Corona-Gefahr auf der ITB?

Auch die zig tausende Besucher der ITB dürfen sich nicht sicher sein, nicht doch vom Corona-Virus angesteckt zu werden. Denn die weltweit wichtigste Touristikmesse wird auch von zahlreichen Bürgern und Ausstellern aus der Volksrepublik China besucht. Und bekanntermaßen hat sich das tödliche Virus inzwischen in allen Provinzen im Reich der Mitte ausgebreitet. Die Messe Berlin versucht zu beruhigen: Ein Großteil der chinesischen Messestände werde von Personal aus Europa besetzt.

Auf der ITB tummeln sich sehr viele chinesische Staatsbürger. Das birgt natürlich auch die Gefahr, dass möglicherweise das Corona-Virus hereingetragen wird mit allen Konsequenzen. Foto: Capital Catering

Auf der ITB tummeln sich sehr viele chinesische Staatsbürger. Das birgt natürlich auch die Gefahr, dass möglicherweise das Corona-Virus hereingetragen wird mit allen Konsequenzen. Foto: Capital Catering

Mit ca. 10.000 Ausstellern aus 180 Ländern ist die Messe ausgebucht. Fast alle Aussteller kommen. Nur zwei aus China sollen bisher abgesagt haben. Seitens der Messe Berlin wird die Epidemie buchstäblich heruntergespielt, obwohl jeder weiß, dass die Ausbreitung des Coronavirus nicht unter Kontrolle ist, auch nicht in Deutschland. Das Coronavirus hat schon mehr als 1.400 Tote gefordert. Mehr als 64.000 Erkrankungen sind bekannt. Und nun ist der Virus auch in Afrika angekommen.

Inzwischen mehren sich die Anzeichen, dass viele Airlines ihre Flugsperren auf das chinesische Festland verlängern. „Die Sicherheit der Passagiere und Mitarbeitenden hat für Swiss oberste Priorität“, heißt es in einer Presseaussendung der Lufthansa-Tochter. Swiss informiert, dass aufgrund des Coronavirus alle Flüge zum chinesischen Festland jetzt bis zum 28. März gestrichen sind. Konkret sind damit die Flüge nach Peking und Shanghai gemeint. Gleichzeitig wird die Kapazität in die Metropole Hongkong reduziert, indem im März kleinere Flugzeuge für die Strecke zum Einsatz kommen werden. Außerdem ist das Corona-Virus auch in der Sonderverwaltungszone ausgebrochen.

Diese Entscheidung überträgt sich auf alle Airlines der Lufthansa Gruppe. So werden auch Lufthansa und Austrian Airlines die beiden chinesischen Städte nicht mehr anfliegen und ihre Angebote nach Hongkong reduzieren. Die Flüge nach Nanjing, Shenyang und Qingdao waren bereits zuvor bis zum Ende des Winterflugplans ausgesetzt worden. Passagiere, deren Flug gestrichen wurde, können kostenfrei umbuchen oder erhalten eine Erstattung ihres Ticketpreises. Diese Bestimmungen gelten für Passagiere mit einem Ticket, das von Lufthansa, Swiss oder AUA ausgestellt wurde und für Flüge mit einer LH, LX, oder OS Flugnummer.
Auf der ganzen Welt herrscht zurzeit Ungewissheit und Respekt vor der neuartigen Lungenkrankheit, die auch junge Menschen mit dem Tod bedroht. Viele internationale Fluggesellschaften passen aus Angst ihre Routen an und annullieren die Flüge. Die enormen Auswirkungen werden mit dem Blick auf die lange Liste verdeutlicht. Nachfolgend eine Aufstellung der Airlines, die ihre Flugverbindungen auf das chinesische Festland auf Eis gelegt haben:

  • Air France streicht alle China-Flüge bis Ende März
  • British Airways fliegt China bis zum 29. Februar nicht mehr an.
  • Finnair streicht alle China Flüge bis 29. März / Flüge nach Guangzhou sind bis 29. März gestrichen.
  • Iberia Airlines: Die einzige Route Madrid-Shanghai fällt von 29. Februar bis Ende April aus.
  • KLM fliegt bis 15. März nicht nach China.
  • Scandinavian Airlines streichen die Flüge bis 29. Februar.
  • Air Seoul streicht China-Flüge bis auf Weiteres.
  • Air Tanzania plante ab Februar Charterflüge nach China – verschiebt die Jungfernflüge jetzt aber bis auf Weiteres.
  • Delta Air Lines streicht die Flüge bis 30. April.
  • Egyptair fliegt China bis auf Weiteres nicht mehr an.
  • El Al Israel Airlines annulliert die Verbindungen von und nach China bis zum 25. März.
  • Kenya Airways streicht China-Flüge bis auf Weiteres.
  • Lion Air vermeidet Reisen nach China für den gesamten Februar.
  • Oman Air und Saudia: Beide Fluggesellschaften fliegen bis auf Weiteres nicht nach China.
  • Qatar Airways streicht China-Reisen bis auf Weiteres.
  • Rwandair streicht China-Reisen bis auf Weiteres.
  • Scoot fliegt bis auf Weiteres nicht nach China.
  • United Airlines sagt alle China-Reisen bis 24. April ab.
  • Vietjet und Vietnam Airlines fliegen bis 30. April weder auf das chenisische Festland, nach Hongkong und Macau.
  • American Airlines streicht alle China-Flüge bis 27. März / Hongkong wird bis 20. Februar gestrichen.

Nachfolgende Airlines nehmen Anpassungen in ihren Flugplänen vor und streichen einige ihrer China-Verbindungen:

  • Air Canada annulliert Direktflüge nach Peking und Shanghai bis 29. Februar.
  • Air New Zealand streicht die Verbindung Auckland-Shanghai bis 29. März.
  • All Nippon Airways fliegt bis auf Weiteres nicht nach Shanghai und Hongkong.
  • Cathay Pacific Airways kürzt einen Drittel der Kapazitäten für die nächsten zwei Monate und 90 % der Flüge auf das chinesische Festland. 27.000 Mitarbeitende sollen deswegen drei Wochen unbezahlte Ferien nehmen.
  • Emirates and Etihad streichen alle China Flüge, außer nach Peking.
  • Hainan Airlines streichen Routen zwischen Budapest und Chongqing.
  • Philippine Airlines reduziert die Anzahl Flüge zwischen Manila und China um mehr als die Hälfte.
  • Qantas Airways führt bis 29. März keine Direktflüge nach China durch.
  • Royal Air Maroc startete erst am 16. Januar drei wöchentliche Flüge von Casablanca nach Peking – diese sind bis 29. Februar eingestellt.
  • Alle russischen Airlines außer Aeroflot haben den Flugverkehr nach China am 31. Januar gestoppt. Die kleine Fluggesellschaft Ikar fliegt weiterhin zwischen Moskau und China. Alle ankommenden Flugzeuge werden in ein separates Terminal geschleust.
  • Singapore Airlines streicht oder reduziert die Kapazitäten für Flüge nach Peking, Shanghai, Guangzhou, Shenzen, Chendu, Xiamen und Chongqing.
  • UPS streicht 22 Flüge nach China. Virgin Atlantic streicht die täglichen Flüge nach Shanghai noch bis 16. Februar.
  • Virgin Australia streicht die Route Sydney-Hongkong ab dem 2. März. Quelle: Airlines / DMM