Zwei neue Kia-Plug-in-Hybride

Kia bietet die gesamte E-Palette von 48-Volt-Mildhybriden über Voll- und Plug-in-Hybride bis zu reinen Elektroautos wie e-Niro und e-Soul an. Nun setzt der koreanische Autobauer seine speziell für den europäischen Markt konzipierte Kompaktwagenfamilie Ceed unter Strom: Der Kombi Ceed Sportswagon und der neue Crossover XCeed (Markteinführung 21.09.2019) sind ab Anfang 2020 auch als Plug-in-Hybride zu haben.

Der neuer Crossover XCeed und der Ceed Sportswagon sind ab Anfang 2020 auch als Plug-in-Hybride erhältlich. Rendering: Kia

Der neuer Crossover XCeed und der Ceed Sportswagon sind ab Anfang 2020 auch als Plug-in-Hybride erhältlich. Rendering: Kia

Der Antriebsstrang der neuen Plug-in-Hybride beinhaltet einen 1,6-Liter-Benzindirekteinspritzer aus der „Kappa“-Baureihe, einen 44,5 kW starken Elektromotor und eine 8,9-kWh-Lithium-Ionen-Polymer-Batterie. Mit 104 kW (141 PS) Gesamtleistung und einem maximalen Drehmoment von 265 Nm beschleunigt das Hybridsystem den Ceed Sportswagon in 10,8 Sekunden auf Tempo 100 und den XCeed in 11,0 Sekunden. Der E-Motor und der Benziner treiben die Vorderräder über ein Sechs-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe (DCT) an, das mehr Fahrspaß bietet als die im Hybridsegment verbreiteten stufenlosen Getriebe (e-CVT). Herkömmliche e-CVT-Hybride wandeln einen Teil der vom Verbrennungsmotor erzeugten Leistung in elektrische Energie um und betreiben damit den Elektromotor, was zu Energieverlusten führt. Das DCT der neuen Kia-Plug-in-Hybride minimiert derartige Verluste, indem es die volle Leistung von Verbrennungs- und Elektromotor parallel überträgt.

Zur hohen Energieeffizienz trägt auch das wirkungsvolle regenerative Bremssystem bei, das beim Coasting (freies Rollen) oder Bremsen kinetische Energie in elektrische umwandelt und damit die Batterie lädt. Nach vorläufigen Messungen haben beide Plug-in-Hybride eine elektrische Reichweite von bis zu 60 km (je nach Ausführung). Dadurch können sie einen Großteil der täglichen Fahrten inklusive kurzer Pendelstrecken als reine Stromer absolvieren. Sowohl XCeed Plug-in Hybrid als auch Ceed Sportswagon Plug-in Hybrid sind mit einem „Virtual Engine Sound System“ ausgestattet, das im Elektrobetrieb ein bis zu 59 dBA lautes Warnsignal zum Schutz von Fußgängern erzeugt. Aktiv ist das System bei niedrigen Geschwindigkeiten sowie beim Rückwärtsfahren.

Die neuen Stecker-Varianten setzen sich auch optisch von ihren jeweiligen Schwestermodellen ab. So ist der Kühlergrill geschlossen, um die Aerodynamik zu optimieren. Die Plug-in-Version des Ceed Sportswagon ist darüber hinaus an „eco plug-in“-Emblemen zu erkennen und serienmäßig mit den Stoßfängern der Version GT Line ausgestattet, die den Kombi betont sportlich auftreten lassen. Der Ladeanschluss befindet sich bei beiden Modellen im rechten vorderen Kotflügel. Neben den serienmäßigen 16-Zoll-Leichtmetallfelgen sind weitere Leichtmetallräder mit speziellem Design erhältlich, beim Ceed Sportswagon in 17 Zoll, beim XCeed in 18 Zoll.

Auch im Innenraum finden sich Ausstattungselemente und Systeme, die speziell auf die Plug-in-Varianten zugeschnitten sind. So lässt sich an der Ladezustandsanzeige oben auf dem Armaturenbrett schon von außen erkennen, wie weit das Laden der Batterie fortgeschritten ist. Neben dem 8-Zoll-Infotainmentsystem ist zudem ein neues 10,25-Zoll-Navigationssystem erhältlich. Es bildet zugleich die Schnittstelle zu den neuen Online-Diensten Kia UVO Connect, die unter anderem die nächstgelegenen Ladestationen anzeigen, samt Details zu Kompatibilität und Verfügbarkeit. Die Bildschirme liefern dem Fahrer auch Informationen zum Antriebsstrang, zum Ladelevel der Batterie oder zum Energieverbrauch. Zudem kann über die Touchscreens das Laden der Batterie programmiert werden, um zum Beispiel von günstigeren Nachttarifen zu profitieren. Beide Infotainmentsysteme verfügen serienmäßig über eine Smartphone-Schnittstelle (Android Auto, Apple CarPlay). Das 10,25-Zoll-System ermöglicht zudem Bluetooth-Mehrfachverbindungen. Dadurch können zwei mobile Geräte gleichzeitig angeschlossen werden.

Auch die Instrumenteneinheit liefert spezielle Plug-in-Hybrid-Informationen, etwa zum Ladezustand der Batterie, zur aktuellen elektrischen Reichweite oder zum Energiefluss zwischen Akku, Benziner und E-Motor. Je nach Ausführung ist für beide Modelle darüber hinaus das neue, volldigitale Kombiinstrument von Kia erhältlich. Dessen durchgehender 12,3-Zoll-Bildschirm mit hoher Auflösung (1920x720 Pixel) bietet neue Darstellungsmöglichkeiten und zeichnet sich durch eine gestochen scharfe Grafik aus. Die „Driver Only“-Taste am Armaturenbrett deutet auf eine weitere Besonderheit der Plug-in-Varianten hin: Sie verfügen über ein innovatives Belüftungs- und Klimatisierungssystem, das es ermöglicht, nur den Fahrerplatz zu klimatisieren. Dabei wird die Ventilation an den anderen Plätzen vollständig abgeschaltet – im Gegensatz zu konventionellen Systemen, bei denen durch das Schließen der Lüftungsdüsen nur der Luftstrom umgeleitet wird. Auch dieses System trägt zur hohen Energieeffizienz der elektrifizierten Neulinge bei.

Die dritte Ceed-Generation wurde von Beginn an so konzipiert, dass sich auch Hybridantriebe und deren Antriebsbatterien platzsparend integrieren lassen. Bei beiden Plug-in-Hybriden befindet sich der Akku unter der Rückbank neben dem 37 Liter fassenden Kraftstofftank. Daher wird das Gepäckraumvolumen vergleichsweise wenig beeinträchtigt. Beim elektrifizierten Kombi fasst das Gepäckabteil 437 Liter und lässt sich durch Umklappen der dreiteiligen Rücksitzlehne (40:20:40, ausstattungsabhängig) äußerst variabel auf bis zu 1.506 Liter erweitern. Der Gepäckraum des XCeed Plug-in Hybrid hat ein Fassungsvermögen von 291 bis 1.243 Liter. Beide Modelle verfügen über ein Ablagefach im Gepäckraumboden, in dem sich das Ladekabel griffbereit deponieren lässt. Für beide ist zudem optional eine Anhängerkupplung erhältlich. Damit gehören sie – wie auch Kia Niro und Kia Niro Plug-in Hybrid – zu den wenigen Fahrzeugen im Hybridsegment, die sich auch als Zugmaschine einsetzen lassen. Quelle: Kia / DMM