Bahn fahren mit Wasserkraft aus Norwegen

Von 2023 an wird Wasserkraft aus Norwegen den Bahnstrommix in Deutschland nachhaltiger machen. Für zehn Jahre wird das Wasserkraftwerk Mågeli im Süden Norwegens jährlich fast 190 Gigawattstunden Grünstrom an die Deutsche Bahn liefern. Die will damit „grüner“ werden. Für Bahnfahrgäste, darunter natürlich hunderttausende Geschäftsreisende, bedeutet das, wieder ein Stück umweltfreundlicher unterwegs sein zu können.

Von 2023 an wird Wasserkraft aus Norwegen den Bahnstrommix in Deutschland nachhaltiger machen und die Züge der DB umweltfreundlicher fahren lassen. Foto: DB

Anders als die Schweizer SBB, die österreichische ÖBB, die skandinavischen Bahnverwaltungen, die alle ihre Züge mit 100 % grünem Strom fahren lassen, sind die elektrisch betriebenen Züge der Deutschen Bahn noch zu einem guten Teil mit dem ziemlich üblen deutschen Strommix (Strom Stein- und Braunkohleverbrennung, Strom aus AKWs (Tschechien und Frankreich) unterwegs.

Das Nordseekabel Nordlink, das die Stromnetze Norwegens und Deutschlands seit April direkt miteinander verbindet, macht das möglich. Die Menge des Grünstroms deckt dann für etwa eine Woche den Energiebedarf der täglich rund 40.000 Züge in Deutschland. Die DB schließt damit den ersten grenzüberschreitenden, langlaufenden Ökostrom-Vertrag, Cross-Border-PPA genannt. Partner ist das staatliche norwegische Energieunternehmen Statkraft mit Sitz in Oslo. Im Vergleich mit der Lieferung aus Kohlekraft werden durch die Wasserkraft aus Norwegen pro Jahr bis zu 146.000 Tonnen CO2 gespart.

DB-Vorstandsvorsitzender Richard Lutz: „Zehn Jahre früher als bislang geplant wird die Deutsche Bahn bis 2040 komplett klimaneutral sein. Unsere ehrgeizigen Klimaschutzpläne lassen sich aktuell kaum mehr nur mit dem verfügbaren Angebot an Grünstrom in Deutschland decken. Dieser Vertrag hat damit strategische Bedeutung – für beide Partner wie für den Klimaschutz.“

Mehr als 100.000 Tonnen jährliche CO2-Einsparung und fast vier Tage nachhaltigen Bahnverkehr im Schienennetz bringen zwei weitere Grünstrom-Verträge, die die DB in Deutschland abgeschlossen hat: Für zehn Jahre werden mehr als 90 Gigawattstunden Wasserkraft aus dem Schwarzwald jährlich an die DB geliefert. Partner des 2023 beginnenden Vertrags ist RWE.

Und ab 2022 bereichert Windstrom aus Hohen Pritz in Mecklenburg-Vorpommern für zwei Jahre das Grünstrom-Portfolio der DB. Dabei handelt sich um Ökostrom aus einem mehr als 20 Jahre alten Windpark, dessen staatliche Förderung ausgelaufen ist. Durch den Vertragsabschluss werden die Windräder weiterhin fast 40 Gigawattstunden Grünstrom pro Jahr erzeugen. Vertragspartner ist das Unternehmen Ane Energy.

Aktuell deckt die DB etwa 61 % der zehn Terawattstunden Bahnstrombedarf pro Jahr mit erneuerbaren Energien – und liegt damit weit über dem öffentlichen Grünstrommix von derzeit rund 50 %. Bis 2038 soll der gesamte DB-Bahnstrom zu 100 % grün sein. Zwischenziel 2030: 80 % Grünstromanteil. Dafür baut die Konzerntochter DB Energie das Portfolio von Vertragskraftwerken und Lieferverträgen grundlegend um. Erneuerbare Energien ersetzen schrittweise aber konsequent fossile Energieträger. DB Energie baut dazu ein durchmischtes Portfolio für den Bahnstrombedarf auf: Die Vertragslaufzeiten, Energieträger, Einspeiseregionen, Vertragspartner sowie die Preisgestaltung werden durchmischt, um die hohe Versorgungssicherheit im Bahnstromnetz zu sichern. Quelle: DB / DMM