US-Airlines verschärfen Verhaltensregeln an Bord

Im Zusammenhang mit der Amtseinführung von Joe Biden als 46. Präsident der Vereinigten Staaten verschärfte die US-Luftfahrtbehörde FAA die Regeln gegen sogenannte Unruly Passengers. Das sind Leute, die sich an Bord aggressiv oder renitent verhalten. Die neuen Regeln mit sehr hohen Strafandrohungen sollen abschreckend wirken.

In dieser Maschine machten Trump-Anhänger Ärger. Der Pilot kündigte an, sie bei einer außerplanmäßigen Lansdung in Kansas aus dem Flugzeug zu werfen. Foto: Twitter

In dieser Maschine machten Trump-Anhänger Ärger. Der Pilot kündigte an, sie bei einer außerplanmäßigen Lansdung in Kansas aus dem Flugzeug zu werfen. Foto: Twitter

Für Passagiere, die sich gegenüber anderen Fluggästen oder der Besatzung aggressiv oder gar gewalttätig verhalten, wird es laut FAA keine Vorwarnungen oder etwa nur Verwarnungen geben. Bei Bedrohungen oder Angriffen gegen die Besatzung drohten umgerechnet bis zu 29.000 Euro Strafe oder bis zu 20 Jahre Haft. Die Sicherheitsbehörden an den Flughäfen kündigten zudem an, das Personal aufzustocken.

Durchgehend alle wichtigen US-Fluggesellschaften von Alaska Airlines bis hin zu United haben temporär den Transport von Waffe im Gepäck (Handgepäck wie aufgegebenes Gepäck) auf alle Flügen Richtung Washington D.C. strengstens verboten. American streicht für die Zeit vom 16. bis zum 21. Januar auch sämtliche alkoholische Getränke aus dem Cateringangebot an Bord. Bei anderen Fluglinien wie Southwest geschah dies schon vorher aufgrund der Corona-Maßnahmen.

Besonders drastisch geht Alaska Airlines vor: Ihre Passagiere müssen in der Stunde vor der Landung in Washington oder Baltimore und in der Stunde nach dem dortigen Start auf ihren Sitzen bleiben und dürfen nicht aufstehen. Weiterhin Flugverbot gilt für alle Passagiere, die schon einmal z.B. als Maskenverweigerer aufgefallen sind. Alle US-Airlines haben dazu Listen auffälliger Passagiere erstellt. Die werden von keiner Fluggesellschaft bis auf Weiteres an Bord gelassen. Alleine Delta hat seit Beginn der Maskenpflicht an Bord rund 900 Passagiere wegen Verstößen für künftige Reisen gesperrt. Rund um den vom Noch-Präsidenten Donald Trump initiierten Sturm auf das Kapitol untersagten die Airlines weiteren Passagieren nach Vorfällen an Bord, in Zukunft mit ihnen zu fliegen.

Pilot reagiert beispielhaft. Wie angespannt die Situation an Bord sein kann, zeigte sich auf einem Viereinhalb-Stunden Flug von American Airlines am 08. Januar 2021 (etwa zwei Stunden nach dem Beginn des Sturms auf das Kapitol) von Washington D.C. nach Phoenix/Arizona, Twitter-Videoaufnahmen zeigen, dass einige Trump-Anhänger bereits beim Start „USA“ und „Fight for Trump“ riefen. Eine Twitter-Nutzerin, die die Trump-Anhänger als "Patrioten" bezeichnete, teilte ein Video der krakeelenden Passagiere. Einen Teil von ihnen weigerte sich zudem, Masken zu tragen. In einem anderen Video, das eine Journalistin auf Twitter teilte, ist die Durchsage des Piloten zu hören. Der Kapitän hatte deutliche Worte gewählt: Würden sich die Reisenden nicht an die Regeln an Bord halten, würde er die Maschine irgendwo in Kansas  landen und die Unruhestifter aus dem Flugzeug werfen. Erst daraufhin kehrte Ruhe an Bord sein. Quelle: usatoday / DMM