Weniger fliegen, weniger Lkw-Verkehr, weniger Kohlekraftwerke...

... wir alle forcieren den Klimawandel und seine jetzt schon spürbaren Auswirkungen, weil wir zu wenig zu Verzicht bereit sind bzw. auf falsche, sprich herkömmliche Energieträger setzen. So werden die kommenden fünf Jahre wahrscheinlich wärmer als je seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, heißt es im aktuellen Bericht der Vereinten Nationen und der Weltwetterorganisation WMO.

Der am Sonntag, 13. September 2020 vorgestellte Bericht ergänzt die umfangreichen Sachstandsberichte des Weltklimarats IPCC.

Die wahnwitzige Lkw-Verkehr mit seinem irre hohen Schadstoffausstoß, die immense Dichte an Flugbewegungen, die vielen Millionen an Pkw mit Verbrennermotoren, die drei genannten Verkehrsträger tragen als Mitverursacher des Klimawandels zu bald unerträglichen Lebensbedingungen auch in Zentraleuropa bei. Mit der laufenden Zunahme an Straßen- und Luftfahrzeugen mit Verbrennermotoren, also umweltschädlichen Transportmitteln, die viel zu viel Kohlenstoff in die Luft pusten mit der Folge eines weiter ansteigenden Ausstoßes von Klimagasen, mit dem Einsatz von nach wie vor viel zu wenig erneuerbaren Energien, mit unsäglicher Stein- und Braunkohleverbrennung,  wird die Welt es nicht schaffen, die Erderwärmung auf unter zwei oder gar bei 1,5 °C zu begrenzen, so die Wissenschaftler. Im Gegenteil. Katastrophale Hitze, ebensolche Trockenheit, immer gravierenderer Wassermangel sind Vorboten einer Katastrophe, die alle zu verantworten haben, die in der Vergangenheit zu wenig auf klimafreundliche Energien gesetzt haben.

Das Jahr 2020 zeigt trotz Corona und einem zweitweisen Rückgang der Schadstoffemissionen, dass die CO2-Konzentrationen eben nicht sinken, sondern weiter auf neue schlimme Rekordwerte steigen. Dass sich die Coronakrise nur so wenig auswirke, liegt laut UN-Bericht an der Menge des bereits in der Atmosphäre angereicherten Kohlendioxids. Auch die Emissionen des starken Klimagases Methan aus menschlichen Aktivitäten nahmen in den letzten zehn Jahren weiter zu.

„Zur Stabilisierung des Klimawandels wären nachhaltige Emissionsminderungen auf null erforderlich“, heißt es weiter. Das bedeutet z.B. für den Verkehrssektor, dass 90 % aller Gütertransporte sofort auf die umweltfreundliche Schiene verlagert werden müssten, und auch die Zahl der Flüge müsste stark begrenzt werden.

Dem UN-Bericht zufolge werden mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 % ein oder mehrere Monate in den nächsten fünf Jahren mindestens 1,5 °C wärmer sein als in vorindustrieller Zeit. Nachdrücklich warnen die Autoren, dass sich der vom Menschen verursachte Klimawandel auf lebenserhaltende Systeme auswirken und die menschliche Sicherheit bedrohen wird.

Die Auswirkungen des Klimawandels sind laut dem Bericht am stärksten im Wasserhaushalt der Erde zu bemerken: Anfang bis Mitte der 2010er Jahre lebten 1,9 Mrd. Menschen oder 27 % der Weltbevölkerung in potenziell stark wasserarmen Gebieten. Im Jahr 2050 wird diese Zahl auf 2,7 bis 3,2 Mrd. Menschen steigen. Zunehmend betroffen sein wird auch Mitteleuropa.

Sollen die Ziele des Pariser Abkommens noch erreicht werden, müssten die Emissionen zum Erreichen des Zwei-Grad-Ziels jährlich um 3 %, zum Erreichen des 1,5°C-Ziels sogar um 7 % im Jahr sinken. Dies erfordere jedoch schnelle, gemeinsame Maßnahmen aller Länder und aller Sektoren. Ein wesentlicher Teil des kurzfristigen Potenzials könnte durch die Ausweitung bewährter Maßnahmen realisiert werden: den Ausbau der erneuerbaren Energien, mehr Energieeffizienz, kohlenstoffarme Transportmittel und ein Ausstieg aus der Kohle. Quelle: UN / DMM