Volvo S60 - Kein typischer, aber ein attraktiver Geschäftswagen

Er ist ein Schwede und doch kein echter Skandinavier; denn produziert wird Volvos S60 in den USA im dortigen Werk Charleston. Diesel gibt es bei der Limousine nicht mehr, was aber nichts macht; denn die Limousine ist eher weniger in den Fuhrparks zu finden, die zumeist auf den Selbstzünder zurückgreifen. Aber für Freiberufler ist der S60 durchaus eine gute Empfehlung. Wir haben die „scharfe“ Version S60 T6 AWD im R-Design gefahren, in der höchst attraktiven Fusion-Red Metallic-Lackierung.

Volvos S60 im R-Design ist mehr als ein Hingucker und durchaus ein Tipp für Freiberufler, die das Extravagante schätzen. Foto: G. Zielonka

Volvos S60 im R-Design ist mehr als ein Hingucker und durchaus ein Tipp für Freiberufler, die das Extravagante schätzen. Foto: G. Zielonka

In der Fusion Red Metallic-Lackierung wirkt der S60 T6 AWD R-Design ganz besonders attraktiv. Foto: G. Zielonka

In der Fusion Red Metallic-Lackierung wirkt der S60 T6 AWD R-Design ganz besonders attraktiv. Foto: G. Zielonka

Okay, für den einen oder anderen Selbstständigen ist dieses Fahrzeug genau das richtige. Die Zweilitermaschine mit ihren 310 PS und 400 Nm Drehmoment treibt den Allradler in knapp 5,5 Sekunden von Null auf 100 km/h und erst bei 250 km/h ist Schluss. Die 2021er-Generation freilich wird wie alle anderen Volvo-Modelle bei 180 km/h begrenzt, eine sehr vernünftige Entscheidung, mit der mehr Leben auf den Straßen gerettet werden sollen.

Optisch macht der S60 mächtig viel her, außen wie innen. Ein Blickfang sind allein schon die 19“-LM-Räder. Das Interieur verspricht gediegene und doch skandinavisch kühle Atmosphäre, die Verarbeitung der hochwertig anmutenden Materialien ist top. Das Raumangebot wirkt sehr großzügig und auch die Rundumsicht lässt keine Wünsche offen. Einzig mit dem Infotainment können wir uns nicht so richtig anfreunden. In der Cockpitmitte dominiert der senkrecht installierte 9,0“-Monitor über den nahezu sämtliche Funktionen einstellbar sind. Nicht schlecht ist das Navi, besser wäre ein Blick der Schweden nach Bayern. Die Fahrzeuge aus Ingolstadt z.B. bringen in ihren Navis eine tolle Google-Earth-Ansicht. 3D wie im Volvo wirkt schon etwas antiquiert. Generell aber wünschen wir uns ein etwas logischer zu bedienendes Infotainmentsystem.

Serie bei unserem Testwagen war auch ein strafferes Setup. Zudem ist die 4.761 mm lange Karosserie gegenüber den Normalgeschwistern um 15 mm abgesenkt. Das lässt den coupéartigen Wagen noch einen Tick dynamischer erscheinen. In Sachen Fahrkomfort ist die Limousine eben ein typischer Sportwagen, ungemein temperamentvoll, mit einem tollen Handling, einer präzisen Lenkung und Traktionspower beinahe ohne Ende. Auch das Kurvenverhalten ist aus unserer Sicht perfekt, als wenn man auch Schienen geleitet wird. Was die Innenraumakustik betrifft, haben auch diesbezüglich die Schweden ganze Arbeit geleistet. Der Wagen wirkt auch bei schnellem Vorwärtsdrang und hohem Tempo angenehm ruhig.
Die Vordersitze sind einfach perfekt, fast wie AGR-Sitze. Auch nach vielen Kilometern steigt man nicht ermüdet und krumm aus dem Wagen. Ein weiteres Plus: Auch groß gewachsene Personen finden ordentlich Platz; und trotz flacher Dachlinie geht auch die Kopffreiheit für Erwachsene auch im Fond vollkommen in Ordnung.

Dank umfangreicher (optionaler) Zusatzausstattung wie Media und Sound Paket, Laderaum-Paket, Licht-Paket, Park-Assistenz-Paket, Xenium-Pakt, Surround View u.v.a.m. und der  Volvo-typischen umfangreichen Sicherheitsausstattung kam unser Testwagen auf einen stolzen Bruttopreis von 69.060 Euro. Nicht wenig für ein Modell der gehobenen Mittelklasse. Dafür aber bekommt man auch eine Menge Auto. Und wer’s nicht kaufen möchte; dem sei das Volvo Autoabo Care by Volvo ans Herz gelegt. Außer Tanken muss man sich um nichts mehr kümmern. DMM /GZ