Wirtschaft, VDR und Dehoga wettern gegen Beherbergungsverbot

Für ein einheitliches europäisches Vorgehen im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie wirbt Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages. Schweitzer verweist auf die Sorge, mit der die stark exportorientierte deutsche Wirtschaft auf die wieder steigenden Corona-Infektionszahlen in Europa blickt. Auch der VDR fürchtet eine erneute Verschärfung der Situation der Geschäftsreise-Branche.

"Schon heute bedeutet der Flickenteppich aus unterschiedlichen Reisebeschränkungen für die Betriebe zusätzlichen Aufwand, der ihnen das grenzüberschreitende Wirtschaften erschwert", betont er. "Häufige und teils kurzfristige Veränderungen bei Teststrategie, Quarantänevorgaben sowie Reisewarnungen schaffen zusätzliche Unsicherheit und verstärken das wirtschaftliche Risiko." Außerdem sorgten unterschiedliche Vorschriften in den einzelnen EU-Ländern bei den Betrieben für immensen Informations- und Planungsaufwand, so Schweitzer.

Funktionsfähiger Binnenmarkt "zentral" für die Betriebe. "Ein weiteres unkoordiniertes Einschränken des Binnenmarktes wie zu Beginn der Pandemie würde den mühevollen Neustart der Betriebe deutlich schwächen", warnt der DIHK-Präsident. "Die EU-Staats- und Regierungschefs sollten sich deshalb bei ihrem Gipfeltreffen auf eine gemeinsame Vorgehensweise für erforderliche Corona-Reisebeschränkungen einigen. Denn für die Erholung der Wirtschaft ist die Rückkehr zu einem voll funktionierenden Binnenmarkt zentral."

Inzwischen machen Wirtschaftsverbände und der Dehoga Front gegen gegen das uneinheitliche Vorgehen der Bundesländer bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Besonders ärgern die Beherbungsverbote in einigen Bundesländern für Gäste aus innerdeutschen Risikogebieten (DMM berichtete). DIHK-Präsident Schweitzer kritisierte die unkoordinierten Regelungen bei den angekündigten Beherbergungsverboten. Dies sorge aktuell für große Verunsicherung bei den Unternehmen. Schließlich hätten gerade die Betriebe in der Tourismuswirtschaft Hygienekonzepte ausgearbeitet, digitale Lösungen entwickelt und sich unter erschwerten Bedingungen weiter engagiert.

Auch die Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges bezeichnete es als völlig unbefriedigend, dass es keine bundeseinheitlichen Regelwerke gibt. U.a. müsste nach ihrer Ansicht klar gestellt werden, dass Geschäftsreisende von den Beherbergungsverboten ausgenommen werden. Dies ist bis dato nicht der Fall.

VDR-Präsidnt Christof Carnier befürchtet, dass sich die Situation für Geschäftsreisende angesichts der innerdeutschen Beherbergungsverbote wieder verschärfen werde. „Erste Unternehmen weisen ihre Mitarbeiter bereits wieder an, ausschließlich im Homeoffice zu arbeiten und Geschäftsreisen nur in dringenden Ausnahmefällen durchzuführen“, so der VDR-Präsident. Ohne Geschäftsreisen leide jedoch auch die regionale Wertschöpfung in Deutschland, warnte Carnier, da von den Ausgaben der Geschäftsreisenden auch Gastronomie, Einzelhandel und Dienstleistungssektor am Zielort profitierten. Quelle: DIHK / Dehoga / DMM