Bisher machte Porsche auch mit Firmenkunden gute Geschäfte, ob 911 oder Macan oder Cayenne, die meisten dieser Modelle gingen in Deutschland an Unternehmen und dienten als Geschäftswagen, zumeist für Führungskräfte. Doch auch die Firmenchefs überlegen sich inzwischen, ob sie es sich noch leisten wollen und können, die nicht gerade zum Schnäppchenpreis zu bekommenden Fahrzeuge aus Zuffenhausen, Leipzig & Co. in ihre Fuhrparks einzustellen. Hinzu kommen, dass in China der Absatz massiv eingebrochen ist, das USA-Geschäfts infolge der Trumpschen Zölle Probleme bereitet, die E-Offensive ins Stocken geraten ist, Managementfehler ohne Ende begangen worden sind. Dies alles macht der Volkswagentochter und Sportwagenschmiede nächtige Probleme. Die Stimmung der Belegschaft ist derzeit alles andere als euphorisch, zumal ein neues Sparprogramm im Raum steht, das viele Jobs bedrohen könnte.
Als Noch-Porsche-Chef Oliver Blume sich vor wenigen Tagen bei einer Betriebsversammlung in Stuttgart von der Belegschaft verabschiedete, da war er von der positiven Stimmung offenbar selbst überrascht. Es gab mehrfach Szenenapplaus und anerkennende Worte für den 57-jährigen Manager, der sich von Januar 2026 an auf die Rolle als Vorstandsvorsitzender des Volkswagen-Konzerns konzentrieren muss. Der Abschied Blumes täuschte aber nicht darüber hinweg, dass es bei den Belegschaften brodelt. Denn der einst erfolgsverwöhnte Autobauer fordert im Zuge eines weiteren Zukunftspakets weitgehende Zugeständnisse von seinen Mitarbeitenden. So soll es im Stammwerk Zuffenhausen und im Entwicklungszentrum in Weissach zu weiteren Einsparungen kommen. U.a. steht die Auslagerung ganzer Betriebsteile und Fahrzeuge zur Disposition.
Der Rotstift soll bei Einmalzahlungen und Jubiläumsleistungen angesetzt werden wie auch bei der Altersvorsorge. Die Rede ist des Weiteren von einem Personalabbau im Angestelltenbereich, vom Outsourcing von Dienstleistungsumfängen, von einer Reduzierung der Azubi-Zahlen und einer nur noch bedingten Übernahmegarantie. Auch bei den Arbeitszeiten und dem Thema Flexibilität soll es Änderungen geben. Quelle: Stuttgarter Zeitung / DMM



