Kompletter Flugpreis muss sichtbar sein

Werden Flüge online zur Buchung angeboten, muss der Endpreis von Anfang an sichtbar sein, also der Ticketpreis inklusive Steuern und aller anfallenden Gebühren und Zuschläge. Das hat jetzt der Europäische Gerichtshof entschieden (EuGH C-573/13) und damit die Rechte der Kunden weiter gestärkt.

Im betreffenden Fall hatte der Bundesverband der Verbraucherzentralen und Verbraucherverbände Air Berlins Darstellung der Flugpreise von 2008 beanstandet, weil dort nicht in jedem Fall der Endpreis ersichtlich gewesen sei. Nach zwei vorangegangenen Entscheidungen ging Air Berlin erneut in Revision und so landete der Fall vor dem EuGH. Dieser sollte nun die Auslegung der betreffenden EU-Verordnung klären.

Nach Sicht des EuGH müssen die Kunden lt. Art. 23 Abs. 1 während des gesamten Buchungsvorgangs in der Lage sein, die Preise der verschiedenen Anbieter effektiv zu vergleichen. Deshalb dürfe Air Berlin nicht nur den Ticketpreis ohne Steuern, Gebühren und Zuschläge darstellen und müsse zudem auch die Endpreise aller anderen sichtbaren Flüge anzeigen, die gerade nicht ausgewählt seien. Zwar hat Air Berlin inzwischen die Preisanzeige bereits wie gefordert abgeändert. Nach Sicht der Verbraucherverbände ist es dennoch ein wichtiges Grundsatzurteil, denn bei vielen Online-Reisebüros sei es nach wie vor gängige Praxis, zu zahlende Steuern, zusätzlich anfallende Gebühren sowie Entgelte erst zum Schluss anzugeben. Quelle: TIPnews / DMM