BahnCard50 wohl vor dem Aus

Die BahnCard 50 hat vermutlich keine Zukunft. Die Deutsche Bahn will Insidern zufolge die Mobilitätskarte BahnCard 50 zugunsten der Rabattmarke BahnCard25 und den verwirrenden Sonderpreisaktionen streichen. Offensichtlich ist einer der Gründe darin zu suchen, dass die DB an den Nutzern der BC 25 wohl mehr verdient als an jenen, die die BC50 einsetzen.

Aus Kundensicht ist die BahnCard 100 das unkomplizierteste Angebot der Deutschen Bahn, de als Jahresfahrkarte naheu ohne Einschränkungen echte bundesweite Mobilität bietet. Jeoch lohnt sich die BC100 wegen des hohen Preises (brutto 4.090 Euro für die 2. Klasse) nur für wirkliche Vielfahrer.

Mit der bisherigen BC 50 können (Geschäfts)Reisende Tickets mit einem Rabatt von 50 % auf den Normalpreis erwerben und an den Reisetagen flexibel reisen. Sie lohnt sich freilich nur bei mehreren Fahrten im Jahr, was beim auf 255 Euro (für 2. Klasse) angestiegenen Beschaffungspreis schnell zu einer Hürde werden kann. Nachteil der BC 50: Sie kann nicht mit den Sparangeboten kombiniert werden. Wählt man aber die BC25, bekommt man für 62 Euro in der 2. Klasse einen Rabatt von 25 % auf den Normalpreis und kann die BC25 auch mit Sparpreisen kombinieren - die man aber nur bei Vorausbuchung und mit der in der Praxis so gut wie nie funktionierenden Zugbindung bekommt.  

Winfried Wolf, Verkehrsexperte und Mitbegründer des Bündnisses "Bahn für Alle", hat die Pläne der DB-Strategen zur so genannten Weiterentwicklung der BahnCard untersucht: "Geplant ist nicht eine Weiterentwicklung, sondern die Aushöhlung und faktische Abschaffung der Mobilitätskarte BahnCard 50 zugunsten der Rabattmarke BahnCard25 und den verwirrenden Sonderpreisaktionen. Auch beim ersten Anlauf zur Bahnprivatisierung war die Reform des Preissystems mit dem so genannten PEP ein wichtiger Baustein mit fatalen Folgen. Es kam zu massiven Fahrgastverlusten im Fernverkehr. Fahrgäste sollten umerzogen werden, um die Auslastung zu verbessern. Die Einfachheit und Flexibilität des Bahnfahrens wurde beschnitten. Erst der breite Widerstand konnte das PEP- Preissystem stoppen.

Wer einen Neuaufguss solcher Rezepte versucht, wird erneut scheitern und die Marktposition der Bahn schwächen. Vorbild der Preispolitik sollte die Schweiz sein, die mit ihrer BC 50 (Haltax-Abo) und ihrem Generalabo um ein Vielfaches erfolgreicher ist als die DB AG." Quelle: "bahn für Alle" / DMM