Airbus startet Verkauf der neuen A220-Familie

“JetBlue signs commitment for 60 A220-300 aircraft, converts 25 A320neo orders to larger A321neo” – Mit dieser Nachricht verkündet Airbus gleich mal eine große Erfolgsmeldung betreffend die von Bombardier übernommenenen CSeries-Regionajets. JetBlue ist Erstkunde für das neue Regionalflugzeug A220-300, vormals Bombardier C-Series CS300. Wie der europäische Flugzeughersteller meldet, ist eine Absichtserklärung unterzeichnet worden über die Bedstellung von 60 der umgebrandeten Modelle.

JetBlue ist Erstkunde der neuen A220-300. Foto Airbus

JetBlue ist Erstkunde der neuen A220-300. Foto Airbus

Außerdem hat der fünftgrößte US-Carrier, an dem die Lufthansa 19 % hält, seinen Auftrag über 25 A320neo in größere A321neo umgewandelt. Die A321neo und die A220 werden mit Pratt & Whitney GTF-Triebwerken ausgerüstet, so Airbus.  

Jetblue Airways ist eine Günstigfluglinie mit Sitz in New York City am JFK. 1998 gegründet ist sie heute die fünftgrößte Fluggesellschaft der USA. Jetblue Airways ist für seinen höheren Servicestandard im Vergleich zu anderen Billigfluggesellschaften bekannt. So ist beispielsweise das Vielfliegerprogramm TrueBlue ebenso Bestandteil der Firmenphilosophie wie ein In-Flight-Entertainment-System, das Bildschirme mit Fernsehempfang an jedem Sitz bereitstellt. Laut Eric Schulz, Chief Commercial Officer bei Airbus, bekommt JetBlue it den beiden Flugzeugtypen Jets, die höchst effizient sind und einen sehr hohen Kabinenkomfort bieten. Robin Hayes, CEO der Fluglinie, schätzt die enorme Flexibilität und Wirtschaftlichkeit der neuen Maschinen, mit denen der Flugbetrieb ökonomischer gestaltet und die langfristigen ehrgeizigen Wachstumsziele besser erreicht werden können.

Familienzusammenführung. Die von Bombardier übernommenen C-Series-komplettieren die A320 Familie. Die A220-100 (ex CS100) und A220-300 (Ex CS300) decken das Spektrum der 100- bis 150-Sitzer ab. Das Flugzeug besteht zu 46 % aus Verbundwerkstoffen. So werden die Tragflächen und das Leitwerk komplett aus diesem Material bestehen. Rumpf sowie die Cockpitsektion bestehen aus leichten Aluminium-Lithium-Legierungen. Für die Elektronik ist Rockwell Collins zuständig. Die A220 wird mit einem Fly-by-wire System über Sidesticks gesteuert.

Die A220-100 ist für 110 Passagiere konfiguriert, die A220-300 für 130 (eine Klasse, 32 Zoll Sitzabstand, 5 Sitze in einer Reihe). Durch die großzügig dimensionierte Kabine wird ein für diese Flugzeugklasse hohes Komfortniveau erreicht. Armfreiheit, Kabinenfenstergröße und neue Beleuchtungstechniken werden als wesentliche Merkmale genannt. Die Gepäckfächer fallen ebenfalls überdurchschnittlich groß aus.

Geschichte. Kundenmangel, Probleme mit den Triebwerken sowie die Verzögerungen bei der Entwicklung und die laufend höheren Entwicklungskosten der CSeries brachte Bombardier in finanzielle Schwierigkeiten. Ein erster Versuch, die CSeries an Airbus oder den direkten Konkurrenten Embraer zu verkaufen, scheiterte am fehlenden Interesse. Im Jahr 2015 wurde die CSeries dann in das neue Tochterunternehmen CSALP (C Series Aircraft Limited Partnership) ausgelagert, an dem sich die Provinz Québec mit 1 Mrd. USD beteiligte. Am neuen Unternehmen hielt Bombardier mit 50,5 % die Mehrheit. Es wurde veranschlagt, dass bis zur Serienproduktion voraussichtlich weitere 2 Mrd. USD benötigen würden. Im Oktober 2017 wurde bekannt, dass Airbus 50,01 % der Anteile an CSALP übernehmen werde, die restlichen Anteile würden von Bombardier (31 %) und dem Pensionsfonds der kanadischen Provinz Quebec (19 %) gehalten. US-Kunden sollen vom Airbus-Werk im US-Bundesstaat Alabama beliefert werden, das dazu erweitert werden soll. Airbus betonte, dass die Verhandlungen mit Bombardier vor der Androhung der US-Strafmaßnahmen gegen Bombardier begonnen worden seien. Schließlich kam es im Frühjahr 2018 zur Komplettübernahme der CS-Produktion und Vermarktung durch Airbus und die Umbenennung der CS in die neue A220-Familie.

Airbus verspricht den Kunden einen um 20 % niedrigeren Verbrauch als bei Vorgängermodellen. Der Flugzeugbauer geht von einem Bedarf von ca. 6.000 Maschinen in den kommenden zwei Jahrzehnten aus. Quelle: Airbus / DMM