VDR macht sich die Ideen von DMM zu eigen

Aktuelle Trends und Themenfelder im deutschen Geschäftsreisemarkt wurden auf der Tagung für Geschäftsreise- und Mobilitätsmanagement 2024 (03-05. Juni) in Frankfurt vorgestellt und diskutiert. Die vom Verband Deutsches Reisemanagement (VDR) veranstaltete Konferenz war mit über 400 Teilnehmenden die bisher größte nationale Veranstaltung dieser Art.

Mehr als 40 ReferentInnen, über 20 Vorträge sowie 38 Aussteller sorgten für ein umfangreiches und informatives Programm. Aus erster Hand konnten die Teilnehmenden zudem Neuigkeiten zu Produkten und Entwicklungen bei Mobilitätsdienstleistern erhalten.

„In der Geschäftsreisebranche gibt es keinen Stillstand, und Veränderungen sind unvermeidlich. Daher müssen wir geschäftliche Mobilität verstärkt ganzheitlich betrachten. Längst zählen auch Prozess-, Travel-Risk- und Compliance-Management sowie Nachhaltigkeit und die Sicherstellung der Reisenden-Zufriedenheit zur Aufgabenliste der Travel Manager. Hinzu kommen weitere Aspekte der Mitarbeitenden-Mobilität wie Pendeln oder das Mobilitätsbudget“, sagte VDR-Präsident Christoph Carnier in seiner Eröffnungsrede. 

Im Mittelpunkt der Tagung stand daher das „Ganzheitliche Mobilitätsmanagement“, das DMM vor 20 Jahren erstmals und damals noch ohne Reaktion des Verbands und vielen Suppliern initiierte. Heute schreitet nicht nur der Transformationsprozess der Mobilität dynamisch voran, auch die Anforderungen von Geschäftsreisenden verändern sich. Um dieser Komplexität gerecht zu werden, wandelt sich das Berufsbild vom klassischen Travel- & Flotten-Management immer mehr hin zu einem ganzheitlichen Mobilitätsmanagement. Auch diese Idee hatte DMM 2005 erstmals propagiert. 

Neben diesem Schwerpunkt informierte die diesjährige Konferenz aber auch über eine breite Palette weiterer Trends des Geschäftsreisemarktes – von Nachhaltigkeitsaspekten, über das Travel-Risk-Management in den Unternehmen und den Herausforderungen beim Flugeinkauf bis hin zu künstlicher Intelligenz und neuen Arbeitsmodellen. In neun Breakout-Sessions konnten sich die Teilnehmenden über aktuelle Mobilitätsthemen informieren. Aber auch zukunftsweisende Themen standen in den drei Workshops auf der Agenda und vervollständigten das Programm mit Einblicken in das Zukunftsbild des Mobilitätsmanagements und gaben Wissens-Impulse und Anwendungsoptionen zu technologischen Entwicklungen wie „Künstliche Intelligenz“.

Keynotes und Inspiration. Spannende Anregungen lieferten Keynote-Speaker sowie ReferentInnen zu aktuellen Themen. Zu Beginn des offiziellen Tagungsprogramms am Dienstag bestätigte Zukunftsforscher und Mobilitätsexperte Dr. Stefan Carsten in seinem Vortrag, dass sich die Dimensionen der Mobilität in den kommenden Jahren signifikant verändern werden. „Flexibilität und Unabhängigkeit in der Mobilität gewinnen dabei an Bedeutung“, sagte der Experte. Das ist beileibe nichts Neues. Genau dieses demonstrierte und prognostizierte DMM schon vor zwei Jahrzehnten. Zudem machte Carsten deutlich, dass nicht nur in den Unternehmen Prozesse zunehmend verschmelzen würden, sondern auch Wirtschafts- und Lebensräume in Zukunft stärker konvergieren werden. Im Anschluss an die Keynote diskutierte ein  Panel it dem Zukunftsexperten: Dr. Olga Nevska (Telekom), Heiko Reitz (Lufthansa) und Tobias Zisik (Europcar, VIA-Präsident) gaben interessante Impulse zu der Frage: Was erwartet uns in Zukunft bei der geschäftlichen Mobilität?

Eine inspirierende Rede hielt zum Auftakt des letzten Konferenztages Welt- und Rekordschiedsrichter Dr. Felix Brych. Durch den Einblick in seine Spielvorbereitung und Entscheidungsfindung zeigte er auch, wie Entscheidungsträger diese Aspekte in die Praxis übertragen können. Entscheidungen treffen und Kontrolle behalten in einem instabilen Umfeld – darum ging es auch in der anschließenden Gesprächsrunde. Mobilitätsexpertinnen von DM-Drogerie Markt, GEA Group und Würth Group führten dabei Beispiele aus der eigenen Praxis an.

Anlässlich seines 50. Geburtstags hat der Verband zudem erstmalig zwei Awards vergeben: Als Preisträger des "VDR-oard-Awards" wurde das Ehepaar Regine und Erich Sixt ausgezeichnet. „Kontinuität in schnelllebigen Zeiten – das zeichnet die Award-Gewinner aus“, betonte der VDR-Präsident in seiner Laudatio. So haben die Preisträger nicht nur mit ihrem Geschäftsmodell, sondern auch durch ihr unermüdliches Engagement und ihre stets professionelle Haltung, die Geschäftsreisebranche maßgeblich geprägt. "Ohne den VDR wären wir als langjähriger Partner und Mitglied heute nicht da, wo wir jetzt sind", sagte Regine Sixt in ihrer Dankesrede.
Aber auch neue Angebote und Innovationen wurden durch ein Votum des Publikums gewürdigt. Der "VDR-Innovation-Award" ging an die beiden Unternehmen Goodwings aus Dänemark und Unlocked Data aus Großbritannien für die Schaffung eines Nachhaltigkeits- und Daten-Konsolidierungs-Tools.

Zum Abschluss der Tagung bedankte sich VDR-Geschäftsführer Jens Schließmann bei allen Teilnehmenden, Sponsoren und Partnern für eine gelungene Veranstaltung und ergänzte: „Es ist klar: Der VDR ist nicht mehr ‚nur‘ der GeschäftsreiseVerband. Wir stehen für umfangreiche Expertise in ganzheitlichem Mobilitätsmanagement! Gemeinsam mit unseren Mitgliedern – Travel- und MobilitätsmanagerInnen sowie Anbietern – und unseren Partnern sehen wir den Wandel als Chance und gestalten die Zukunft der modernen Unternehmensmobilität interessenübergreifend und aktiv mit!“

Die nächste Tagung für Geschäftsreise- und Mobilitätsmanagement findet im Mai 2025 in Ingolstadt statt. P.S. DMM war an der Teilnahme wegen des Hochwasserereignisses in Kitzingen verhindert. Quelle: VDR / DMM