Wintersturm bremst Reiseverkehr im Nordosten der USA

Ein Wintersturm brachte am Freitagabend heftigen Schneefall und tückisches Eis über Teile der Großen Seen und des Nordostens der USA. Er legte den Verkehr zu Land und in der Luft weitgehend lahm und verursachte in einigen Gebieten Stromausfälle.

 

Laut FlightAware waren bis Samstagfrüh mehr als 650 Flüge innerhalb, nach und aus den USA verspätet und mindestens 600 gestrichen. Besonders betroffen waren die drei großen Flughäfen New Yorks, und auch aus Boston wurden weitere Störungen gemeldet. Bereits am Freitag hatte es über 8.500 Verspätungen und 1.700 Flugausfälle gegeben.

Laut poweroutage.us waren in Michigan mehr als 30.000 Haushalte und Unternehmen ohne Strom, da Eis auf Bäumen und Stromleitungen lastete. Mehr als 23 Mio. Menschen waren bis Samstag von den Auswirkungen des Schneesturms betroffen – darunter auch New York City, wo der stärkste Schneefall seit 2022 erwartet wurde. In Teilen des Bundesstaates New York fiel am Freitag immer wieder Schnee.
Die Bevölkerung wurde dringend dazu aufgerufen, während des tagelangen Sturms nicht zu reisen. Der Staat kündigte ab Freitagnachmittag Fahrbeschränkungen für den Straßengüterverkehr auf den Autobahnen an. Connecticuts Gouverneur Ned Lamont riet Autofahrern ebenfalls, am Freitagabend nicht zu fahren. Auch für Philadelphia galt eine Winterwetterwarnung. Dort wurde am Freitag ein Mix aus Schnee, Schneeregen und gefrierendem Regen erwartet.

Laut dem Nationalen Wetterdienst wurden für die Tri-State-Region Schneemengen zwischen 5 und 9 Zoll (bis zu 21 cm) vorhergesagt, wobei am Freitagabend zeitweise starker Schneefall erfolgte. Laut Wetterdienst wird in einem schmalen Streifen von Long Island, New York, bis nach Connecticut und in Teile des Bundesstaates New York nördlich von New York City mit bis zu 30 cm Neuschnee gerechnet.

Die New Yorker Einsatzkräfte bereiten sich seit Tagen vor, zusätzliches Personal steht bereit, um auf den Sturm reagieren zu können. Am Freitag liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren: Straßen wurden gestreut, Schneepflüge bereitgestellt und die Fähre aufgrund des erwarteten starken Schneefalls vorzeitig stillgelegt. Die genauen Schneemengen sind noch ungewiss, da sie davon abhängen, wo sich stärkere Schneebänder im Verhältnis zu New York City bilden. An einigen Orten nördlich und westlich der Stadt könnten jedoch mehr als 20 cm Schnee fallen. Das letzte Mal, dass New York City einen Schneesturm mit mindestens 10 cm erlebte, war am 07. Januar 2022. Im Lauf des Samstags dürfte der Schneefall nachlassen. 

In Philadelphia wird ein Mix aus Schnee, Schneeregen, Eisregen und Regen erwartet, wobei 2,5 bis 7,5 cm Schnee und Schneeregen fallen können. Für Westpennsylvanien, östlich von Pittsburgh und westlich von Altoona, gilt bis Samstagmorgen eine Eissturmwarnung vor Eisbildung am Boden und an den Stromfreileitungen von 5 bis 8 mm, die ausreichen, um Bäume und Stromleitungen zu beschädigen. Der Niederschlagsmix aus Eis und Schnee, der im Nordosten Pennsylvanias fällt, setzte am Freitagmittag im gesamten Bundesstaat ein. Reisen oder Auto oder Flugzeug könnten nahezu unmöglich sein“, so der Nationale Wetterdienst (NWS). Weiter südlich, in Washington, D.C., regnet es im Zuge des Sturmsystems hauptsächlich, während in nördlichen Teilen Marylands auch Schneeregen und gefrierender Regen fallen.

Wintersturm auch in Kalifornien. Am ersten Weihnachtsfeiertag und Heiligabend kam es auf einem Highway im Nordosten Kaliforniens aufgrund von Schneefall zu Verkehrsunfällen und Straßensperrungen. Die California Highway Patrol teilte in den sozialen Medien Aufnahmen von Fahrzeugen, die in der Weihnachtsnacht in der Nähe von Castle Peak in der Sierra Nevada im Stau standen. Dort war es auf der Autobahn am Donner Summit in 2.207 m Höhe zu einer Massenkarambolage gekommen. 

Die California Highway Patrol hatte bereits drei Tage vor Weihnachten vor einem Wintersturm gewarnt und angekündigt, dass dieser bis einschließlich Heiligabend andauern würde. „Starker Schneefall, heftige Winde und zeitweise Nullsicht werden die Straßenverhältnisse rapide verschlechtern“, schrieb die Polizei. „Wir lieben Weihnachtstraditionen, aber auf der I-80 im Stau zu stehen, sollte nicht dazu gehören.“ Am Heiligabend gab die California Highway Patrol eine weitere Warnung vor glatten und vereisten Straßen heraus und riet den Fahrern, vorsichtig zu fahren. 
Die Polizei bezeichnete die Bedingungen als „extrem schwierig“ und erklärte, Abschleppwagen seien im Einsatz, um „Dutzende gestrandete Autofahrer“ zu erreichen. Während der gesamten Weihnachtswoche wurde eine Schneekettenpflicht  eingeführt. Quelle: CNN / DMM