Virgin Atlantic verabschiedet sich von der Rock-Pflicht

Bei fast allen Airlines gibt es Vorschriften für das Outfit der Crew. Dabei entsprechen die Farben und gegebenenfalls auch Muster auf den Uniformen häufig den Logos beziehungsweise Schriftzügen auf den Flugzeugen. Schließlich soll die Uniform die Fluggesellschaft repräsentieren. Nun meldet Virgin Atlantic, dass ihre weiblichen Flugbegleiter ab sofort nicht mehr nur geschminkt die Kabine betreten dürfen. Auch ist die Rock-Pflicht aufgehoben.

Bei Virgin Atlantic wurde nun die Rock-Pflicht für Stewardessen aufgehoben. Foto: Virtin Atlantic

Bei Virgin Atlantic wurde nun die Rock-Pflicht für Stewardessen aufgehoben. Foto: Virtin Atlantic

Adrettes Erscheinen in roter Uniform mit Rock, hübscher Frisur und aufgelegtem Makeup samt roten Lippen – dieses klassische Bild einer attraktiven Stewardess liegen die Fluggäste, vor allem die männlichen. Virgin Atlantic hat die Bekleidungsvorschriften und Schminkregeln nun gelockert. Aus den geänderten Arbeitsverträgen geht hervor, dass die Damen nun auch Hose statt Rock tragen dürfen und Makeup ist kein Muss mehr.

Dass weibliche Flugbegleiter Hosen tragen dürfen, ist absolut keine Selbstverständlichkeit. Vor allem bei den asiatischen Carriern. Dort werden bei vielen Airlines die Frauen gezwungen, Rock zu tragen.  Die in Hongkong beheimatete ‚Cathay Pacific‘ hat erst nach zweijährigem Kampf der Gewerkschaft eingelenkt. Ihre Flugbegleiterinnen dürfen in Zukunft auch Hosen tragen. Aber erst in zwei bis fünf Jahren, wenn die nächste Kleidungs-Erneuerung stattfindet. Aber auch in Europa ist die freie Kleidungswahl von Flugbegleiterinnen keine Selbstverständlichkeit. Während Frauen z.B. bei der Lufthansa-Gruppe, bei Condor & Co. im Dienst Hosen tragen dürfen, ist es ihnen bei Ryanair untersagt: „Weibliches Kabinenpersonal trägt einen Rock als Teil der Uniform“, so ein Sprecher. Und auch bei British Airways gilt Rockpflicht mit Ausnahme der Langstrecken.

Hosen bei Flugbegleiterinnen sind immer wieder ein Thema. 2013 setzte etwa die Menschenrechtskommission Südkoreas durch, dass die weiblichen Angestellten von Asiana Hosen tragen dürfen. Als Etihad 2015 neuen Uniformen vorstellte, hieß es, es gebe keine Hosen für die weiblichen Crew-Mitglieder. Angeblich wünschten sich die Ladies ganz einfach keine Hosen.

Einen Schritt weiter als Etihad ging 2014 die japanische Fluggesellschaft Skymark Airlines, indem sie den Stewardessen figurbetonende Mini-Kleider vorschrieb. Die Airline wollte mit ihrer „Mini-Idee“ eine Atmosphäre schaffen, die zeige, wie „munter“ die vielen jungen Stewardessen seien. Allerdings sagte ein Sprecher der Fluglinie auch, man werde keine der Stewardessen zwingen, die neue Uniform mit sehr kurzen Minikleidern zu tragen. In dieser Uniform könne man sich „nicht auf die Arbeit konzentrieren“, kritisierte eine Interessenvereinigung der Flugbegleiterinnen und warnte vor Sicherheitsproblemen. Zudem könne dies sexuelle Belästigungen provozieren. Quelle: Virgin / DMM