist davon auszugehen, dass solche Geschwindigkeiten derzeit nur in Tunneln mit verringertem Luftdruck (Teilvakuum) erreicht werden können. Solche Konzepte, die in Südkorea, Indien und China intensiver diskutiert werden (sogenannter Hyperloop), sind in der Fachwelt im Hinblick auf Praxistauglichkeit und Kosten stark umstritten.

Im September 2019 wurden von der National Railway Administration eine Reihe technischer Normen für Magnetbahnen veröffentlicht, die ab 2020 Gültigkeit haben werden. Die Normen definieren und vereinheitlichen die grundlegenden technischen Spezifikationen, darunter auch die Spurweite, welche weiterhin der Transrapid-Norm zu entsprechen scheint.

China nahm 2002 seine erste Magnetschnellbahn mit dem in Deutschland entwickelten Transrapid in Betrieb, eine 30 km lange Strecke zwischen dem Shanghai Pudong International Airport und der Longyang Road Station. Jetzt scheinen ehrgeizigere Pläne für die Magnetbahn Gestalt anzunehmen. Quelle: International Maglev Board / DMM