Lufthansa will A380 los werden

Die Lufthansa Group hat am 13. März 2019 den Kauf von insgesamt 40 hochmodernen Flugzeugen für die Airlines der Group beschlossen. 20 Boeing 787-9 und 20 weitere Airbus A350-900 werden in den Langstreckenflotten der Lufthansa Group insbesondere viermotorige Flugzeuge ersetzen. Letzteres betrifft u.a. sechs der 14 A380 (!), B 747-400 und A340. Die neuen Flugzeuge werden von Ende 2022 bis 2027 ausgeliefert.

Lufthansa gibt 6 ihrer 14 A380 an Airbus zurück und flottet andere Vierstrahler aus. Dafür werden 20 Dreamliner und weitere 20 A350-900 bestellt. Rendering: Boeing

Lufthansa gibt 6 ihrer 14 A380 an Airbus zurück und flottet andere Vierstrahler aus. Dafür werden 20 Dreamliner und weitere 20 A350-900 bestellt. Rendering: Boeing

Der Hammer: Der Vorstand der Lufthansa Group informierte den Aufsichtsrat in der Zusammenkunft die Veräußerung von sechs der 14 A380 an Airbus. Der Flugzeugbauer soll die unrentablen Doppelstöcker in den Jahren 2022 und 2023 zurücknehmen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Es ist kein Geheimnis, dass die Lufthansa nicht sehr glücklich über den Kauf ihrer 14 Riesenvögel ist. Denn Geld verdient hat die LH damit nie. Nur selten waren die Doppelstöcker ausgelastet. Außerdem gelten sie als nicht besonders wirtschaftlich. Lufthansa überprüft kontinuierlich die Profitabilität ihres weltweiten Streckennetzes. Daher reduziert die Lufthansa Group aus wirtschaftlichen Gründen die Anzahl ihrer Airbus A380-Flotte von 14 Flugzeugen auf acht. Wien DMM berichtete, hatte der europäische Flugzeugbauer Airbus Mitte Februar nach einer Reihe von Stornierungen entschieden, die Produktion des weltgrößten Passagierjets 2021 zu beenden. Grund sind fehlende Neubestellungen für den doppelstöckigen Flieger mit seinen vier Triebwerken.

Die Neuen sind viel effizienter. Die jetzt bekannt gegebene Bestellung betreffend die B 787-9 und A350-900 umfasst ein Investitionsvolumen von 12 Mrd. US-Dollar zu Listenpreisen. Die Lufthansa Group hat, wie bei solchen Bestellungen üblich, eine deutliche Preisreduktion verhandelt. Über den tatsächlichen Kaufpreis haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Der Rabatt dürfte erfahrungsgemäß bei 50 bis 60 % liegen.

„Mit dem Ersatz viermotoriger Flugzeuge durch neue zweistrahlige Modelle legen wir langfristig und nachhaltig die Basis für unsere Zukunft. Für unsere Investitionsentscheidung war neben der Wirtschaftlichkeit der A350 und der B787 auch der deutlich geringere CO2-Ausstoß dieser neuen Generation von Langstreckenflugzeugen ausschlaggebend. Unsere Verantwortung für die Umwelt wird als Kriterium für unsere Entscheidungen immer wichtiger“ sagt Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG. Die Entscheidung, bei welcher Airline der LH-Group und an welchem Flughafen die bestellten Flugzeuge zum Einsatz kommen, wird zu einem späteren Zeitpunkt gefällt.

Die Investition in neue Technologie, Effizienz und Kundenkomfort ist eine Fortsetzung der laufenden Flottenmodernisierung bei den Fluggesellschaften der Group. Die Airlines der Lufthansa Group betreiben heute eine Langstreckenflotte von 199 Jets (Stand Dezember 2018), darunter zwölf hochmoderne Airbus A350-900. Ab 2020 führt Lufthansa die neue Boeing 777-9 ein. Aber auch da gibt es ein Problem: Für die neuen Riesenvögel will die Lufthansa bei der Auslieferung eine Terminstreckung erreichen.

Mit A350-900, B 777-9 und B 787-9 wird die Lufthansa Group die sparsamsten Langstrecken-Flugzeuge ihrer Klasse, bezogen auf den Kerosinverbrauch pro Passagier und 100 km Flugstrecke, betreiben. Diese Bestellung unterstreicht den Wunsch des Unternehmens, im Sinne der Umwelt in neueste Technologie zu investieren. Im Schnitt werden die neuen Flugzeuge nur noch rund 2,9 l Kerosin pro Passagier und 100 km Flugstrecke verbrauchen. Das sind rund 25 % weniger als bei ihren Vorgängermodellen (A340, B 747-400 und A380), was sich gleichermaßen positiv auf die CO2-Bilanz auswirken wird.

Bis zur Mitte des nächsten Jahrzehnts wird die gesamte Langstreckenflotte modernisiert. Allein die dadurch möglichen Treibstoffeinsparungen summieren sich auf 500.000 t im Jahr. Dies entspricht einer CO2-Einsparung von 1,5 Mio. Tonnen. Unterm Strich wird die Lufthansa Group die Flottenvielfalt und -komplexität in den kommenden Jahren deutlich verringern und bis zur Mitte der nächsten Dekade sieben Flugzeugtypen ausmustern, was Kosten und Komplexität reduziert, u.a. bei der Wartung und der Ersatzteileversorgung. Nach dem Roll-Over der Langstreckenflugzeuge bietet das Unternehmen seinen Kunden eine der modernsten Flotten weltweit an. Dies bedeutet auch einen deutlichen Zugewinn an Komfort und Zuverlässigkeit. Quelle: Lufthansa / DMM