Urlaub in der Kriegszone: 30.000 Reisende betroffen – auch BER ohne Nahost-Flüge

Tausende Reisende sitzen wegen der Eskalation im Nahen Osten fest. Auch am BER bleiben Flüge in die Region weiterhin aus.

Flugverkehr gestoppt: Tausende Reisende sitzen im Nahen Osten fest. Foto: Boris - stock.adobe.com

Rund 30.000 Reisende von deutschen Veranstaltern sind von der Eskalation in der Golfregion betroffen. Viele sitzen in der Region fest oder können wegen gesperrter Lufträume nicht über die dortigen Drehkreuze umsteigen. Auch am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) gibt es weiterhin keine Flüge in die Region.

Lufträume gesperrt: Keine Verbindungen vom BER

Wegen des militärischen Konflikts in Nahost gibt es am BER derzeit weder Abflüge noch Ankünfte aus Ländern der Region. Das bestätigte ein Flughafensprecher. Betroffen sind unter anderem Verbindungen nach Tel Aviv, Dubai, Erbil und Doha. Passagiere sollen sich direkt bei ihren Fluggesellschaften über den Status ihrer Flüge informieren.

In mehreren Ländern, darunter den Vereinigte Arabische Emirate, ist der Luftverkehr teilweise vollständig ausgesetzt. Am Flughafen Dubai wurden Tausende Passagiere betreut, deren Flüge gestrichen oder verschoben wurden.

Militärische Eskalation in der Region

Israel und die USA hatten am Samstagmorgen koordinierte Luft- und Raketenangriffe gegen Ziele im Iran begonnen. Dabei sei nach israelischen Angaben auch Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei getötet worden. Teheran reagierte mit Angriffen auf Israel sowie auf US-Militärstützpunkte in der Golfregion.

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) sagte in der ARD-Sendung „Caren Miosga“, man müsse sich darauf einstellen, dass der Konflikt länger dauern könne. Eine militärische Evakuierung deutscher Staatsbürger sei derzeit nicht möglich, da die Lufträume geschlossen seien.

Hotels übernehmen Kosten

Die Vereinigte Arabische Emirate kündigten an, Unterbringungs- und Verpflegungskosten für gestrandete Passagiere zu übernehmen. Rund 20.200 Fluggäste seien bereits betreut worden.

Auch deutsche Reiseveranstalter kümmern sich nach eigenen Angaben um ihre Gäste. Der Deutsche Reiseverband (DRV) rät dringend, im Hotel zu bleiben und nicht eigenständig zu Flughäfen oder in Nachbarländer zu reisen. Betroffene sollen sich bei Veranstaltern und Airlines über kommerzielle Ausreisemöglichkeiten informieren.

Kreuzfahrtschiffe ebenfalls betroffen

Auch Kreuzfahrttouristen sind von der Lage betroffen. In den Häfen der Region liegen unter anderem die Schiffe Mein Schiff 4 und Mein Schiff 5 von TUI Cruises mit einer möglichen Kapazität von insgesamt mehr als 5.000 Passagieren. Aufgrund eingeschränkter Flugverbindungen sei man auf Informationen der Airlines angewiesen, wann Rückreisen möglich seien.

Registrierung über „Elefand“ empfohlen

Nach Angaben des Auswärtigen Amts haben sich bislang mehr als 10.000 Deutsche in der Golfregion in der Krisenvorsorgeliste „Elefand“ registriert. Die Bundesregierung setzt derzeit auf konsularische Unterstützung und Informationsangebote. Eine Evakuierung auf militärischem Wege sei aktuell ausgeschlossen.

Auch die EU hat ein Netzwerk zur konsularischen Zusammenarbeit aktiviert, um gestrandeten EU-Bürgern zu helfen. Im Iran selbst halten sich schätzungsweise noch mehrere Tausend EU-Staatsangehörige auf. (dpa)