DB gibt IC-Bus-Angebot auf

Die Deutsche Bahn AG gibt nach 11 Jahren ihr Angebot IC Fernbus zum Jahresende 2020 auf. Die Fernbusse im IC-Livrée Lichtgrau-mit rotem Streifen bedienten seit 2009 insgesamt 18 Linien, auf denen Angebote des Schienenpersonenfernverkehrs der Deutschen Bahn als nicht konkurrenzfähig galten und die Fahrzeit der Busse kürzer als die der alternativen Zugverbindungen war. Nachdem die Anzahl der Linien (18) bereits in den letzten Jahren auf nur noch vier reduziert wurde, nahm die Deutsche Bahn den mit der COVID-19-Pandemie verbundenen Fahrgastrückgang zum Anlass, den IC-Bus (und damit ihr Fernbusangebot) zum Jahresende 2020 einzustellen.

Die DB gibt ihr Angebot IC-Bus zum Jahresende 2020 auf. Foto: DB

Die DB gibt ihr Angebot IC-Bus zum Jahresende 2020 auf. Foto: DB

Zuletzt bedienten die Fernbusse nur noch vier Linien. Drei davon (ab Frankfurt, Mannheim und Leipzig) hatten Prag zum Ziel. Auf diesen Linien verkehren moderne Eurocity-Züge, die ein Vielfaches komfortabler und schneller als die Busse sind. Das gilt auch ab 13.12.2020 für die Linie Zürich-München. Denn mit der Inbetriebnahme der durchgehend elektrifizierten Strecke sind Schweizer Hochgeschwindigkeitstriebzüge unterwegs, die beide Metropolen sehr viel schneller und bei gleichem Fahrpreis wie die bis 14. Dezember eingesetzten IC-Busse verbinden.

Nach und nach hatte die DB 14 ihrer 18 IC-Bus-Linien wieder eingestellt sowie vor vier Jahren bereits die 40 Strecken der Tochter Berlin-Linienbus. Es hatte sich nämlich gezeigt, dass die Fahrpläne infolge der zahllosen Staus auf den deutschen Autobahnen so gut wie nie einzuhalten waren und die Fahrgäste oft stundenlange Verspätungen in Kauf nehmen mussten. 

In den IC Bussen gab es ausschließlich die 2. Wagenklasse. Die Busflotte bestand aus Eindecker- und Doppeldeckerbussen, die höchsten Sicherheitsstandards gerecht werden. Zudem verfügen alle Busse über die folgenden Ausstattungsmerkmale: kostenloses Entertainmentportal, kostenloses WLAN im In- und Ausland, bequeme Sitze mit verstellbarer Rückenlehne, großzügiger Sitzplatzabstand, Steckdosen an jedem Doppelsitz, kleine Snacks und Getränke zum Kauf an Bord, Klimaanlage und Bordtoilette. Die Sitzplatznummerierung ist auch in Blindenschrift verfügbar. Nutzbar waren die Busse nur mit Reservierungspflicht: Die Fahrt ohne Sitzplatzreservierung ist/war in den IC Bussen nicht möglich, da die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) die Beförderung stehender Fahrgäste im Reisebus nicht erlaubt. Wer eine Fahrkarte erwarb erhielt gleichzeitig eine kostenlose Sitzplatzreservierung für die gewählte Busverbindung.

Die Deutsche Bahn betreibt das Angebot gemeinsam mit ausgewählten, regionalen Partnerunternehmen. Hintergrund ist, dass nicht an allen Orten, die angefahren werden, DB Niederlassungen vorhanden sind. So arbeitete die DB z.B. in den Niederlanden mit der DB-Tochter Arriva zusammen und in Prag mit dem tschechischen Partner Regio Jet. Auch in Deutschland bestehen derartige Kooperationen mit mittelständischen Busunternehmen, die nun samt und sonders gekündigt werden.  

Pausen an Autobahn-Raststätten sind/waren nicht vorgesehen, konnten aber im Falle des Falles außerplanmäßig vorkommen. Die Fahrgäste durften bis zu zwei Gepäckstücke mit den maximalen Abmessungen 70 cm x 50 cm x 30 cm mitnehmen. Es bestand kein Anspruch diese im Fahrgastraum des Busses zu befördern.

IC-Bus-Wettbewerber Blablabus hat seit 26. Oktober alle Verbindungen vorläufig gestoppt. Auch wird die beabsichtigte Expansion nicht weiter vorangetrieben. Unterm Strich bleibt jetzt als Monopolist nur noch Flixbus. Quelle: DB / DMM