Umweltaktivisten blockieren Neuwagenauslieferung bei Wolfsburg

Etwa 40 Klimaaktivisten versuchten am Dienstag, 13. August 2019, die Auslieferung von neuen Automobilen nahe dem Volkswagenwerk Wolfsburg zu verhindern. Sie stoppten kurzerhand einen langen Autozug mit zahlreichen Neuwagen, der gerade das Werksgelände von Volkswagen verlassen hatte und den Mittellandkanal Richtung Bahnhof Fallersleben überqueren wollte. Ziel der Aktion: Die Umweltaktivisten fordern wegen des gefährlichen Klimawandels eine Verkehrswende.

Umweltaktivisten blockierten fünf Stunden lang einen Werkszug mit neuen VW-Modellen in Wolfsburg. Foto: Lokreport

Umweltaktivisten blockierten fünf Stunden lang einen Werkszug mit neuen VW-Modellen in Wolfsburg. Foto: Lokreport

Die Eisenbahnbrücke ist die einzige Schienenverbindung zum VW-Werk, über die Materialien ins Werk und fertige Neuwagen für den Verkauf aus dem Werk transportiert werden. Auf den Gleisen der Deutschen Bahn gab es keine Beeinträchtigungen, so doe Bahnpolizei und die Deutsche Bahn. 

Die Beteiligten gehörten laut Selbstbeschreibung zu verschiedenen Gruppierungen, die sich für die Aktion zusammenschlossen. Eine davon nennt sich Aktion Autofrei. Mehrere Teilnehmer hatten sich an den Schienen des Zufahrtsgleises zum Werk befestigt. Die Aktion richtete sich gegen die Automobilindustrie, die maßgeblich verantwortlich für die Klimakrise sei. Die Klimaktivisten wenden sich gegen die umweltzerstörerische „immer-weiter-immer mehr“-Linie der Autoindustrie und fordern eine radikale Verkehrswende. Am frühen Nachmittag wurde auch die Eingangshalle des VW-Ausstellungsgeländes Autostadt besetzt. VW bot den Aktivisten Getränke und Gespräche an. Ein Gespräch kam aber nicht zustande.

Am Ende, nach etwa fünf Stunden Blockade, schienen alle glücklich zu sein: Insbesondere war den Aktivisten ein großer Medienerfolg sicher. Auswirkungen auf die Produktion und die Auslieferungen habe die Aktion nach aktuellem Stand nicht gehabt, sagte ein Volkswagen-Sprecher. Man sei mit Kritikern im Dialog. „Klimaschutz und Dekarbonisierung sind zentrale Themen der Konzernstrategie“, so ein VW-Sprecher.

Die Aktion Autofrei hat übrigens nichts mit dem Verein „autofrei leben!“ zu tun. Der Verein betreibt nach eigenen Angaben keine Parteipolitik. Seine Mitglieder kommen aus ganz unterschiedlichen politischen Bereichen, von ganz links über liberal bis ins christlich-konservative Lager. Was allen gemeinsam ist, ist der Wille zur Autofreiheit bzw. zur deutlichen Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs. Quelle: Wolfsburger Nachrichten / DMM