Yaris Cross: Ein B-SUV mit Esprit

Ab 18. September 2021 rollen die ersten Exemplare des neuen Toyota Yaris Cross auf deutsche Straßen. Hier zu Lande wird das Modell aus dem B-SUV-Segment ausschließlich als Hybrid angeboten. Gute 40 % sollen an die gewerbliche Klientel gehen. Den normalen Yaris, der zu 50 % gewerblich genutzt wird, gibt es weiterhin auch als Benziner, zumal der sehr oft von Serviceunternehmen wie etwa Pflegediensten geschätzt wird.

DMM (hier mit zic-Chef Gernot Zielonka) hat den neuen Toyota Yaris Cross gefahren. Das schicke Fahrzeug im B-SUV-Segment soll zu 40 % gewerblich zugelassen werden. 15.000 Einheiten pro Jahr sollen allein in Deutschland verkauft werden. Foto: Harald Dawo.

DMM (hier mit zic-Chef Gernot Zielonka) hat den neuen Toyota Yaris Cross gefahren. Das schicke Fahrzeug im B-SUV-Segment soll zu 40 % gewerblich zugelassen werden. 15.000 Einheiten pro Jahr sollen allein in Deutschland verkauft werden. Foto: Harald Dawo.

Toyotas neuer Yaris Cross ist ein praktischer "kleiner" SUV. Foto: Harald Dawo

Toyotas neuer Yaris Cross ist ein praktischer "kleiner" SUV. Foto: Harald Dawo

Gut gestaltetes Cockpit und leicht bedienbar. Foto: G. Zielonka

Gut gestaltetes Cockpit und leicht bedienbar. Foto: G. Zielonka

Entwickelt worden ist der Yaris Cross für europäische Kunden. In Deutschland gibt es das wirklich schicke Modell ausschließlich als Fullhybrid, anders als etwa in Großbritannien, wo das Auto auch als reiner Benziner zu haben sein wird. Das Car of the year 2021 ist nun eines von vier SUV-Typen in Toyota's deutschem Portfolio und das zweite Fahrzeug auf der New Global Architecture-Plattform (GA-B), nach dem normalen Yaris. Die Crossover-Version verfügt jedoch über mehr Bodenfreiheit und eine erhöhte Sitzposition. Die Plattform verleiht dem Fahrzeug eine hohe Karosseriesteifigkeit, einen niedrigen Schwerpunkt und ein ausgewogenes Chassis, das sichere und agile Handling-Eigenschaften sowie ausgezeichneten Fahrkomfort gewährleistet.

Im ablaufenden Jahr 2021 will der Kölner Deutschland-Importeur noch 3.800 Einheiten des schicken Kompakt-SUV verkaufen. Im ersten vollen Verkaufsjahr 2022 sollen es dann gute 15.000 Einheiten werden. Yaris und die Crossoverversion spielen für TMD eine wichtige Rolle im privaten wie gewerblichen Segment. Insgesamt will TMD von beiden Versionen 35.000 Einheiten im kommenden Jahr vermarkten bei einem Gesamtverkaufsziel von 100.000 Fahrzeugen. Das scheint nicht unrealistisch und würden den derzeitigen Marktanteil von 3 % leicht erhöhen.

Zu haben ist das „kleine“ SUV-Modell mit serienmäßigem 1,5-Liter-Hybridsystem schon jetzt. Die Preise beginnen bei 22.690 Euro brutto. Ab Marktstart steht neben dem Front- auch ein intelligenter Allradantrieb (AWD-i) zur Verfügung. Der 4WD wechselt je nach Fahrbedingungen automatisch zwischen Front- und Allradantrieb.  Ein manuell wählbarer Modus für Gelände und Schnee verbessert die Fahrstabilität unter anspruchsvollen Bedingungen. Allerdings haben wir bei unseren Testfahrten keinerlei Unterschied im Fahrverhalten von 2WD und 4WD feststellen können. Den Kaufinteressenten, ob gewerblich oder privat würden wir eher zum Frontantrieb raten. Der ist im Fall der Ausstattungsvariante Team D immerhin 2.670 Euro (brutto) günstiger.

Ausstattungslinien. Die Kunden können unter sechs Ausstattungslinien wählen. Darunter ist auch die limitierte Premier Edition, die mit exklusiven Ledersitzen, gefrästen 18“-LM-Rädern, einer elektrischen Heckklappe mit Sensorsteuerung, einem Head-up-Display sowie Zweifarb-Lackierungen vorfährt. TMD schätzt, dass die Ausstattungsvariante Team D mit 56 % das Gros unter den Verkäufen ausmachen wird gefolgt von den Versionen Comfort (20 %) und Adventure (8%). Dass es den Yaris Cross „nur“ mit Automatikgetriebe gibt, ist vollkommen okay. Schalter gehören auch hier zu Lande langsam zum alten Eisen.

Antrieb. Das Herz des Crossovers schlägt im Antriebsstrang mit dem Hybridantrieb – bestehend aus einem 1,5 l-Dreizylinderbenziner-Frontmotor und einer permanent erregten Synchron-E-Maschine. Beide zusammen erzeugen eine Systemleistung von 85 kW bzw. 116 PS und ein Drehmoment von 141 Nm. Das reicht allemal für flotten Vortrieb. Binnen 11,2 Sekunden treibt das System das SUV auf 100 km/h. Bei Tempo 170 km/h ist Schluss. Rein elektrisch käme man auf 3 bis 5 km.  

Der stromunterstützte Reihenbenziner überzeugt mit Bestwerten im B-SUV-Segment bei Verbrauch und Emissionen. In der vierten Generation bietet die Hybrid-Antriebstechnologie von Toyota 15 % mehr Systemleistung und ist 15 % effizienter als das Vorgängersystem, erläuterten Toyota-Experten bei der Präsentation. Was den Treibstoffkonsum betrifft, waren wir sehr überrascht. Bei unseren Fahrten durch Brüssel und umliegende Ortschaften über lange Distanzen mit Stadtverkehr, Landstraßen und Autobahnen brachten wir doch tatsächlich einen durchschnittlichen Verbrauch von 3,6 Litern/100 km zustande. Bei 36 Litern Inhalt kämen wir damit auf eine Reichweite von sagenhaften 1.000 km. Heißt: Toyota verspricht nicht zuviel, wenn von einem sehr effizienten Fahrzeug die Rede ist.

Interieur. Das Infotainment mit dem bis zu 9“ großen Touchscreen ist verständlich bedienbar. Smartphone können per Apple Carplay oder Andrioid Auto eingebunden werden, übrigens auch kabellos. Wie bei Toyota gewohnt bieten Matreialauswahl und Verarbeitung keinen Anlass zu Kritik. Das Gestühl bietet zwar keine AGV-Qualität, aber sie bieten ordentlichen Seitenhalt. Der Kofferraum erscheint uns mit 320 l auch ausreichend. Man kann ihn aber auch 1.097 l erweitern, wenn man die Lehnen der Rückbank umlegt, wozu freilich die Kopfstützen entfernt werden müssen.

Unser Fahreindruck. Der Fahrkomfort geht vollkommen in Ordnung. Der Wagen lässt sich sehr dynamisch bewegen, ist spurstabil, die ZF-Dämpfer leisten gute Arbeit, lassen einen aber nicht immer im Unklaren über den befahrenen Untergrund, sie sorgen für eine nicht zu straffe und nicht zu weiche Federung. Alles in allem waren wir mit dem Yaris Cross entspannt und vor allem komfortabel unterwegs. Von Seitenneigung haben wir bei schneller Kurvenfahrt kaum etwas gespürt. So lange man entspannt dahingleitet, ist die Geräuschkulisse niedrig. Ist man aber schneller als 120 km/h unterwegs ist, wirkt der Dreizylinder vom Sound her etwas rau.
Auch wenn’s ans Parken geht, wartet der Neuling mit einer wertvollen Hilfe auf: einem halbautomatischen Parkingsystem (bei dem der Fahrer noch mitmachen muss). Es erleichtert das Einparken in allen erdenklichen Situationen.   

Ein paar Schmankerl am Rande: Toyota bietet eine 10-Jahres-Garantie, sofern man seine Inspektionen beim Vertragshändler durchführen lässt. Erwirbt man einen gebrauchten Yaris, geht die Garantie an den Neubesitzer über. Und hat der Vorbesitzer möglicherweise die Services woanders durchführen lassen, ist auch das kein Problem für den Neubesitzer: Das Auto zum Toyota-Händler bringen und schon läuft die Garantie wieder an.

Toyota bietet für den Yaris Cross zudem eine Kfz-Versicherung mit 10 % Nachlass bei Abschluss an. Der Nachlass kann sich auf bis zu 20 % erhöhen, je mehr man elektrisch unterwegs ist. Quelle: DMM / Toyota