Vollständig Geimpfte sollen ab November 2021 in die USA reisen dürfen

Überraschende Kehrtwende im Weißen Haus und eine gute Nachricht für Geschäftsreisende: Die Vereinigten Staaten planen, die Reisebeschränkungen für alle vollständig geimpften ausländischen Besucher ab November zu lockern. Dies gab Jeff Zients, Koordinator der Covid-19-Abteilung des Weißen Hauses, am Montag, 20. September 2021 bekannt. Einen Haken gibt es aber: Wer mit Astra Zeneca geimpft ist, darf nicht in die USA einreisen; denn dieser Impfstoff ist in den Vereinigten Staaten nicht zugelassen.

Brückenschlag: Ab November wollen die USA ihre Grenzen for vollständig Geimpfte wieder öffnen. Foto Canusa

Brückenschlag: Ab November wollen die USA ihre Grenzen for vollständig Geimpfte wieder öffnen. Foto Canusa

„Ab Anfang November müssen ausländische Staatsangehörige, die in die Vereinigten Staaten fliegen, vollständig geimpft sein und einen Impfnachweis vorlegen, bevor sie ein Flugzeug Richtung USA besteigen“, sagte Zients gegenüber DMM und anwesenden Medien.

Die geplante und noch nicht offiziell gemachte Aufhebung der Reisebeschränkungen in die Vereinigten Staaten wird für viele Business Traveller und erst recht Tausende von Ausländern mit Familien in den Vereinigten Staaten, die fast während der gesamten Pandemie getrennt gehalten wurden, eine willkommene Nachricht sein.

Die Entwicklung ist ein erster Schritt zur „Reparatur von Gräben zwischen der Biden-Administration und europäischen Regierungen. Insbesondere wird die Reisebranche aufatmen, die sich bei der US-Regierung dafür eingesetzt hatte, einige der Regeln aufzuheben, die den internationalen Tourismus bis heute behindern. Fluggesellschaften, Hotels und Hospitality-Gruppen hatten ihre Unterstützung dafür geäußert, geimpfte Touristen aus dem Ausland wieder in die USA zu lassen.

Die US-amerikanischen Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten (CDC) werden einen Auftrag zur Kontaktverfolgung erstellen, der die Inlands- ausländischen Fluggesellschaften verpflichtet, Informationen von Reisenden in die USA zu sammeln, einschließlich Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Die Fluggesellschaften müssen die Kontaktverfolgungsinformationen 30 Tage lang aufbewahren. Dies wird es CDC und staatlichen und lokalen Gesundheitsbehörden ermöglichen, einreisende ausländische Staatsbürger und ihren jeweiligen Aufenthalt nachzuverfolgen.

Grundsätzlich müssen alle Flugpassagiere auf dem Weg in die Vereinigten Staaten auch Mund-Nase-Schutzmasken tragen. Die Transportation Safety Administration (TSA) hat die Geldstrafen für diejenigen verdoppelt, die sich weigern, Masken aufzusetzen.

Die neuen Leitlinien gelten für alle internationalen Reisen, und die Verwaltung wird die Definition von "vollständig geimpft" und die qualifizierten Impfstoffe der CDC vorlegen. Übrigens: Der Impfstoff AstraZeneca ist in den USA nicht zugelassen. Einreisen dürfen demnach nur Personen, die mit Biontech, Moderna oder Johnson % Johnson geimpft sind.

Der US-Reisebann war erstmals in den ersten Tagen der Pandemie verhängt worden, als der damalige Präsident Donald Trump im Januar 2020 alle Reisen  aus China einschränkte. Dieser Schritt konnte dennoch nicht verhindern, dass das Virus die Vereinigten Staaten erreichte. Die Trump-Administration fügte daraufhin die Länder der Schengen-Zone hinzu (26 Staaten in Europa), darunter Frankreich, Deutschland und Italien – sowie Irland und Großbritannien. Brasilien, Südafrika und Indien wurden separat hinzugefügt. Auch die Landgrenzen zu Kanada und Mexiko wurden geschlossen.
Biden hatte die strengen Verbote nicht unbedingt erforderlicher Reisen beibehalten, selbst als die Impfraten in Europa gestiegen waren. Biden verwies zur Begründung seiner Haltung auf die Unvorhersehbarkeit der Pandemie und das Aufkommen der Delta-Variante. Das wiederum sorgte für Verstimmung vor allem in Europa.

Im Laufe der letzten Monate hatten sich die Reisebeschränkungen für Ausländer in die USA zu einem großen transatlantischen Riss entwickelt. Die europäischen Staats- und Regierungschefs, frustriert über den offensichtlichen Mangel an Fortschritten, begannen, ihre Beschwerden öffentlich zu machen. Sie sagten, die Regeln würden die Beziehungen zwischen Europa und den Vereinigten Staaten schädigen.

Europa nämlich hatte im Juni seine Grenzen für Amerikaner geöffnet. Die Wut über die fehlende Gegenseitigkeit der USA habe die Entscheidung teilweise befeuert, sagten mit der Angelegenheit vertraute Beamte. Joe Biden hatte sein Amt mit dem Versprechen angetreten, zerrissene Allianzen wiederherzustellen, und verbrachte im Juni einen Großteil seiner Reise nach Europa, um sein Engagement für die transatlantischen Beziehungen zu verkünden. Er kündigte während dieses Besuchs eine Reihe von Task Forces an, die die Wiedereröffnung von Reisen vorbereiten sollten, aber es vergingen Monate, in denen davon kaum etwas zu spüren war. Doch hinter den Kulissen tat sich schon etwas: Unter der Aufsicht des Covid-19-Reaktionsteams des Weißen Hauses und des Nationalen Sicherheitsrats tagten  die Gruppen Vertreter der CDC sowie Beamte des Außenministeriums, des Gesundheits- und Sozialministeriums, des Heimatschutzes und des Verkehrswesens. Gleichzeitig arbeiteten die US-Vertreter mit Vertretern der Europäischen Union, des Vereinigten Königreichs, Kanadas und Mexikos zusammen um die Wiedereröffnungssituation zu erörtern. Quelle: DMM