Virgin Australia wird amerikanisch

Die insolvente Virgin Australia wird vom US- Private-Equity-Unternehmen Bain Capital zu 100 % übernommen. Die meisten der 10.000 Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben.

Virgin Australia - hier eine B777-300ER bei der Landung in LAX - wird vom US- Private-Equity-Unternehmen Bain Capital zu 100 % übernommen. Foto Tim Bowr VA

Virgin Australia - hier eine B777-300ER bei der Landung in LAX - wird vom US- Private-Equity-Unternehmen Bain Capital zu 100 % übernommen. Foto Tim Bowr VA

Virgin Australia Airlines Pty. Ltd. (bis 2011 Virgin Blue Airlines) hat ihren Sitz und Basis n Brisbane. Die Fluggesellschaft war nach Qantas die zweitgrößte Australiens und eine Tochtergesellschaft der Virgin Australia Holdings Ltd.. Die Virgin Group hält 8,7 % an der Virgin Australia Holdings. Während der Covild-19-Pandemie  meldete die Fluggesellschaft am 21. April 2020 ihre Zahlungsunfähigkeit an. Richard Branson, Eigentümer der Virgin Group, hatte keine Unterstützung bei der australischen Regierung erhalten und sämtliche Jobs standen auf der Kippe.

Am 26. Juni 2020 wurde bekannt gegeben dass die Bain Capital L.P. (Limited LIability Company), ein US-Finanzinvestor mit Sitz in Boston und einem verwalteten Vermögen von etwa 108 Mrd. US-Dollar, die Fluglinie komplett übernimmt. Bain Capital ist u.a. auch Mehrheitseigentümer am ehemals deutschen Unternehmen Jack Wolfskin (Hersteller von Funktionsbekleidung, Outdoor-Ausrüstung und Schuhen).

Schon zu Jahresbeginn war absehbar, dass Virgin Australia kaum eine Überlebenschance ohne staatliche Hilfe haben würde. Im Februar waren die roten Zahlen auf mehr als 5 Mrd. AUD angewachsen, also etwa 3,1 Mrd. Euro. Die Regierung lehnte die ersuchte Milliardenspritze ab, so dass das Management Insolvenz anmelden musste ( DMM berichtete).

Die Amerikaner wollen nun massiv Kapital einschießen, und den vorliegenden Turnaround-Plan des Virgin-Managements umsetzen. Der bedeutet u.a. eine Verkleinerung des Carriers. Bis Ende August soll der Deal abgeschlossen sein. Unterm Strich hat die Übernahme etwas Positives: Der Flugbetrieb geht weiter, der Steuerzahler wird nicht, anders als etwa wie in Deutschland , belastet, und es wird auch in Zukunft kein Inlands-Monopol der Qantas geben. Quelle: The Australian Fincncial Review / DMM