Wer fährt elektrisch und warum?

Elektroautos erfreuen sich zunehmend einer größeren Beliebtheit. Gleiches gilt für Hybridautos. Doch wer kauft eigentlich welchen Fahrzeugtyp, gibt es Unterschiede zwischen den beiden Käufergruppen? Der Datenspezialist Acxiom hat Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes statistisch ausgewertet und mithilfe der Markt-Media-Studie best for planning die verschiedenen Merkmale von Elektroauto- und Hybrid-Fahrern vergleichend analysiert, um so ein genaueres Bild der verschiedenen Zielgruppen zu schaffen.

Die Zahl der zugelassenen Elektroautos in Deutschland steigt von Jahr zu Jahr stetig an. Während laut Kraftfahrt-Bundesamt am 01. Januar 2019 noch 83.175 Elektroautos auf den deutschen Straßen fuhren, sind es am 01. Januar 2020 nun schon 136.617. Dies entspricht einem Anstieg von rund 64 % - eine steile Wachstumskurve, die nicht zuletzt wahrscheinlich auch dem Umweltbonus der Regierung zu verdanken ist. Im Juli 2020 kamen laut KBA 16.798 neue BEV hinzu. Ihr Anteil an den Neuzulassungen lag damit bei 5,3 %. 52.488 Hybride bescherten einen Zuwachs von +143,5 %, was einem Anteil von 16,7 % entsprach, darunter 19.119 Plug-in-Hybride (+484,7 %) und einem Anteil von 6,1 %.

Regionale Verteilung: Elektro vs. Hybrid. Das Potenzial von Elektrofahrzeugen haben schon letztes Jahr vorwiegend die Bewohner der südlichen Bundesländer erkannt. Bereits 2019 waren sie der Spitzenreiter bei der Verteilung von Elektrofahrzeugen, Bayern allen voran. Auch im Jahr 2020 sind Fahrer von reinen Elektrofahrzeugen überproportional häufig in Bayern und Baden-Württemberg vertreten. Deutlich unterrepräsentiert sind E-Autos dagegen in den östlichen Bundesländern. Besonders in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern ist der Anteil an Elektrofahrzeugen deutlich geringer als im restlichen Deutschland.

Betrachtet man nun aber die Verteilung von Hybridauto-Fahrern im Jahr 2020, ergibt sich ein anderes Bild:  Zwar fällt die allgemeine Anzahl an zugelassenen Hybridfahrzeugen höher aus als die der Elektroautos, die Verteilung innerhalb Deutschlands scheint im Vergleich aber deutlich weniger konzentriert. Es zeigt sich allerdings, dass Hybridfahrzeuge in den östlichen Bundesländern im Gegensatz zu Elektroautos überdurchschnittlich häufig vertreten sind. Zu einer Ballung an Hybridauto-Fahrern kommt es, wenn auch eher geringfügig, vor allem in den Bundesländern Hessen und Berlin.

Stadt vs. Land. Fahrer von Elektro- bzw. Hybridfahrzeugen sind überdurchschnittlich häufig in Ballungsräumen bzw. Gemeinden mit über 500.000 Einwohnern vertreten, reine Elektrofahrzeuge auch in Gemeinden mit 5.000 bis 20.000 Einwohnern. Vor allem Fahrer von Hybrid-Plug-in-Fahrzeugen sind überdurchschnittlich häufig in der Nähe von Elektro-Ladestationen zu finden. Dieser Effekt ist bei den reinen Elektrofahrzeugen nicht ganz so stark ausgeprägt. Eine mögliche Erklärung findet sich in einer Umfrage des BDEW: Rund 65 % der Ladevorgänge werden zu Hause durchgeführt, 7 % auf der Arbeit und nur 15 % an öffentlichen Ladesäulen. Damit ist Elektromobilität auch ein chancenreiches Thema für ländlich geprägte Regionen.

Männlich, Haus, verheiratet, mit Kindern, hohes Einkommen. Fahrer von Elektro- und Hybridfahrzeugen sind überwiegend Männer mittleren Alters mit hohem Sozialstatus. Elektroauto-Fahrer sind meist zwischen 35 und 59 Jahren, Hybridauto-Fahrer überwiegend 40-59 Jahre alt. Sie sind oftmals verheiratet und haben eigene Kinder. Beide Zielgruppen, vor allem aber die Fahrer von Elektroautos, leben häufig in Ein- und Zweifamilienhäusern in guten und exklusiven Wohnlagen mit großen Wohnflächen und Gärten.

Bei Fahrern von Elektroautos stehen meist zwei oder sogar mehr Pkw in der Garage, denn sie sind „Autofans“ und umweltbewusste Fahrer. Häufig dient das Elektrofahrzeug auch als Firmenwagen für Selbstständige. Bei Fahrern von Hybridfahrzeugen sind es dagegen meist nur ein bis zwei Pkws, dafür haben sie jedoch eine höhere Kilometerleistung pro Jahr. Besitzer von Elektroautos haben ein hohes Qualitäts- und Statusbewusstsein, für sie steht beim Autokauf die Marke im Vordergrund. Für Hybrid-Fahrer spielt hingegen auch der Preis des Autos eine wichtige Rolle.

Sportlich aktiv, politik-interessiert, naturverbunden. Fahrer von Elektro- und Hybridfahrzeugen haben eine hohe Öko- und Reiseaffinität. Sie verfügen über eine starke Spendenbereitschaft, vor allem für Umwelt und Natur. Dies spiegelt sich auch in ihren Freizeitaktivitäten und Interessen wider, denn vor allem Fahrer von Elektrofahrzeugen sind sehr naturverbunden. Sie üben viele verschiedene sportliche Aktivitäten aus, stark überdurchschnittlich vertreten sind die Kategorien Bergsteigen und Klettern, Wintersport wie Ski fahren, Snowboarden und Skilanglauf oder Golf spielen. Die Freizeitbeschäftigungen von Hybrid-Fahrern sind ähnlich naturverbunden: sie mögen zum Beispiel Wintersport, Reiten und Golf spielen.

So haben Elektroauto-Besitzer auch eine hohe Affinität für alternative Energien, während dieser Effekt bei reinen Hybrid-Fahrern nicht zu erkennen ist. Das Interesse an politischen und wirtschaftlichen Themen haben beide Zielgruppen dann wieder gemeinsam, wenngleich die Ausprägung bei reinen Hybridfahrzeug-Fahrern ein wenig schwächer ausfällt. Quelle: Acxicom / DMM