Lufthansas A380 bleiben am Boden, für immer?

Am Frankfurter Flughafen ist am Sonntag, 29. März 2020 mit Flug LH773 Bangkok-Frankfurt um 06.15 Uhr der vorläufig oder vielleicht sogar letzte Flug einer Lufthansa A380 gelandet. An Bord des Doppelstöckers waren 459 Passagiere und 24 Crew-Mitglieder.

 

Am Sonntag früh (29. März 2020) um 06.15 Uhr landete der vorerst letzte A380-Flug der Lufthansa von Bangkok kommend in Frankfurt. Lufthansa will sechs ihrer 14 Doppelstöcker an Airbus zurückgeben. Evtl. starten die Riesenvögel niemehr. Foto: Lufthansa

Am Sonntag früh (29. März 2020) um 06.15 Uhr landete der vorerst letzte A380-Flug der Lufthansa von Bangkok kommend in Frankfurt. Lufthansa will sechs ihrer 14 Doppelstöcker an Airbus zurückgeben. Evtl. starten die Riesenvögel niemehr. Foto: Lufthansa

Nach Stand heute ist laut Lufthansa nicht absehbar, ob und wann die A380 nochmal fliegen werden. Jetzt sind sie an den beiden Drehkreuzen Frankfurter und München erst einmal auf unbestimmte Zeit geparkt. Nach Expertenansicht könnte sich der vom LH-Konzern beschlossene Abschied von den Riesenvögeln dank Corona-Krise beschleunigen. Europas bedeutendste Fluggesellschaft hatte seit 2010 in die A380 große Hoffnungen gesetzt, die jedoch schnell gedämpft wurden (DMM berichtete). Zu ihren ersten Linienflug startete eine der 14 LH A380 am 11. Juni 2010 nach Tokyo Narita.

Geschäftsreisende schätzten das weltgrößte Passagierflugzeug. Auch die Piloten waren stets begeistert. Nur die Airlines bekamen schnell zu spüren, dass der Vogel alles andere als wirtschaftlich zu betreiben war. Nur selten waren die 509 Sitze der 14 LH-A380 ausgebucht, obendrein entpuppten sich die A380 als wahre Spritschlucker. Die Idee, die Riesenflieger an den großen Hubs dieser Welt mit Zubringerflügen zu füttern, ging gründlich schief, das gilt selbst für die Golfcarrier, deren größter, Emirates immerhin 115 Exemplare geordert hat. Selbst Emirates hält den A380 längst nicht mehr für das Non-Plus-Ultra. Weltweit setzen die Airlines lieber auf Dreamliner B787 und A380, neuerdings auch auf die neue B777-X. Das sind alles Zweistrahler, die wesentlich ökonomischer und von viel mehr Flughäfen einzusetzen sind.

Selbst für Airbus war die A380 kein Geschäft. Über 10 Mrd. Entwicklungskosten und hunderte Mio. Euro für mehrere Nachbesserungen machten den Jet zum Verlustbringer. Auch erreichte Airbus nicht das gesteckte Ziel von etwa 350 zu verkaufenden Einheiten. Nur 251 Order standen in den Auftragsbüchern, von denen aktuell 242 ausgeliefert sind. Vergangenes Jahr gab Airbus bekannt, dass die Produktion des Doppelstöckers 2022 beendet wird.

Auch der US-amerikanische Konkurrent Boeing hatte kein Glück mit seiner modernisierten Version des Jumbos, B747-8. Der Jumbo, wie der erste Großraum-Passagierjet von Anbeginn an bezeichnet wurde, läuft ebenso ersatzlos aus. Nachfolger wird die neue B 777-X. Boeing hatte übrigens schon vor der Entwicklung der A380 Bedenken angemeldet, ob solch eine Riesenmaschine jemals erfolgreich sein könnte. Boeing behielt Recht. Quelle: LH / Airbus / Boeing / DMM