United Airlines kündigt Partnerschaft mit JetBlue an

United Airlines hat eine Partnerschaft mit JetBlue bekannt gegeben, die gegenseitige Vorteile für Vielflieger beider Fluggesellschaften, eine neue Interline-Vereinbarung und Slot-Sharing an den Flughäfen New York JFK und Newark umfasst. Luftfahrtexperten glauben, dsss die Partnerschaft ein erster Test für einen künftigen echten Zusammenschluss sein könnte.

Unter dem Namen Blue Sky läuft die angekündigte Partnerschaft von United Airlines mit JetBlue. Die Vorteile bringen hauptsächlich Geschäftsreisenden etwas. Grafik: UA-JetBlue

Die Ankündigung erfolgt nur wenige Wochen, nachdem United eine SEC-Anmeldung eingereicht hat, in der es heißt, dass man sich nicht in Gesprächen mit einer Fluggesellschaft über eine „strategische Transaktion“ befinde, obwohl JetBlue Ende April erklärte, man stehe kurz vor dem Abschluss einer bedeutenden neuen Partnerschaft mit einer großen US-Fluggesellschaft.

Im Rahmen dieser Partnerschaft wird United keinerlei Investitionen in JetBlue tätigen, obwohl dies die beiden Fluggesellschaften viel näher zusammenbringen und die Voraussetzungen für eine Übernahme oder Investition zu einem späteren Zeitpunkt schaffen könnte. In der Ankündigung vom Donnerstag ging es vor allem darum, die verschiedenen Vorteile der Partnerschaft für Passagiere anzupreisen, darunter:

• Mitglieder des MileagePlus-Vielfliegerclubs von United können auf JetBlue-Flügen Meilen sammeln und einlösen, und Mitglieder des TrueBlue-Clubs von JetBlue können das Gleiche auf United-Flügen tun.
• Vielflieger mit dem Elite-Status von United oder JetBlue erhalten verschiedene Vorteile, wenn sie mit der anderen Fluggesellschaft fliegen – diese entsprechen jedoch nicht genau den Vorteilen, die sie erhalten, wenn sie mit ihrer Heimatfluggesellschaft fliegen.
• Passagiere können Flüge für beide Fluggesellschaften auf den Websites von JetBlue und United suchen und buchen.

United wird außerdem sechs tägliche Slots von JetBlue am Terminal 6 des New York JFK erwerben, während JetBlue und United acht Start/Landefenster ab dem Flughafen Newark Liberty International tauschen werden – dies unterliegt jedoch der Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden und wird voraussichtlich frühestens 2027 beginnen.

Die Partnerschaft mit dem Namen Blue Sky zielt darauf ab, die regulatorischen Hürden zu vermeiden, denen JetBlue bei seiner umfassenden Zusammenarbeit mit American Airlines durch eine Interline-Vereinbarung und nicht durch eine Codeshare-Vereinbarung zwischen den beiden Fluggesellschaften gegenüberstand. Daher wird jede Airline ihre Flüge unabhängig verkaufen und vermarkten und keine Flüge mit einer Flugnummer durchführen, die der anderen Fluggesellschaft gehört.

„Blue Sky spiegelt den gemeinsamen Fokus unserer Fluggesellschaften auf Innovation und das Kundenerlebnis wider“, betont United CEO Scott Kirby. Und weiter:  „Wir sind immer auf der Suche nach Möglichkeiten, unseren MileagePlus-Mitgliedern noch mehr Wert und Vorteile zu bieten. Daher diese Zusammenarbeit. „Außerdem freuen sich unsere Mitarbeiter sehr über die längerfristige Rückkehr von United nach JFK und wir freuen uns alle darauf, bald wieder Flüge aufzunehmen“, So der United-Boss.

Gegenseitige Vorteile für Vielflieger. Eine der größten Veränderungen, die Vielflieger erleben werden, ist das gegenseitige Sammeln und Nutzen von Flugmeilen bei JetBlue oder United. Darüber hinaus wird es für Mitglieder mit Elite-Status gegenseitige Vorteile geben, wie z. B. bevorzugtes Einchecken und Einsteigen, Zugang zu bevorzugten Sitzplätzen, kostenlos aufgegebenes Gepäck und anderes mehr. 

Der genaue Zeitpunkt, wann diese gegenseitigen Vorteile in Kraft treten werden, steht noch nicht fest und eine Ankündigung mit weiteren Einzelheiten wird erst später in diesem Jahr erwartet.

Im Rahmen der Vereinbarung vom Donnerstag gab United außerdem bekannt, dass es plant, seine zusätzlichen Reisebuchungsseiten auf die Paisly-Plattform von JetBlue zu verlagern und damit verschiedene Websites zu konsolidieren, die United derzeit für Hotelbuchungen, Mietwagen, Kreuzfahrten und Urlaube anbietet.

Partnerschaft als Test für mehr? Beobachter der Luftfahrtbranche rechnen seit Längerem mit einer Art Zusammenschluss zwischen JetBlue und United. Sie dachten auch daran, dass United in JetBlue investieren werde. Vermutlich aber will United den Zusammenschluss doch, testet aber mit dieser Light-Version bzw. Zusammenarbeit erst einmal, in wie weit die Aufsichtsbehörden mitspielen würden. Quelle: United / JetBlue / DMM